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Sonntag, 15. Mai 2016

Grenada rund

Nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Bus.
Beate hat einen Taxifahrer gefunden der uns zu  einem guten Preis einen Tag über die Insel kutschiert und überall dort anhält, wo wir gerne hin wollen. Das heißt natürlich erst einmal den Reiseführer nach den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu befragen. Elvira hat gleich drei Reiseführer und somit ist die Qual der Wahl groß. Immerhin sind wir 9 Leute und jeder hat seine Vorlieben.
Wir werden uns einig. Also stehen die " Seven Sister Wasserfälle " auf dem Programm. Nach Auskunft des Reiseführers sind gute Schuhe und etwas Kondition für die Wanderung dorthin notwendig. Der Busfahrer, der ausnahmsweise einen ruhigen, angenehmen Fahrstil hat, bringt uns über kleine schmale Wege bis zu einem Punkt, wo das Auto nun wirklich nicht mehr weiter kann. Ein Tourguide  kommt und rät uns dringend einen Stock zu benutzen. Das erweist sich dann auch als hilfreiches Werkzeug auf dem teils matschigen aber auch steilen Wegen.





Gut dass die Regenzeit noch nicht eingesetzt hat, sonst hätten wir nur hin rutschen können.
Am unteren Becken der Wasserfälle total verschwitzt angekommen, genießt der ein oder andere unserer Gruppe ein erfrischendes Bad. Keiner war allerdings so mutig von der Wasserfallkante 15m nach unten zu springen.


Als nächstes Ziel stand nun, von allen heiß ersehnt, die Besichtigung der Rum Destillerie an.
Aber erst musste sich gestärkt werden. Schließlich wollten wir ja zur Rumverkostung.
In einem kleinen lokalen Restaurant gab es dann etwas zu essen. Hierzu muss ich sagen, bin ich von der karibischen Küche enttäuscht. Wir dachten gerade auf Grenada, der Insel der Gewürze, eine Küche mit exotischen und raffinierten Gerichten vor zu finden. Aber auch hier ist es, wie in der gesamten Karibik. Es gibt Reis, Kartoffeln, Nudeln, vielleicht etwas Salat und einen Hauch von Gemüse und dazu wahlweise Huhn, Fisch oder wie gestern Lamm. Es ist sättigend und damit erfüllt es seinen Zweck.
Nach weiteren gefühlten 100 km kommen wir zur ältesten Destillerie der Insel. Dort wird noch auf traditionelle Weise der Rum hergestellt. Immerhin sind die Maschinen noch ein Erbe der Engländer aus dem Jahre 1780, mit denen heute noch genauso wie damals das Zuckerrohr zu Rum verarbeitet wird. Allerdings mit 75 Prozent Alkohol, für uns kaum trinkbar. Da der Rum mit diesem Alkoholgehalt nicht im Flugzeug mitgenommen werden darf, hat man für die Touristen kurzerhand auf 68 Prozent verdünnt. Wir finden allerdings Gefallen an dem Schokoladenrum. Mit lächerlichen 14 Prozent gerade mal richtig einen kleinen Schluck zum Nachtisch.







Da Grenada berühmt ist für seine Schokolade, führt der nächste Stop zur Schokoladenmanufaktur. Leider steht auch hier am Freitagnachmittag die Produktion still und wir bekommen nur eine theoretische Führung. Was beachtlich ist, erst 2014 wurde die Manufaktur eröffnet. 30% des Kapitals hält ein Amerikanisches Ehepaar und 70% die einheimischen Farmer. Die Schokolade hat einen Kakaoanteil von 100 bis 60 % und hat wenig mit dem zu tun, was Lindt und Nestle' zu bieten haben. Beim anschließendem Schokoladen-Smoothie kann man die Qualität der Schokolade wahrlich auf der Zunge spüren.
Dieses Projekt wird wachsen und erfolgreich werden. Hoffen wir mal, dass es mehr solcher Initiativen geben wird.


Diese Frucht ist eine echte Überraschung. Reif geöffnet ist sie fruchtig sauer und die scheinbar unversehrbaren Kerne werden ca. eine Woche an der Luft getrocknet, dann geröstet, emahlen und zu Schokolade unbd Kakaobutter verarbeitet.



Im Moment ist Mangozeit. Die Mangos hängen an den Bäumen wie die Kugeln am Weihnachtsbaum. Würden sie leuchten, wäre die Insel ein einziges Lichtermeer. Wir fragen uns was passiert mit diesen Tonnen von Früchten. 10 % werden geerntet und der Rest verfault. Es gibt heute keine Fabrik mehr, die die Früchte verarbeitet. Der Saft der hier getrunken wird, wird aus Trinida importiert. Verrückte Welt.
Eigentlich hatten wir noch die Muskatnuss Fabrik auf dem Plan. Allerdings ist es schon nach 16.00 und alles hat geschlossen. Wir sind so erschlagen, dass wir nur noch zurück wollen und die Beine in kaltes Wasser hängen.
Endlich an der Marina angekommen, versammelt sich schon eine Menschenmenge, um der gleich stattfindenden Steel Drum Musik zu lauschen. Das dürfen wir auf keinen Fall verpassen. Wir schnappen uns einen Tisch, bestellen ein kühles Bier und lassen die Musik wirken.

Nicht genug mit Steel Drum, nein gleich im Anschluss kommt ein junger, gut aussehender Musiker der den restlichen Abend Alles gibt, um uns den Karibischen Rhythmus fühlen zu lassen.
Alles in allem ein praller Tag.

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