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Donnerstag, 17. November 2016

17.11.16 Bequia ist superschön!

Was macht ihr den ganzen Tag?
Das ist die Frage, die der Ein oder Andere schon mal stellt. Und ehrlich gesagt, ich stelle sie mir auch oft genug. Vor allen Dingen abend's, wenn ein Tag mal wieder vorbei ist. Das hat doch zum Nachdenken geführt und dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, in der Hauptsache sind wir mit lebenserhaltenden  Maßnahmen beschäftigt. Ich  will mal morgens anfangen. Normalerweise geht man zu Hause um die Ecke, zum Bäcker und sucht sich unter zehn verschiedenen Brötchen seine Lieblinge aus. Hier ganz anders. Es gibt keine Brötchen und schon gar keinen Bäcker um die Ecke. Sollte man in einem der vielen kleinen Läden dennoch auf Brot stoßen, hat das den Charakter einen Schwammes in Lehmfarbe. Also heißt das für uns morgens erst mal Brot backen. Nein keine angerührte Brotbackmischung, nein, Weißmehl angerührt mit Hefe und als kleines Schmankerl evtl. ein  paar Kerne aus der Heimat. Dabei ist zu beachten, dass der Mehlvorrat nicht zur Neige geht, denn es kann schon mal sein, dass heute mal gerade das Mehl ausgegangen ist und auf die Fähre gewartet wird, die wieder frisches Mehl bringt. Davon dann bitte nicht zu viel einkaufen, denn mit der Zeit kann  es dann schon mal lebendig werden. Jetzt sind die Frühstücksgewohnheiten bei Jens und mir vollkommen unterschiedlich. Ich bin der herzhafte Typ und Jens der süße Typ. Das verlangt  nach unterschiedlichen  Brotsorten. Bei diesen Temperaturen ist das allerdings schnell gemacht. Das heißt, nur nicht wieder einschlafen, sonst kann der Teig auch schon mal Füße bekommen. Mit anderen Worten, ein gelungenes Frühstück ist schon mal ein ganzes Stück Arbeit. Wenn es dann so gegen zehn Uhr köstlich nach frischem Brot riecht, wird der Tisch gedeckt. Dann musses allerdings etwas fix gehen, sonst schmilzt die Butter. Gut gestärkt gehen wir dann auf Erkundungstour. 

Entweder wandern wir über die Insel, oder wir schauen uns die immer wieder faszinierende Unterwasserwelt an. Und Ruck Zuck ist schon wieder Mittag und der Bauch knurrt. Also schauen wir was der Markt zu bieten hat oder wir suchen eine Kneipe mit hiesigem Mittagstisch. Wobei das karibische Essen keine Abwechslung kennt. Huhn oder Fisch mit Reis und einem Hauch an Gemüse. Gewürzt wird hier eher sparsam. Keine exotischen Gewürze, die gibt es nur bei uns. Daher kochen wir ganz gerne selber und dafür muss man in verschiedene Geschäfte, denn auch das ist nicht wie bei uns, einmal in den Edeka und schon hat man alles. Als nächstes müssen wir sehen wie wir an Wasser kommen. Llili's Wassertank hat 160 Ltr. Wasser. Das Wasser zum Kochen wird in Kanistern gekauft. Im Moment haben wir Glück, denn Wolfgang mit seiner "Oceanwolf ", einem alten, zur Yacht umgebauten Seebäderschiff aus Hamburg, liegt neben uns in der Ankerbucht.  


Dort dürfen wir Wasser zapfen, so dass wir wieder gemütlich duschen können. 


Das nächste Überlebensthema ist Strom. Da brauchen wir zwar nicht selber was tun, aber immer schön darauf achten, dass die Solarzellen ordentlich ausgerichtet sind. Jens legt großen Wert auf sein Mittagsschläfchen und schon ist es Nachmittag. Wenn jetzt nicht die defekte Toilettenpumpe repariert werden muss, oder was sonst immer mal anfällt, genießen wir es lesen zu können und Land und Leute kennen zu lernen. Können wir dann noch irgendwo ein gutes Internet erwischen, um so an die wichtigsten Nachrichten zu kommen und die Verbindung nach Hause zu halten war es wieder einmal ein schöner Tag der um 18:00 mit meist einem spektakulären Sonnenuntergang endet. 
Morgen gibt es einen asiatischen Kochkurs auf Oceanwolf mit anschließend deutschen Butterkuchen. Also ihr seht, wir haben keine Langeweile.

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