Faurby 396 for sale

Freitag, 29. Januar 2016

Running Gag?

Der bestellte Autopilot ist hier im Hafen kein Einzelfall. Und immer hieß es :" Ten days, maybe less".... Das hat nun bei einer englischen Yacht hier am Steg schon 3 Wochen gedauert. Also richten wir uns, obwohl unser erst vor fünf Tagen bestellt wurde, auf eine längere Zeit in Mindelo ein. Zudem sind hier alle im Karnevall Fieber. Da wird hier gar nichts mehr laufen. Jens prognostiziert 2 Wochen, ich tippe eher auf 3 Wochen. Was nicht wirklich schlimm ist. Gestern waren wir mit dem Aluguer (das sind die hier üblichen Sammeltaxis bzw. ohne Termin fahrende Busse) nach Sao Petro gefahren. Das kostet fast nichts und ist echt spannend. 17 Personen in einem Kleinbus. Gepäck wird zur Not auf den Schoß genommen. Bei uns wäre das ein 8-Sitzer. Am Bus gibt es dann auch Gebäck oder kleine Snacks, die meist von irgendwelchen Hausfrauen angeboten werden. Auch wird viel erzählt und die Fahrer sprechen meist gut englisch.

Die Ortschaft ist eher arm und die Häuser sind einfachst gebaute, unverputzte Zweckbauten.
Die Gegend ist nahezu menschenleer.


Sao Petro, perfekter Strand, ärmliche, offene Fischerboote, eine kleine Ansiedlung und ein fast unbelegtes Luxushotel für Surfer. Und die absolute Überraschung, ein supertolles kleines Restaurant. Ein gebürtiger Swede hat, nachdem er vor vielen Jahren in Ruhestand ging, dieses Kleinod eröffnet. Tolles Essen in schöner Atmosphäre zu mehr als fairen Preisen. Ein toller Ausflug. Heute ging es dann in den Norden. Wir sind ca.2-3 Std. an der menschenleeren Küste zum nächsten Ort gewandert. Eigentlich hatten wir uns verlaufen. Nirgendwo ein Weg erkennbar. Wir haben im Stillen schon mal unseren Wasservorrat eingeteilt.Nach einer gefühlten Ewigkeit durch vulkanische Geröllfelder haben wir dann doch den nächsten Ort entdeckt.  Es ist unglaublich erschreckend, wieviel Plastikmüll überall, hier mitten im Atlantik, rumliegt.

Jetzt kommt erstmal wieder ein Basteltag und dann wollen wir demnächst für 2 Tage mit der Fähre nach Sao Antao. Das ist die Nachbarinsel von Sao Vinciente, auf der wir Zurzeit sind.

Dienstag, 26. Januar 2016

Karneval in Mindelo

Die Kap Verden sind ein wirklich armes Land und in Mindelo, der zweitgrößten Stadt des Archipels, schlagen die Gegensätze zwischen arm und reich extrem zu. Wir können damit, obwohl es wohl in anderen Ländern der Welt viel schlimmer zugeht, nicht wirklich gut umgehen. Das Preisniveau der von uns begehrten Güter ist wie zu Hause.... Obst und Gemüse echt teuer. Die Bevölkerung ist geteilt, Butiken und Leute die nichts haben direkt nebeneinander. Unheimlich viele Kinder betteln...und wir kaufen einem Kind 2 Stück Kuchen....so was dummes! Seit dem gehen wir nicht mehr allein durch die Stadt. Das ist wirklich nervig.
Die älteren, der insgesamt sehr jungen Bevölkerung, stehen vor zentralen Punkten, wie zum Beispiel der Marina und bieten ihre Dienste an. Meist nur nett und auf Arbeit hoffend-aber jeden Tag, von morgens bis abends. Es gibt aber auch tolle Erlebnisse mit den Menschen in Mindelo. Gestern war Karnevalsumzug. Wir haben, ausser uns, 2 weitere weiße Gesichter gesehen. Lautes Getrommel und Getanze durch die Stadt. ein für uns exotisches Erlebnis.



 Von Magareta haben wir zwei T-Shirts gekauft und sie erzählt von Mindelo. Sie ist Lehrerin und verkauft selbstgemachte Sachen. Abends werden von engagierten Kollegen für die Kinder Tanzkurse auf der Strasse angeboten und damit sie auch kommen gibt es dann manchmal was zu essen. Nächsten Tag treffe ich sie in der Stadt (75.000 Einwohner) und sie freut sich sehr, das ich ihr T-Shirt anhabe.

Unser Autopilot muss nun doch komplett ersetzt werden. Dazu muss ein neuer aus England geschickt werden. Gilson, der sehr kompetente und smarte Techniker sagt, es dauert 10 Tage, maybe less... Wir sind gespannt, wie lange wir hier bleiben werden. Jeden Tag baden und am Schiff arbeiten ist erstmal Programm. Der Spibaum ist schon repariert, Wäsche in der modernen Lavanderia gewaschen und die zweite Solarzelle samt Regler installiert. Morgen kommt der defekte Impeller der Seewasserpumpe dran und dann bleiben und noch ein paar Tage Sightseeing. Wir werden bericheten. Nun gehts erstmal zu Milan in den Fishing Club, dort ist heute Abend Treffen des TO (Trans-Ocean-Clubs).



Samstag, 23. Januar 2016

ein paar Eindrücke von Mindelo

So läßt es sich aushalten

Der Blick aus dem Cockpit

Überall treffen sich Menschen auf den Strassen_aber sie trinken keinen Alkohol...

Strassenhändler übernehmen die Aufgabe der Supermärkte


SUP statt Einbaum

"unser" Strand
Junge Leute und Musik bestimmen das Strassenbild

Schöner kann Baden nicht sein!

Freitag, 22. Januar 2016

In Mindelo angekommen

Gestern Nacht sind wir in Mindelo angekommen.
Mit dem kleinen Umweg (zunächst wollten wir ja nach Sal) haben wir ca. 900sm hinter uns gebracht.
Ehrlich und noch in Erinnerung der Wind-und Wellenreichen Tage ist das durchaus vergleichbar mit Arbeiten. Es ist für uns anstrengend mit so wenig Schlaf auszukommen und es ist körperlich anstrengend jede Bewegung des Schiffes auszugleichen. Lediglich der letzte Tag der Reise verwöhnte uns mit gutem Reisewetter. Wind nicht über 22 Kn und moderate Welle, da könnten wir uns dran gewöhnen. Britta war, Dank des Pflasters, nicht Seekrank und Migräne war auch nicht an Bord. Sonst gab es noch mit 16 Kn im Surf die Wellenberge herunter, morgens vielleicht 20 fliegende Fische tot an Deck und kein Kühlwasser für den Motor als wir gestern in den Hafen einlaufen wollten. Aber wir hatten perfekte Bedingungen für eine schnelle Reise. Nun geht es erstmal auf  Entdeckungstour.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Kurswechsel

Nachdem wir in der letzten Nacht viel Wind und ruppige Welle hatten, waren wir froh nur noch 60sm bis zu unserem Ziel zu haben. Doch leider hat der Autopilot wieder mal seinen Geist aufgegeben. Der Fehler, der bisher meist nur zeitweilig auftrat, wurde immer vergebens gesucht. Über Weihnachten hatten wir das Gerät sogar in Wedel beim Raymarine-Fachmann zum Testen. Dort lief es fehlerlos.....und bis heute dachten wir, wir hätten das Problem gelöst. Leider gar nicht! Nun haben wir kurzerhand die Planung geändert und werden direkt nach Mindeloh auf Sao Vincente segeln. Dort gibt es die einzige Marina auf den Kap Verden und wir hoffen dort jemanden zu finden, der uns weiter helfen kann. Leider besuchen wir dann auch nicht mehr die weniger erschlossenen Inseln der Inselgruppe. Aber ohne ein funktionierendes Schiff hätten wir ohnehin kaum Ruhe die Urspünglichkeit zu geniessen.
Heute haben wir ganze Herden von fliegenden Fischen gesehen. Die sind wirklich flink! Da gestern ein kleiner Squip (kleiner Calamar) von einer Welle an Deck gespühlt wurde, werden die fliegenden Fische nahe der Wasseroberfläche wohl gute Beute machen.
Wenn wir wie geplant voran kommen, werden wir morgen Nacht in Mindeloh einlaufen. Dort gibt es dann wieder WLAN und in diesem Blog Bilder.

Dienstag, 19. Januar 2016

Endlich einmal eine schöne Nacht

Gefühlt ist 2/3 des Tages bei uns Nacht, bzw. es ist dunkel. Sternenklarer Himmel und maximal 28kn Wind-Anfang 7 Bft. Das ist zwar recht viel Wind, trat aber bis jetzt zum Glück nur zeitweilig auf und deshalb hat sich auch keine allzu große Welle aufgebaut (Max 3m). Wir fahren seit gestern vorm Wind, mit ausgebaumter Genoa und dem Großsegel im 2ten Reff.
Damit läuft Lili extrem stabil unter Windsteueranlage. Es ist schön anzusehen, wie locker die Hydrovane das Schiff steuert. Wir müssen so gut wie nie Korrekturen vornehmen und können uns unserem Tagesablauf widmen. Der besteht in erster Linie daraus fehlenden Nachtschlaf nachzuholen und dann kommt schon die heikle Aufgabe bei dem Geschaukel Essen zuzubereiten und dafür zu sorgen, dass alles an seinem Platz bleibt. Sonst bleibt Zeit für lesen, erzählen und das Meer und den Himmel zu beobachten. Jetzt sind es noch 200 sm bis zum Ziel. Wenn es so weiter läuft sind wir übermorgen auf Sal/Kap Verden.

Montag, 18. Januar 2016

Überraschung die Zweite

Wenn man denkt man hätte alles zur Besten Zufriedenheit erledigt, schaut man ziemlich dumm aus der Wäsche, wenn man feststellt, dass genau der Bolzen, 10 cm lang, den man mit aller Kraft gestern festgezogen hat am nächsten Tag 8cm wieder raus guckt. Nicht zu glauben. Wieder die Backkisten ausräumen, wieder in die Tiefe des Schiffes abtauchen und nochmal,jetzt Jens von innen und Britta von außen, alles wieder festziehen.
Wind und Welle haben erheblich zu genommen und damit auch das Geschaukel, besonders während der Reparaturen.
Abends fällt auf, dass der Kühlschrank nicht mehr kalt ist. Welch ein Graus, zumal alle Vorräte für die nächsten drei Wochen dort kühl liegen sollten. Zum Glück war es nur Pfusch des Faurby-Elektikers, der zu einem Kurzschluss führte. Jetzt läuft alles wieder und wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, dass uns die Lebensmittel ausgehen.
Der Wind kommt kräftig aus NNO. Wir würden gerne die Passatbesegelung mit 2 Spibäumen setzten. Aber einer ist ja leider kaputt gegangen. Das würde uns das Leben einfacher machen. Denn so können wir den vorgesehenen Kurs nicht laufen und kreuzen quasi vor dem Wind mit kleinen Segeln. Dabei immer noch durschnittlich 6Kn dem Ziel entgegen. Jetzt sind es noch 357sm bis zur Insel Sal.

Sonntag, 17. Januar 2016

Überraschungen auf See

Die erste Überraschung ist das Wetter. Laut Wetterbericht sollten wir in einer relativen Flaute los fahren, die uns zwei Tage erhalten bleiben sollte. Anders als erwartet haben wir wunderbaren Wind der mit ca. 15 kn Tag und Nacht durchsteht, Sonne und blauen Himmel. Es könnte nicht besser sein.
Zeitens: Das Leuchtplankton im Wasser. Zwar haben wir dieses Phänomen schon auf der Fahrt nach Madeira entdeckt, nur hier leuchtet es so viel heller, dass wir eine ganze Milchstrasse in unserem Kielwasser hinter uns her ziehen. Selbst die Kloschüssel leuchtet.
Drittens: Die Anzahl der Delphine die uns schon an der Südspitze Teneriffas begleitet haben. Bei Zwanzig habe ich aufgehört zu zählen. Was für ein Schauspiel wenn diese Tiere mit Lili um die Wette schwimmen, unter dem Bug hinweg tauchen, aus dem Wasser springen und sich auf die Seite legen so dass man das Grinsen sehen kann.
Viertens: Der Spibaum. Beim Ausbäumen der Genua bricht ohne ersichtlichen Grund der Beschlag. Somit ist die Möglichkeit Passatsegel zu setzten erst mal hinüber. Wir hoffen in Mindelo Ersatz zu bekommen.
Fünftens: Die Windsteueranlage, die sich selbsttändig macht. Wir sehen dass das gesamte Gestänge hin und her geht. Was ist passiert. Jens taucht in die Tiefen des Schiffes ab, um nach den Schrauben zu sehen. Und tatsächlich haben sich die Muttern der Befestigungsschrauben gelöst.
Alles wieder fest angezogen, macht die Windsteuer wirklich einen guten Job. Wir sind begeistert.
Also kann man sich vorstellen, uns wird es nicht langweilig und wir sind guter Dinge. Und warten auf die nächsten Überraschungen.

Samstag, 16. Januar 2016

2ter Tag auf See

Kommen gut voran. Noch 681 sm bis SAL/Kap Verden.
Heute morgen ist uns der Spibaumbeschlag gebrochen-bad luck!
Aber vielleicht können wir in Mindeloh einen neuen besorgen.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Kurz vorm Start

Nun sind alle Einkäufe verstaut und Lili wurde von oben bis unten geputzt und seefest gemacht.
Eben haben wir bei der Polizei ausklariert. Das müssen wir tun, weil wir Europa verlassen.
Morgen Mittag werden wir los machen und dann während unserer Reise zu den Kap Verden  via Kurzwelle versuchen diesen Blog  weiter zu schreiben. Bilder gibts nun erstmal nicht mehr.
Wir hoffen dann in einer Woche wieder an Land zu sein. ....

Mittwoch, 13. Januar 2016

Nun geht es los

Nachdem Britta nun einige Tage ohne Kopfschmerzen ist, bereiten wir uns auf die Überfahrt zu den Kap Verden vor.
Vorher haben wir aber noch einige Ausflüge auf der Insel unternommen. Zunächst haben wir dem Teide einen Besuch abgestattet, dann nach Orotava, einem Ort mit schönem historischem Stadtkern.

Eine sehr beeindruckende Landschaft, die wechselhafter nicht sein kann.


Höhenabhängig geht es von satten, grünen Wäldern bis zur kargsten Mondlandschaft.
Gestern und heute haben haben wir den Tag geteilt. Ausgiebiges Strandleben und Sightseeing im Wechsel.
Morgen werden frische Sachen eingekauft und letzte technische Vorbereitungen getroffen und dann geht es übermorgen los. Wir werden ca. eine Woche unterwegs sein. Wiedermal unsere längste Seereise. Es ist immer wieder spannend und aufregend die Leinen los zu machen. Hier in Santa Cruz kennen wir uns mittlerweile wieder gut aus, es ist schon wieder ein bißchen "Wurzeln geschlagen" und trotz der schon vor uns gefahrenen Freunde fühlen wir uns hier auch alleine wohl. 






Baulou, Beate und Reiner starten gut gelaunt zur Atlantiküberquerung.





Santa Cruz ist feiner als Las Palmas, hier gibt es beeindruckende Bauwerke wie das Auditorium. Es soll eine Welle nachempfinden und beherbergt einen riesigen Konzertsaal mit Cafe....
Die große Tür ist wie ein Augenlid verschliessbar-wirklich imposant. Aus Rundungen werden in der Bewegung grade Dichtflächen.
Das Auditorium mit Badelandschaft im Vordergrund.


 Das Highlight des Tages war ein Besuch beim deutschen Schlachter! Räucherwaren für die Reise sind in rauhen Mengen über die Theke gewandert. Auch Einmachgläser mit Fleischwaren wurden gern genommen. Britta ist begeistert. Mettendchen für unterwegs-nun kann wirklich kaum noch etwas schief gehen-oder? Und, nebenan war auch noch eine deutsche Bäckerei. Es klingt zwar komisch und ist wohl auch etwas ignorant gegenüber dem besuchten Land.....aber so ein schönes Stück Sahnetorte und davor ein kleines Stückchen Käsekuchen hat schon was.

Freitag, 8. Januar 2016

Es hätte so schön sein können

Nach 4 Wochen fällt es uns schwer Gran Canaria zu verlassen. Wir haben viel gesehen und Neues entdeckt. Die Insel hat uns wirklich gut gefallen,  der Hafen ist nicht nur preisgünstig sondern auch gut ausgestattet. Die zentrale Lage direkt in Las Palmas ist zwar etwas laut aber sehr zentral, so dass man fast alles zu Fuß erledigen kann.Aber nun wurde es Zeit wieder mal los zu fahren. Die Wetterprognose war gut, und die Strecke mit 54 sm eine schöne Tagesetappe. So sind wir bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und etwa 20 Kn aus NW aufgebrochen. Nach etwa 2sm, also noch in Hafennähe ruft Jens in diesen wunderschönen Morgen aus Leibeskräften: " Motor aus "!!!!!
Warum nur ???? Im Schiff schwimmen die Bodenbretter und das Wasser quillt fröhlich vor sich hin. 
Kurzer Geschmackstest und es stellt sich heraus, es ist Süßwasser. Leichte Entspannung aber auch nur leichte, ich kann den Motor wieder starten. Der Schlauch von der Druckseite der Trinkwasserpumpe hat sich gelöst. Somit war der gesamte Trinkwasservorrat im Schiff. Nur gut dass es uns hier passiert ist und nicht 500sm auf See. Jens löst die Bodenbretter und wischt das Wasser welches die Pumpe nicht weggepumt hat in mühevoller schweißtreibender Arbeit raus.
Dann, zu allem Übel macht sich bei mir die Seekrankheit bemerkbar. Diesmal so heftig, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann und den Rest des Tages im Halbschlaf unter Deck verbringe.
Lili läuft zur Hochform auf. Mit durchschnittlich 8 kn und Wind aus 90 Grad läuft sie wie auf Schienen unserem Ziel entgegen.

Santa Cruz auf Teneriffa am Nachmittag.
Hier treffen wir auf Rainer und Beate, die in der Vorbereitung zur großen Fahrt sind. Eigentlich wollten wir uns ihnen anschließen, um einen Teil der Strecke gemeinsam zu fahren. Allerdings macht mir meine immer wieder auftretende Migräne einen Strich durch die Rechnung . Jetzt hat mir Jens einen strikten Therapieplan auferlegt um die möglichen Auslöser dieser Attacken zu minimieren. Das heißt: Keinen Kaffee, keine Schokolade, keinen Alkohl, noch nicht mal alkoholfreies Bier, regelmäßiges Essen und schlafen und noch einiges mehr. So lange, bis ich mindestens 7 Tage ohne Migräne bin. Sollte das nicht funktionieren werden wir die Reise verschieben und zu Hause weiter nach möglichen Ursachen suchen. Bis dahin stehe ich unter strenger Kontrolle und hoffe das Beste.
Im Hafen von Santa Cruz spürt man die Aufbruchstimmung der Atlantic Odyssee, die morgen mit ca. 20 Schiffen nach Martinique startet. Überall wir gehämmert und gebohrt, Lebensmittel verstaut und die restliche Wäsche gewaschen. Das hat uns ebenfalls auf den Plan gerufen um nun endlich anstehende Arbeiten anzugehen. Als erstes wird der Lümmelbeschlag ( das ist das Verbindungsteil zwischen Baum und Mast ) ausgewechselt. Ich bin mit der Tube Politur unterwegs und sorge für den optischen Auffrischer. Nun fehlt nur noch die Montage der 2. Solarzelle nebst Regler.

Zum Wetter gibt es keine guten Nachrichten. Im Moment zieht ein ausgedehnter Tiefausläufer dicht an den Kanaren vorbei, was zur Folge hat dass der gesamte Passatwind über hunderte von Seemeilen aufgehoben wird. Diejenigen, die morgen los fahren, haben alle Dieselkanister zusätzlich gefüllt um die nächsten Tage überstehen zu können. Was sind wir froh, dass wir unabhägig unsere Planung machen können.

Sonntag, 3. Januar 2016

Reisevorbereitungen

Im neuen Jahr angekommen beginnen langsam die Reisevorbereitungen. Nachdem wir nun einen Reiseführer über Surinam bekommen haben ist uns aufgefallen, dass wir uns mit dem Thema Impfungen noch nicht beschäftigt haben. Gelbfieber ist eine ernst zu nehmende Erkrankung und man sollte dagegen geimpft sein. Trotz meiner Abneigung gegen Spritzen suchen wir die amtliche Impfstelle auf. Jetzt lernen wir auch einmal das spanische Gesundheitssystem kennen. Im ersten Formular werden die Personalien aufgenommen, einschließlich der Nummer des Personalausweises. Hier braucht man nur ankreuzen welche Impfungen man gerne hätte und geht damit zur ärztlichen Beratung. Frau Doktor gibt uns ein weiteres Formular mit dem wir erst zur Bank gehen um die kommende Leistung im Vorraus zu bezahlen. Das ist  schwieriger als gedacht. Erst die dritte Bank erklärt sich bereit die 38,- Euro für  zwei Impfungen entgegen zu nehmen. Jetzt gehts mit der Quittung zur Impfstelle und unverzüglich finden wir uns in einem Sprechzimmer wieder. Hier noch einmal die Überprüfung der Personalien und dann die Spritze...... Wir bekommen einen gelben Impfausweis und somit steht der Einreise nach Surinam nichts mehr im Weg. Gegen die Mücken, die Gelbfieber, Dengue Fieber und Malaria übertragen, haben wir uns ein Moskitonetz genäht. Damit decken wir das gesamte Cockpit ab. Zum Schluss noch die Räucherspiralen gegen Mücken und wir sind bestens gerüstet gegen die Biester.
Damit wir auch von unterwegs schreiben können wie es uns geht, was wir so machen, ob wir voran kommen und was sonst noch sein kann, hat sich Jens mit der Technik vertraut gemacht und nun können wir über das Pactor Modem und dem Funkgerät direkt Blogartikel einstellen. Leider nur Text und keine Bilder aber das kommt dann später.
Dirk und Sonja sind heute, nach einer Woche bei uns an Bord, wieder ins 30 Grad kältere Hamburg geflogen. Brrrrr....hört sich erstmal gewöhnungsbedürftig an ;-)

Wir haben unter anderem einen  Ausflug ins Valle de Agaete gemacht, dass unserer Meinung nach das schönste Tal auf Gran Canaria ist. Unsere Tour führte uns  in die Finca La Laja. Hier werden Orangen, Zitronen, Mango, Papaya und der einzige in Europa erzeugte Kaffee angebaut. Wir machen eine ausgiebige Weinprobe und sind begeistert von dem hauseigenen Wein. Das war wirklich eine herzliche Sache. Maria wollte kein Trinkgeld, stattdessen wurden wir feste gedrückt und erhielten die besten Reisewünsche.

Nun stauen wir schon mal ein. Hier sind es 20 kg Orangen, die wir bei Maria gekauft haben. Wenige Stunden vorher hingen sie noch am Baum.
Eine Wanderung führte uns auch auf einem Rundweg um eine Caldera, einem schön runden Krater, der hier und dort recht anspruchsvolle Steigungen und Abhänge für uns bereit hielt. Die Kaktusfrüchte am Wegesrand hatten wir doch erst gestern in der Markthalle gesehen.....
So schnell kann man sich ernsthaft verletzen. Kaktusfrüchte mit den Händen zerlegen ist nicht zur Nachahmung. Auch die Stacheln auf der Zunge machten wenig Spaß. Aber die Landschaft ist wirklich einmalig.