Faurby 396 for sale

Sonntag, 30. Oktober 2016

30.10.16 Die Stimmung und der Müll in Trinidad


Hier in Chaguaramas auf Trinidad dreht sich jetzt alles darum die Schiffe möglichst schnell wieder reisefertig zu machen und ins Wasser zu bringen. Die Stimmung ist eine ganz andere als vor der Hurrikansaison. Im Mai warteten alle auf ihre Heimflüge und die meisten Segler/innen hatten Zeit und Lust Verabredungen zu treffen. Grillen oder gemeinsame Ausflüge waren an der Tagesordnung. Jetzt ist es viel heißer und die Morgen-und Abendstunden werden für Arbeiten am Schiff genutzt. Alle freuen sich bald wieder in irgendeiner Bucht ihren Anker fallen zu lassen und ins Wasser springen zu können.
Trinidad ist nach wie vor für uns Touristen außerhalb geführter Sightseeing-Touren oder der Innenstadt von Port of Spain gefährlich. Dazu kommt der allgegenwärtige Müll im Wasser. An Land werden die Werften schön sauber gehalten, alle anderen Gebiete sind für unser Auge eher deprimierend dreckig. So was haben wir als Pauschaltouristen noch nie gesehen. Egal wo wir Urlaub gebucht hatten, wurde der Strand oder Natur für die Touristen sauber gemacht. Hier nicht. Das Ergebniss ist erschreckend-überall Plastikmüll. 
Die Werften hier klagen über deutliche Umsatzeinbrüche. Die Gründe dafür sind nicht nur, aber auch bei den Behörden und der Gefahrenlage zu suchen. Trotzdem ist Trinidad und ganz besonders Peakes Yacht Service eine gute Adresse das Boot während der Hurrikansaison sicher aufzubewahren. Wir treffen uns abends mit anderen Crews in den werftzugehörigen Kneipen und lassen es uns gut gehen. Hier haben wir auch Francine und François, unseren französischen Freunden, in deren Dinghi wir im Maroni River überfallen wurden, ihren Fotoapparat  endlich wieder geben können. 

Samstag, 29. Oktober 2016

29.10.16 Trinidad-Lili schwimmt

Lili schwimmt!


Und wir auch. Nachdem Jens bei brütender Hitze das Unterwasserschiff gestrichen hat, konnte Lili heute morgen wie verabredet ins Wasser zurück. Wir waren auch dieses Mal erstaunt mit welcher Professionalität hier gearbeitet wird. Auch wenn Lili eins der kleinen Boote ist, die hier zu Wasser gelassen werden, erfährt sie die gleiche Sorgfalt wie die großen, schweren und dicken Schiffe.
Jetzt kann ich mich so langsam wieder an die Schiffsbewegungen gewöhnen. 
Leider mussten wir die Klimaanlage abbauen, da wir nicht den passenden Stecker für den Landstrom haben. Wir versuchen uns mit großen Planen vor der Sonne zu schützen. Die Temperatur im Schiff klettert so langsam auf 38 Grad und wir schwimmen im eigenen Saft. Morgens zwischen 6:00-9:00 können wir am Schiff arbeiten und dann warten wir bis die Sonne unter gegangen ist. Die Restwärme im Schiff hält sich allerdings bis tief in die Nacht.
Wenn wir alles wieder an Ort und Stelle haben und Alfons und Elvira, die Montag aus Cuxhaven hier anreisen, in Empfang genommen haben, werden wir voraussichtlich Donnerstag weiter nach Norden segeln und in das karibische Leben abtauchen.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

26.10.16 Bleiberecht auf Trinidad- nun doch!

Jetzt haben wir erst mal 12 Std am Stück geschlafen und schon sieht die Welt anders aus.
Erst einmal sind wir froh, dass Lili die Saison gut überstanden hat. Außer ein paar Kratzer in der Außenhaut ist nichts passiert. Zum Glück keine 🐜🕷, alles clean.
Kein Schimmel, die Klimaanlage hat gute Dienste geleistet. Nur im Niedergang hat das tropische Klima das Schiebeluk aufschwellen die lassen, dass wir es nicht mehr öffnen können. Die Haustür klemmt, also krabbeln wir im Moment rückwärts auf allen Vieren ins Schiff. 
Wichtiger ist uns im Moment, dass wir für Trinidad nun endlich eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben. Heute hatten wir um 10:00 ( und keinen Moment später ) einen Termin bei der Immigration in Port of Spain. Die genaue Adresse kannten wir nicht. Als wir in der angegeben Straße ein schickes Bürogebäude erblickten, vor dem sich eine Menschentraube versammelte, waren wir richtig.
Vorbei an der Menge ging es zum Schalter. Wir erklären unser Anliegen, zeigen die vielen Zettel die wir bis jetzt ausgefüllt hatten, dem Ergebnis, dass die junge Dame uns erklärt, wir könnten mit diesem Zettel bis Januar bleiben.
Wir sind ziemlich überrascht, aber ohne den Stempel im Pass glauben wir gar nichts.
Wir bitten sie uns den Stempel zu besorgen.
Während wir warten, kommt eine andere Autoritätsperson und erklärt uns, dass wir dem Dresscode nicht entsprechen und morgen noch mal wieder kommen sollen. Diesmal mit langer Hose und bedeckten Schultern. Ich bekomme Schnappatmung. Morgen ist unsere Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen.
Das heißt umgehend das Land verlassen oder ab ins Gefängnis. Reiner von Balou kann davon ein Lied singen. Er musste einen Tag nach Grenada fliegen, um erneut einzureisen-kein Scherz!
Unsere Geduld ist ziemlich strapaziert. Wir bestehen auf die Erledigung des Falles.
Im Büro der Obrigkeit angekommen, werden wieder Zettel ausgefüllt und endlich kommt der ersehnte Stempel in unsere Pässe.
Erst müssen wir allerdings zum Copyshop und alle aktuellen Seiten im Pass kopieren lassen und der Dame im Immigration office bringen, bevor wir endgültig sicher sein können, dass alles geklappt hat.
Schade dass diese Bürokratie das Leben hier für uns so schwer macht. Wir haben das Gefühl nicht unbedingt willkommen zu sein. Letztes Jahr haben hier noch 5000 Yachten den Sommer verbracht. In diesem Jahr sind es noch 1000.
Schade für die Menschen hier bei Peaks, die alle so freundlich und hilfsbereit sind. Das vertraute " Hey Darling " begegnet einem genauso wie, nice to see you again.
Wir wollen jetzt möglichst schnell die Arbeiten am Schiff erledigen und Lili schnell wieder ins Wasser bringen.


  1. Abends im "Wheelhouse" ist es dann aber wieder wirklich schön. Gutes Essen und Caribisches Flair-wir kommen langsam an und gewöhnen uns an die täglichen 35 Grad Lufttemperatur.

Dienstag, 25. Oktober 2016

24.10.16 Aus eins mach zwei


Oder wie schnell aus 12 Std Reisezeit 24 werden.
Alles fängt schon etwas eigenartig an. Am Frankfurter Flughafen nehmen wir nicht den üblichen Weg durch die Sicherheitsschleuse, sondern werden an einer eher provisorischen Schleuse direkt in einem einzelnen Warteraum abgefertigt. Nur ein kleiner Kiosk sonst nichts. Kein Duty Free, keine Shoppingmall. 
Pünktlich geht das Boarding los. Über den Lautsprecher tönt " Boarding kompletet ", na wer sagt es denn. Doch dann passiert erst mal nix mehr. 
Dann erneut die sanfte , etwas leiernde Stimme aus dem Lautsprecher, aber nicht wie erwartet mit den Sicherheitsinstruktionen, sondern mit der eher schlechten Nachricht, dass die Toiletten verstopft sind und die Reparatur leider erfolglos war. 😳
Im ersten Moment haben wir das noch als Scherz abgetan. Dann kam aber die Aufforderung unsere Sachen zu packen und die Maschine zu verlassen. 
Nach geraumer Zeit hat man uns wissen lassen, dass es etwas dauern wird, bis das Gepäck umgeladen ist, da die Ersatzmaschine sich im Aussenbereich befinde und zudem erstmal startklar gemacht werden muss.
300 Passagiere stehen Schlange vor dem kleinen Kiosk, irgendwie muss man sich ja die Zeit vertreiben. Zwei Stunden später ist dann alles startklar.
Die gute Nachricht ist, dass das Premium Fernsehprogramm auch der Holzklasse heute zur Verfügung steht und alkoholische Getränke frei sind. Jetzt meckert keiner mehr.
Der Pilot hat alles gegeben und eine Stunde wieder raus geholt. Wir hofften unseren Anschlussflug nach Trinidad noch zu bekommen. 
Aber wir sind in der Karibik angekommen. Hier hat keiner Eile, sodass es schon mal eine gute Stunde dauert bis wir durch die Passkontrolle sind. Noch mal eine weitere Stunde bis die Dame vom Zoll ein weiteres Papier ausgefüllt hat und uns mit dem Hinweis, sofort nach der Landung in Trinidad dort bei der Zollbehörde vorstellig zu werden, aus der Ankunftshalle entläßt.
Nicht nur unser Anschlussflug ist weg, weitere 150 Gäste stehen auch vor einen hoffnungslos überfüllten Abfertigungsschalter.
Die kleinen Maschinen die zwischen Tobago und Trinidad fliegen sind hoffnungslos ausgebucht. 
Die Idee die Fähre zu nehmen scheitert daran, dass diese einen Maschinenschaden hat und auch nicht fahren kann.

Nach längerem hin und her ergattern wir noch Bordkarten für die letzte Maschine um 1:45, dass heißt nach MEZ um 7:00 morgens. Dann noch eine Stunde Taxifahrt bis wir zum Schiff kommen werden. wenn es klappt... Jetzt, in der Abflugshalle, dröhnt der riesige Fernseher, ist es tierisch kalt und ungemütlich und die Menschen um uns rum sind auch nicht gerade freundlich. It is not allowed to sit on the trolleys....
12 Stunden waren geplant, 24 sind es geworden. Wir müssen uns noch an die Langsamkeit des Seins gewöhnen. 
Nachtrag: Heute, am nächsten Morgen, Waren wir bei der Imigration in Chaguaramas und haben versucht aus unserer 2-Tages-Aufenthaltsgenehmigung von gestern Abend eine normale 3-Wochen Genehmigung zu machen.... Das ist ein Service, den die Damen im Office hier nicht anbieten. Wir müssen dazu schnellstmöglich in Hauptstadt fahren...... Deutsche Bürokratie ist dagegen ernsthaft Weltklasse!

Freitag, 21. Oktober 2016

21.10.16 Frankfurt, bald geht es weiter....


Schöne Tage an der Nordsee

Kaum zu glauben, aber unsere Zeit zu Hause neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen.
Die Zeit mit der Familie, gemeinsamer Urlaub mit den Kindern und meiner Mutter, Zeit mit Freunden, Zeit für uns zu Hause und an der Nordsee.

Wir sind sehr gerührt über die Gastfreundschaft, die wir mit Kathrin und David ( SY Iris ) in der Schweiz und mit Sybilla und Stefan ( SY Saya ) in Stuttgart erlebten.
Und auch die Zeit in Freiburg mit Anne und Michel und allen anderen alten und neuen Freunden zeigte deutlich, wie schön wir es auch hier haben.
Wir waren so viel auf Achse, im wahrsten Sinne des Wortes 🚗, dass uns die Zeit hier zu Hause fast zu kurz vorkam.
Jetzt sind wir noch bis Montag in Gambach/Frankfurt und fliegen dann gemeinsam mit Annett und Daniel (SY ME) nach Trinidad.
Ich glaube die wichtigste Reisevorbereitung war der Saunatag in Sankt Peter Ording. 
Nachdem uns Beate von Balou schon mal mit den klimatischen Verhältnissen in Trinidad vertraut gemacht hat, haben wir gleich noch einen Saunagang zusätzlich eingelegt.
Berge von Utensilien, die irgendwie mit müssen, stapelten sich im Wohnzimmer. Vom A wie Ameisenköder über O wie O-Ringe ( das sind Dichtungsringe ), M wie Mottenfallen , S wie Schleppgenerator bis W wie Wasserfilter kommen schnell die zulässigen 20 kg pro Person zusammen. 
Im Garten wurden noch die letzten Stauden abgeschnitten und alles winterfest verpackt. 
Wir können beruhigt fahren, denn die guten Geister namens Thorsten und Coco werden sich um den Garten 🌳🍂 kümmern und Carsten unser Backoffice kümmert sich um Post, Haus und Hof.
Trotz der Vorfreude auf die Karibik, Sonne und darauf Segelfreunde wieder zu treffen, fällt mir (Britta) der Abschied zu Hause diesmal doch schwer.