Faurby 396 for sale

Montag, 30. Mai 2016

Das Leben der einfachen Menschen...

Hier auf den Inseln geht der "wohlstandbringende" Tourismus immer weiter zurück. Menschen die davon leben, an Urlauber Dinge, Essen oder Dienstleistungen zu verkaufen, können kaum noch Geschäfte machen. Auf Grenada sagte uns eine Geschäftsfrau, dass die früher zu Hauf in der Bucht ankernden Segler heute kaum noch kommen. Die große und teure Marina läßt nur noch wenige Yachties länger hier bleiben. Die Megayachten haben alles an Bord. Hier auf Tobago macht kaum noch jemand Individualurlaub. Karibik findet nur noch auf Kreuzfahrtschiffen statt und die Menschen hier verkommen zum Zoo. Karibik gibt es für vergleichsweise kleines Geld in Rundfahrten, die in zwei Wochen alle Highlights anfahren. Das bedeutet für die Einheimischen meist Preissteigerungen ohne persönliche Gewinnchancen.
Dieses zunehmende Spannungsfeld spüren wir unmittelbar. Vor drei Tagen wurde wieder eine englische Yacht in einer Ankerbucht auf den Tobago Cays überfallen. Liegen in einsamen Buchten ist  traumhaft, wir trauen uns das aber nicht. Wir achten immer darauf mit anderen Booten zusammen zu sein.
Wenn man wie wir meist längere Zeit an einem Ort verweilt, lernt man viele einheimische Menschen kennen. Man grüßt sich auf dem Weg und weiß um die Lebensumstände. Sehr häufig sind wir erstaunt welch ein Wissen und welche Erfahrung unsere Gesprächspartner haben. Häufig ist es nicht nur das Studium/Ausbildung, sondern auch und gerade die bereisten Länder und die Erfahrungen die gemacht wurden. Gerstern Abend hat Sun Sun von Schweden erzählt. Er kannte wirklich alles, das Restaurant in Grönhögen, Strömstadt, Hanö....auf Utklippan war er leider nicht. Aber im Tivoli in Stockholm. Seine Frau und er hatten für uns in der Pirate bay ein BBQ zubereitet. Sehr einfach und sehr schmackhaft. In Deutschland würde man aus diesen Töpfen wohl kaum essen. 

Samstag, 28. Mai 2016

Busfahrt auf Tobago



Oder man könnte auch sagen," Die mit dem Bus tanzen ". Im Allgemeinen haben wir gute Erfahrungen mit der Art der hiesigen Personenbeförderung. Man stellt sich an die Strasse und wartet bis ein Kleinbus kommt, der in die richtige Richtung fährt. Das dauert nicht länger als zwei Minuten und schon sitzt man in einem Minibus. Manchmal sogar klimatisiert aber immer mit lauter, meist guter Musik, die dann den Busfahrer ungemein beflügelt. In Deutschland zugelassen für 8 Personen, transportieren diese Kleinbusse, je nach Körperfülle der Gäste, zwischen 12 und 20 Personen. Schulkinder sitzen auch schon mal übereinander.
Gestern wollten wir dann einen Ausflug in den Süden der Insel machen, um uns mit den Örtlichkeiten schon mal vertraut zu machen. Alle Reiseführer schwärmen von den Stränden im Süden, den Korallenriffen und den unvergesslichen, karibischen Landschaften.
Charlotteville liegt ganz im Norden der Insel und die Busse fahren nach ungefährem Zeitplan. Morgens um 10:30 sollte es los gehen. Um 11:00 kommt ein schicker, neuer Bus mit getönten Scheiben, Klimaanlage und schon von weitem zu hören, guter Musik.
Wir, zusammen mit Reiner und Beate, steigen ganz unbeschwert ein.
Dieses Gefühl hielt allerdings nur bis zur übernächsten Kurve an. Da die Insel ziemlich gebirgig ist, geht es mit 18 Prozent Steigung in die Haarnadelkurven. Wer denkt dass bergab gebremst wird, hat falsch gedacht. Trotz Klimaanlage Stufe drei tritt mir alsbald der Schweiß auf die Stirn. Beate, in der Sitzreihe vor mir, wird von Panik gepackt und verlässt bei nächster Gelegenheit fluchtartig den Bus. Wir bleiben sitzen, denn die Einheimischen sind so relaxt, dass die einen schlafen und die anderen stimmgewaltig den Gesang aus dem Radio begleiten. Also denken wir uns, es wird schon gut gehen.
Heil im Süden angekommen, sind wir ziemlich enttäuscht von dem was wir an Stadt, Strand und karibischen Landschaften sehen.
Jetzt war es Zeit wieder zurück zu fahren. Es war gar nicht einfach einen Minibus in Richtung Norden zu bekommen. Nach einer Stunde des Wartens hatten wir die Hoffnung fast schon aufgegeben. Dann kam er, neu, weiß mit getönten Scheiben, klimatisiert und diesmal, es ist kaum zu glauben, mit Fernseher. Nicht nur für die Gäste, sondern auch einen kleinen für den Fahrer.
Wir ahnten schon Schreckliches. Aber wir wollten zurück zum Schiff. Und entgegen unserer Befürchtung hatten wir das Glück einen besonnen Fahrer zu haben, der die Kurven ausgefahren, bergab gebremst und auch sonst die vorgeschriebene Geschwindigkeit gefahren ist. Jens konnte einen James Bond sehen, den er noch nicht kannte und ich konnte diesmal die schöne Landschaft entlang der Küste bewundern.
Wer sagt es denn, es geht doch.
Die Strände sind zwar schön, aber hier haben es die Hotels geschafft bis ans Wasser ihren Zaun zu ziehen und somit die schönsten Plätze der Öffentlichkeit vor zu enthalten. Überall sind Buden und Verkaufsstände, wir kommen uns ein wenig wie im Süden von Teneriffa vor. Nachdem wir dann auch noch angesprochen wurden, ob wir Interesse an einem Nebenverdienst hätten und dafür nur ein paar Diamanten zu schmuggeln, ist uns die Lust auf diesen Teil der Insel vergangen.
Heute ging es dann mit dem Bus mal wieder einen Wasserfall erwandern. Zusammen mit den Crews der "Blue Lilly" und "Balou" brachten wir es auf 8 Personen und brauchten den halben Kleinbus für uns (wieder ein 8-Sitzer). Die Argyle-Wasserfälle sind eindrucksvoll, mit eindrucksvollen Eintrittspreisen und flankierenden Angeboten. Wellington boots for rent....
Nach ausgiebigem Badevergnügen und einem Bummel durch den Ort ging es dann wieder mit dem Minibus zurück nach Charlotteville. Britta und die Blue-Lilly´s sind kurz vor Charlotteville ausgestiegen um noch 15 Kg Mangos zu sammeln, die dann an Bord zu Mango-Rum verarbeitet wurden. Zum Frühstück gab es Mango-smoothie und Mangomarmelade. Heute Abend dann Mango-Rum auf Eis zum BBQ.


Fischer holen ihre Netze am Strand von Charlotteville ein.

 

Dienstag, 24. Mai 2016

Bye bye Grenada /Bilder

 Die Party in der Bierbrauerei entwickelte sich dann doch zum (be)rauschenden Abend..



 Wegbegleiter auf dem Weg zu den Ammendale-Waterfalls. Dort, zu viert im Whirlpool werden wir dann auch mit Handschlag von Wilhelm und Sandy begrüsst. Das junge Paar hat viel Spaß und will unbedingt ein Foto von uns 4ren.

Endlich wieder die langersehnte Süßwasserdusche.

Fehlt nur Shampo und Spülung. Aber wer weiß, was das für ökologische Auswirkungen hier hätte. Vermutlich wäre die Badewanne voller Schaum übergelaufen.

Erste Eindrücke auf Tobago........
Lili und Balou in der " Man of War Bay " auf 15m Wassertiefe.

Zwischen dem ursprünglichen Norden der Insel, wo das Wetter schlechter, die Leute netter und das Leben deutlich angenehmer ist und dem touristisch erschlossenem Süden fällt uns die Wahl leicht. Wir werden die nächste Woche hier in der Gegend bleiben und vielleicht mal wieder einen Wasserfall besuchen ;-).

Sonntag, 22. Mai 2016

Bye bye Grenada

Die letzten Tage auf Grenada waren mit Sightseeing, baden in Wasserfällen und Party, inkl. Tanz auf den Tischen, recht kurzweilig.

Der Besuch einer Brauerei hat sich zu einem rauschenden Fest entwickelt, entsprechend anstrengend wurde der nächste Morgen.ohhje....
Dann ging alles ziemlich schnell. Tagelang hatten wir überlegt wann die günstigsten Windbedingungen für die Überfahrt nach Tobago sein würden. Immerhin ist die vorherrschende Windrichtung um Ost und wir wollen nach Südost.  Das hrwreißt, wir müssen hoch am Wind segeln bzw. kreuzen um die 80 Meilen bis nach Tobago zu kommen. 
Mit Elvira und Alfons wollten wir zusammen los. Jens hat sich schon auf eine kleine Regatta mit den erfahrenen Elbseglern der Murada gefreut. Jetzt sollte sogar das Unterwasserschiff gesäubert werden, die neue Genua aufgezogen und Lili startklar gemacht werden. Wettbewerb lässt müde Geister munter werden. Die Taktik wurde täglich besprochen.  Zwischen den Inseln laufen bis zu 4 Kn. Strom gegenan. Die Strömung ist überwiegend durch den Äquatorialstrom geprägt und nur an ausgesuchten Stellen tidenabhängig.
Der Wetterbericht verschlechterte sich von Tag zu Tag. D.h. zu dem recht starkenWind, der in Böen bis 26 kn von Wetterwelt prognostiziert wurde, sollte dann auch noch viel Regen kommen und in den nächsten Tagen sollte die Wellenhöhe auf bis zu 3 m zunehmen. Also "now or never".
Leider hatten Elvira und Alfons  Sorge mit ihrem Schiff die erforderliche Höhe, um die Strecke in einem Tag zu schaffen, nicht laufen zu können und haben sich entschieden auf Grenada zu bleiben.
In aller Frühe haben wir nochmal Wetterbericht gehört und uns spontan entschieden loszufahren.
Es wurde kein Unterwasserschiff sauber gemacht, die ausgeleierte alte Genua 3 blieb angeschlagen und zum Einkaufen kamen wir auch nicht mehr. Das sollte sich rächen.
Sturmfest, mit der kleinen Fock am Kutterstag und einem Reff im Großsegel sind wir um 12:00 am Donnerstag losgefahren. 82 sm lagen vor uns. Das sollte wohl kein Problem sein. 
Jens hat sich überlegt erst 2 bis 3 Std nach Südost  zu fahren, um dann einen Schlag nach Norden zu machen, an Grenada entlang Höhe zu hohlen, um von dort aus den Kurs auf Tobago anlegen zu können.
Es sind 18 kn Wind aus Ost und wir dümpeln mit 3 Kn durch das Wasser. 
Als erstes wird die kleine Fog geborgen und die alte Genua soll uns hoch am Wind nach vorne schieben. Das reicht hinten und vorne nicht, wir werden nicht merklich schneller. Also wird das Großsegel ausgerefft. Jetzt legt Lili stolze 4 Kn vor. 
Da war doch noch was ????? Lili hält sich wie ein Schwamm am Wasser fest und zeigt uns deutlich was es bedeutet mit einem bewachsenen Unterwasserschiff segeln zu wollen. 
Bis zum Einbruch der Dunkelheit nach 7 Std Richtung Nord haben wir uns dem Ziel gerade mal 8sm genähert. Wir befürchten schon zwei Tage unterwegs zu sein. 
Als wir Kurs auf Tobago nehmen, nimmt der scheinbare Wind auf bis zu 28 Kn zu und endlich sehen wir 5-6 kn über Grund. Und das in die richtige Richtung! Am nächsten Morgen erreichen wir das wolkenverhangene Tobago. Uns fehlen 11 Meilen Höhe und wir motoren 3 Std. unter Land gegen bis zu 30 kn Wind. Gut für die Batterien!
Um 9 Uhr erreichen wir die " man of war bay" und ankern zusammen mit Balou vor Charlotteville. Beate und Reiner sind schon ein paar Tage hier und empfangen uns mit Mango-Crepes zum Frühstück. Karibik pur-ohne Hotels, Charterkatamarane und ohne Touristen. Unglaublich freundliche Leute. Jeder im 1000-Seelen-Ort weiß um die 3 Yachten in der Ankerbucht. Gestern hat Gail, sie betreibt allein ein kleines Restaurant mit 3 Tischen, für uns gekocht. Besser haben wir in der Karibik noch nicht gegessen.  Und als wir Abends fragten, wo es Lobster zu kaufen gebe, meinte sie, sie wird fragen.
Heute morgen um 7:30 wurden zwei dieser leckeren Tiere am Boot angeliefert. Hier gibt es keine Schonzeit wie auf Grenada.

Dienstag, 17. Mai 2016

Pfingsten und der Kirchgang

Nicht dass man jeden Tag weiß welchen Tag wir haben, geschweige denn welches Datum, so haben wir doch mitbekommen, dass Pfingsten vor der Tür steht. Das war Anlass genug uns nach einer Kirche umzusehen, um einen Gottesdienst besuchen zu können. Wir Frauen waren uns mit diesem Vorhaben recht schnell einig. Die Männer waren mit der Euphorie allerdings sehr verhalten.
Aber unser Plan war gefasst und sollte in die Tat umgesetzt werden. Wir hörten, dass um 10:30 der Gottesdienst los gehen sollte. Um nicht unangenehm aufzufallen sollte die Garderobe angemessen sein. Die Frauen im Kleid und die Männer in langer Hose 😰.
Wir holen Alfons und Elvira ab und müssen feststellen, dass Alfons die Kleiderordnung nicht ernst genommen hat.
Auf dem Weg zur Kirche hörten wir von irgendwoher Gesang, der ein Gospelkonzert in den Schatten stellen kann. Wir folgen der Musik die aus einem ganz einfachen Haus kommt und stehen fragend in der Gegend rum. Es macht den Anschein, dass es eine private Feier ist. Ein Mann, feierlich im Anzug gekleidet, kommt  auf uns zu und fragt was wir suchen. Wir erzählen ihm dass wir zur Kirche auf der anderen Strassenseite wollen. Er schaut uns an und erklärt dass wir 3 Stunden zu spät sind.
Die Gesichtszüge der Männer entspannen sich schlagartig, allerdings nur für kurze Zeit, da dieser Mann uns freundlich einlädt an ihrem Gottesdienst in dem kleinen Haus teilzunehmen.
Sofort nehmen Elvira und ich das Angebot an und steuern auf das Gebäude zu. Jens und Alfons folgen zögerlich.
Uns wird ein Platz zugewiesen und kaum dass wir sitzen werden wir auch schon mit Handschlag und Küsschen willkommen geheißen. Die Leute sind alle festlich gekleidet, Männer im Anzug, Frauen mit Kostüm und Hut und die Kinder in feinen Kleidern.
Anstelle einer Orgel wird Schlagzeug gespielt. Gesungen wird, was das Zeug hält. Der Text wird per Beamer an die Wand geworfen, so dass wir auch mitsingen können. Der Gesang wird immer lauter und intensiver. Es wird geklatscht und getanzt, die Menschen sind ganz erfüllt von ihrem Glauben.
Leider halten die Männer nicht lange aus und verlassen das Geschehen. Als nach zwei Stunden das Ende immer noch nicht in Sicht war, die Männer etwas übel gelaunt im Schatten eines Baumes ausgeharrt hatten, sind wir dann auch gegangen. Das war Schade, wir hätten dem Pfarrer gerne für seine Freundlichkeit gedankt und ihm gesagt, wie sehr uns die Art und Weise den Gottesdienst zu zelebrieren gefallen hat.

Sonntag, 15. Mai 2016

Grenada rund

Nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Bus.
Beate hat einen Taxifahrer gefunden der uns zu  einem guten Preis einen Tag über die Insel kutschiert und überall dort anhält, wo wir gerne hin wollen. Das heißt natürlich erst einmal den Reiseführer nach den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu befragen. Elvira hat gleich drei Reiseführer und somit ist die Qual der Wahl groß. Immerhin sind wir 9 Leute und jeder hat seine Vorlieben.
Wir werden uns einig. Also stehen die " Seven Sister Wasserfälle " auf dem Programm. Nach Auskunft des Reiseführers sind gute Schuhe und etwas Kondition für die Wanderung dorthin notwendig. Der Busfahrer, der ausnahmsweise einen ruhigen, angenehmen Fahrstil hat, bringt uns über kleine schmale Wege bis zu einem Punkt, wo das Auto nun wirklich nicht mehr weiter kann. Ein Tourguide  kommt und rät uns dringend einen Stock zu benutzen. Das erweist sich dann auch als hilfreiches Werkzeug auf dem teils matschigen aber auch steilen Wegen.





Gut dass die Regenzeit noch nicht eingesetzt hat, sonst hätten wir nur hin rutschen können.
Am unteren Becken der Wasserfälle total verschwitzt angekommen, genießt der ein oder andere unserer Gruppe ein erfrischendes Bad. Keiner war allerdings so mutig von der Wasserfallkante 15m nach unten zu springen.


Als nächstes Ziel stand nun, von allen heiß ersehnt, die Besichtigung der Rum Destillerie an.
Aber erst musste sich gestärkt werden. Schließlich wollten wir ja zur Rumverkostung.
In einem kleinen lokalen Restaurant gab es dann etwas zu essen. Hierzu muss ich sagen, bin ich von der karibischen Küche enttäuscht. Wir dachten gerade auf Grenada, der Insel der Gewürze, eine Küche mit exotischen und raffinierten Gerichten vor zu finden. Aber auch hier ist es, wie in der gesamten Karibik. Es gibt Reis, Kartoffeln, Nudeln, vielleicht etwas Salat und einen Hauch von Gemüse und dazu wahlweise Huhn, Fisch oder wie gestern Lamm. Es ist sättigend und damit erfüllt es seinen Zweck.
Nach weiteren gefühlten 100 km kommen wir zur ältesten Destillerie der Insel. Dort wird noch auf traditionelle Weise der Rum hergestellt. Immerhin sind die Maschinen noch ein Erbe der Engländer aus dem Jahre 1780, mit denen heute noch genauso wie damals das Zuckerrohr zu Rum verarbeitet wird. Allerdings mit 75 Prozent Alkohol, für uns kaum trinkbar. Da der Rum mit diesem Alkoholgehalt nicht im Flugzeug mitgenommen werden darf, hat man für die Touristen kurzerhand auf 68 Prozent verdünnt. Wir finden allerdings Gefallen an dem Schokoladenrum. Mit lächerlichen 14 Prozent gerade mal richtig einen kleinen Schluck zum Nachtisch.







Da Grenada berühmt ist für seine Schokolade, führt der nächste Stop zur Schokoladenmanufaktur. Leider steht auch hier am Freitagnachmittag die Produktion still und wir bekommen nur eine theoretische Führung. Was beachtlich ist, erst 2014 wurde die Manufaktur eröffnet. 30% des Kapitals hält ein Amerikanisches Ehepaar und 70% die einheimischen Farmer. Die Schokolade hat einen Kakaoanteil von 100 bis 60 % und hat wenig mit dem zu tun, was Lindt und Nestle' zu bieten haben. Beim anschließendem Schokoladen-Smoothie kann man die Qualität der Schokolade wahrlich auf der Zunge spüren.
Dieses Projekt wird wachsen und erfolgreich werden. Hoffen wir mal, dass es mehr solcher Initiativen geben wird.


Diese Frucht ist eine echte Überraschung. Reif geöffnet ist sie fruchtig sauer und die scheinbar unversehrbaren Kerne werden ca. eine Woche an der Luft getrocknet, dann geröstet, emahlen und zu Schokolade unbd Kakaobutter verarbeitet.



Im Moment ist Mangozeit. Die Mangos hängen an den Bäumen wie die Kugeln am Weihnachtsbaum. Würden sie leuchten, wäre die Insel ein einziges Lichtermeer. Wir fragen uns was passiert mit diesen Tonnen von Früchten. 10 % werden geerntet und der Rest verfault. Es gibt heute keine Fabrik mehr, die die Früchte verarbeitet. Der Saft der hier getrunken wird, wird aus Trinida importiert. Verrückte Welt.
Eigentlich hatten wir noch die Muskatnuss Fabrik auf dem Plan. Allerdings ist es schon nach 16.00 und alles hat geschlossen. Wir sind so erschlagen, dass wir nur noch zurück wollen und die Beine in kaltes Wasser hängen.
Endlich an der Marina angekommen, versammelt sich schon eine Menschenmenge, um der gleich stattfindenden Steel Drum Musik zu lauschen. Das dürfen wir auf keinen Fall verpassen. Wir schnappen uns einen Tisch, bestellen ein kühles Bier und lassen die Musik wirken.

Nicht genug mit Steel Drum, nein gleich im Anschluss kommt ein junger, gut aussehender Musiker der den restlichen Abend Alles gibt, um uns den Karibischen Rhythmus fühlen zu lassen.
Alles in allem ein praller Tag.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Temperaturen und der Concord Wasserfall

37 Grad im Schiff. Das kann schon mal sein, wenn wir zurück zum Schiff kommen und aufschliessen. Normal sind tagsüber 32 Grad. 28 Grad wird schon als frisch empfunden. Da würde keiner mehr baden gehen. Morgens 30 Grad-gefühlt perfekt! Kaum zu glauben, wie sehr wir uns an diese Temperaturen gewöhnt haben. Aber gestern sind wir mit dem Bus auf Erkundungstour gegangen. Zunächst ging es nach Gouyave, einem kleinen Ort an der Westküste. Hier gibt es die letzte Nutmeg -Factory der Insel. Vor dem Hurikan Ivan (2011) gab es noch drei dieser Firmen, die Mußkatnüsse bearbeiten und versenden. Der Hurrikan hatte 90% der Nutmeg-Bäume umgelegt.
Die Frucht ist sehr bemerkenswert. Aus der Schale wir Marmelade/Jelly gemacht, die Mace, eine knallrote Hülle der Nuss, ist Rohstoff für Gewürze, Sirup und für die kosmetische Industrie. Die Nuß geht auf Rhumpunch oder Blumenkohl-Das kennt jeder.

Die dann folgende 6km Wanderung zum Concord-Wasserfall hat uns an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht. Es ging steil bergauf.

Grenada ist eine wunderschön grüne Insel. Wenn es ab und an mal für einige Minuten im Regenwald regnet, empfinden wir das eher als angenehme Abkühlung. Britta die Bergziege kennt da keine Gnade und ich hätte mich am Liebsten mit vorgetäuschten Ohrenschmerzen am Wegesrand in den Schatten gesetzt und gewartet..... Aber Alfons Augentropfen haben gute Arbeit geleistet und außer einem etwas gedämpften Hörempfinden ist alles gut.
Was dann kam war aber alle Mühe wert.
Der Wasserfall mündet in einen wunderbaren Badepool. Und weil wir komplett alleine hier oben waren konnten wir uns herrlich abkühlen.


Zu unserem Glück kamm dann noch der Security-Mensch des eigentlich geschlossenen Kiosks und fragete, ob wir vielleicht ein kaltes Getränk haben möchten? Das war echt super und wir konnten den Rückweg durch die Plantagen gemächlich bergab geniessen.
Zurück beim Dinghi hatten wir dann auch noch einen netten Plausch mit einer einheimischen Frau, die uns den Fish-Friday in Gouyave sehr an Herz legte. Freitags gibt es Fish BBQ und live Musik...
Da werden wir dann hinfahren.


Montag, 9. Mai 2016

Im Krankenhaus

Leider habe ich (Jens) seit mehr als zwei Wochen eine ziemlich lästige Ohrentzündung. Nach einer Packung entsprechender Antibiotika sah es zunächst gut aus. Zwei Tage später und nach einigen Schnorchelgängen war das Elend wieder vollkommen... Nun gab es antibiotische Augentropfen, das liegt ja sozusagen nahe am Ohr und kann ja wohl so falsch nicht sein.
Besser als in St. Gorges kann die Infrastruktur hier in der Gegend kaum sein. Also machen wir uns auf den Weg Hilfe zu bekommen. Die Apotheken geben ohne Rezept nichts raus. Die Frage nach dem Ohrenarzt wird nur mit einer Telefonnummer beantwortet, Adressen gibt es nicht. Aber im Krankenhaus gibt es kostenlose Behandlung, auch am Wochenende! Wir machen uns auf den Weg und steigen den Berg zum Krankenhaus hinauf. Wir folgen einer frischen Blutspur-praktisch.
Das Gebäude sieht nicht wirklich vertrauenerweckend aus. Im Flur liegt mehr Blut am Boden und als wir endlich in der Aufnahme ankommen, finden wir viele wartende Patienten aber kein ärztliches Personal.




Britta war dann auch zu überzeugen, dass es in diesem Fall bei der Besichtigung des Krankenhauses bleiben sollte.




In der nächsten Apotheke gab es wieder nichts ohne Rezept aber uns wurde ein Medical Centre empfohlen, bei dem wir Montag vielleicht auch einen Ohrenarzt treffen können......