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Samstag, 23. Dezember 2017

23.12.2017 Auf der Jagt in Jamaika

Wir jagen unser Ersatzteil-Paket aus Deutschland....
Dank Wiebke und Reimer haben wir schnell für einen kaputt gegangenen Wirbel unserer Rollfock ein Ersatzteil auf den Weg nach Jamaika bringen können. Per UPS direkt an die Errol Flynn Marina. So war es geplant. Als wir nun an Hand der Tracking Nr. feststellen konnten, das Paket hätte den Zielort erreicht, machten wir uns auf den Weg nach Port Antonio. Das sind ca. 50 km schlechte Wegstrecke.
An der Hauptstraße angekommen warteten wir nicht lange auf eine Mitfahrgelegenheit. Diesmal kein Kleinbus, sondern Sandra auf dem Weg von Kingston nach Port Antonio, um zu einer Beerdigung zu fahren. Sandra ist Highschool-Lehrerin und konnte uns auf der fast 2-stündigen Fahrt viel über Jamaika erzählen. Und sie ist ein Abkömmling der Maroon, jener legendären entflohenen Sklaven, denen es gelungen ist in den jamaikanischen Bergen  der Gefangenschaft zu entgehen. Da die Briten diesen Zufluchtsort der Sklaven gar nicht mochten, gab es erbitterte Kämpfe der nahezu wehrlosen Maroons gegen die Besatzer. Auf Seiten der Maroons organisierte „Granny Nanni“ den Widerstand. Sie ist heute die Volksheldin auf Jamaika und ihr Bild ziert die 500$ Banknote. Der heutige Anführer der Maroons ist Collonell Sterling, ein Verwandter von Sandra. Den rufen wir jetzt an, um bei den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten am 06. Januar (Maroon Festival) dabei zu sein.
Angekommen in Port Antonio, mussten  wir feststellen, dass unser Paket nicht da ist, sonder nur die Papiere dazu. Das Paket liegt im Zoll am Flughafen in Kingston. Dort müssten wir es deklarieren und abholen. Ein freundlicher Marinamitarbeiter meinte aber, dazu brauchen wir eine TRN...
Die Taxpayer Registration Number bekamen wir dann im Taxpayer Office. Zum Glück in Port Antonio. Weil an diesem Tag nichts mehr ging, sind wir dann mit dem Bus zurück. Die Strategie des Busfahrers war es, mit möglichst wenig Bodenkontakt über die riesigen Schlaglöcher hinwegzufliegen-fearless driver! Ab und an stießen wir uns die Köpfe an der metallenen Decke des Busses. Wenn ich so fahren würde, gäbe es sehr wahrscheinlich böse Kommentare. Hier herrschte Sprachlosigkeit bei meiner Liebsten.....
Wieder in Port Morant wurden wir dann von dem „Hühnermann“, er heißt Dens, zu einer kleinen Feier eingeladen. Es gab Lokal Food und einen Drink.  Am nächsten Tag ging die Jagt weiter. Auf nach Kingston, ca. 70km mit dem größeren Bus. Erst ins Citycenter. Dann sagte der Busschaffner, Omar, wir könnten hier nicht aussteigen, es wäre für Touristen im Downtown nicht safe. Sie würden uns zum Taxipreis zum Freightcenter am Flughafen fahren. Gesagt, getan. Nach einigen Suchrunden mit dem Reisebus um den Flughafen wurden wir fündig. Im Queens Warehouse lag unser Päckchen.
Die junge Dame vom Zoll wollte, nachdem wir nochmal am UPS-Schalter einige Dollars zahlen müssten, dann 5.000$ (45€) Zollgebühr von uns. Schlauerweise Stand auf unserem Paket ein Zollwert von 20$!?!
Auf meine Nachfrage bei einer älteren Kollegin am Nebentisch hin wurde mir dann ganz leise und persönlich mitgeteilt, dass ich nichts bezahlen müsste. Kurz darauf erschien die junge Dame und erzählte, unter 50$ Warenwert sei der Zoll kostenlos. Super! Hase tot. Wir haben unser Päckchen!
Die Rückfahrt war dann unspektakulär. Britta saß im völlig überfüllten Bus 1 1/2 Stunden auf meinem Schoß. Drei Leute standen in der Einstiegstreppe des Busses bei offener Tür, also “ bus ride as usual...”
Zu Hause angekommen gab es dann von einem Nachbarn ein kleines Geschenk für Britta und ein anderer Nachbar gab uns von seinen Trinknüssen.

Zu guter Letzt hielt noch Warren, der Wasserschutzpolizist, mit seinem Auto an und fragte ob wir uns wohlfühlen auf Jamaika? Er war auch schon am Boot und wollte uns eine Mango bringen......Enjoy Jamaika!

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