Sonntag, 14. Februar 2016

Die Geschichte vom Autopiloten

Es war einmal ein Autopilot der je nach Laune mal funktionierte oder nicht. Daraufhin wurde er in Wedel zu einem Spezialisten geschickt, der ihn untersuchen sollte. Das hat dem Piloten gefallen und er hat brav funktioniert. Die Besitzer sind mit dem braven Autopiloten wieder nach Gran Canaria gefahren und haben ihn wieder dort eingebaut wo er hin gehört. Nach 4 Tagen auf See mit vielen Wellen und Wind ist es ihm wohl zu viel  geworden und er ist so krank geworden, dass er sich nicht mehr erholt hat. Die Besitzer , Britta und Jens,  machten sich große Sorgen was nun werden soll. Sie befinden sich mit ihrem Schiff mitten auf dem Atlantik und wollen eigentlich noch ca. 2000sm weiter nach Westen segeln. Wo sollen sie mit dem kranken Piloten hin und wo ist jemand der ihnen helfen kann? Erfreulicherweise  gibt es auf den Cap Verden in Mindelo einen erfahrenen Spezialisten. Nach 2 Tagen kommen sie auf dieser für sie ungewöhnlichen Insel an. Der Spezialist ist leider nicht zu erreichen, da Feiertag und dann das Wochenende folgt. Also frühestens in 3 Tagen. Das war am 22.01.2016.
Montags bemüht sich Jens um den Spezialisten und lernt Gilson,  einen netten jungen Mann mit einem bestechendem Lächeln kennen. Gilson kommt an Bord und untersucht den kranken Piloten mit den dazugehörigen Kabeln. Ein ernster Gesichtsausdruck verrät uns nichts Gutes. Der Pilot ist im Ruhestand und es muss ein neuer, junger, gut ausgestatteter Kollege her. Jens befürchtet ein finanzielles Desaster bei dem einzigen Spezialisten mitten im Atlantik. Es bleibt keine Wahl. Der neue Kollege wird bestellt und Gilson versichert mit seinem charmantestem Lächeln dass es nur 10 Tage, maybe less , dauern würde. Da der Preis auch noch erträglich ist lächelt auch Jens jetzt sein charmantestes Lächeln und lehnt sich entspannt zurück. Die Tage vergehen. Es gibt allerhand zu erleben und zu sehen. Nette Nachbarn am Steg, nette Gespräche, bei denen wir feststellen, dass wir nicht die einzigen sind, die einen neuen Piloten brauche. Miles und Angela, ein englisches Paar, warten nun schon die 3. Woche auf ihren Piloten.
Jens kommen Zweifel was die Zeitplanung angeht. Nach 10 Tagen fragt er nach ob es schon Neuigkeiten von dem Piloten gäbe. Die Antwort ist ein strahlendes Lächeln, diesmal mit Achseln zucken. Heute schreiben wir den 31.01.2016.  Fünf Tage später muss Jens erfahren, dass Gilson der Spezialist leider im Krankenhaus ist. Dann steht der Karneval an. Das ist eine Zeit in Mindelo wo alle Menschen ausgelassen feiern, tanzen und kaum an Arbeit auch nur gedacht wird.
Jens schraubt schon mal den Rentner raus und bereitet alles für den neuen Kollegen vor. Das heißt, neue Leitungen ziehen und Befestigungen bauen. Alle Vorbereitungen sind getroffen , Jens hat es aufgegeben zu fragen und wir freuen uns, dass uns die Mitarbeiter im Ship Shop immer noch lächelnd begegnen. 
Und dann, wenn man keine Erwartungen hat, passiert plötzlich etwas  Unerwartetes. Gilson kommt Freude strahlend mit dem neuen Kollegen in der Verpackung und flüstert Jens zu, das ist der Pilot für die Engländer, den bauen wir bei euch ein. Jetzt zeigen wir unser charmantestes Lächeln. 
Am 13.02.2016 nach 23 Tagen kommt Jens mit leuchtenden Augen aus den Tiefen des Schiffs und ruft: " Alles funktioniert ".
Das Glück ist vollkommen als Gilson die Rechnung bringt. Da Jens alles alleine eingebaut hat werden die veranschlagten 3 Technikerstunden von 344.- € von der Rechnung abgezogen. Mit so viel Entgegen kommen hätten wir nicht gerechnet.
Am Ende der Geschichte steht die Erkenntnis: 
Zeit ist eine relative Größe,
Erwartungen  werden zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, 
ein Lächeln zur richtigen Zeit kann Berge versetzen
und wenn alles funktioniert setzten wir unsere Fahrt fort.


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