Faurby 396 for sale

Mittwoch, 7. Februar 2018

07.02.2018 Cuba aber ohne Handy

Die Überfahrt von Jamaika nach Kuba war überwiegend Motorboot fahren. Wir hatten bewusst Flaute in Kauf genommen, weil es durch die Windwardpassage meistens aus Nord-Ost, also gegenan, kräftig pfeifft...
Nachdem wir den Tag auf Jamaica zusammen mit Rüdiger und Elke mit Sightseeing und Schwimmen verbracht hatten, ging es gegen 17:00 Uhr los. Nach ca. 1 1/2 Stunden erhielten wir über UKW-Funk einen Anruf der "Mein Schiff 6" für die Segelyacht "Lili". Großes Erstaunen an Bord. Wollte uns der Kapitän nun doch zum Captains-Dinner einladen? Nein, einer der Offiziere des Kreuzfahrers richtete Grüße von Dörte und Felix, die auch mit einer Faurby 396 auf großer Reise sind, aus. Das war eine schöne Überraschung. Vielen Dank Dörte und Felix!
Die Einfahrt nach Santiago de Cuba ist schon phantastisch. Rechts liegt die Festung El Morro (Weltkulturerbe)und bewacht die schmale Zufahrt. Herrliche Landschaft, wenig und einfache Bebauung und kristallklares Wasser auch in der verzweigten Hafenbucht. In der Marina angekommen wird erst einmal ein Geschenk, eine Flasche Rum, für den Hafenmeister übergeben.
Das war so: Britta und Elke waren zusammen im Dutyfree Shop auf Jamaika. Die Verkäuferin wollte Britta nichts verkaufen, weil sie nicht von Cruiseship kommt. Elke konnte kaufen, die Ware wäre aber zur Abfahrt der "Mein Schiff 6" angeliefert worden....Die Damen gaben keine Ruhe, sodass der Manager die Sache klärte. Als er hörte, wir segeln nach Santiago, gab er Britta eine Flasche für seinen Freund Felix mit und Britta durfte nach Herzenslust einkaufen.. Ein guter Einstieg auf Kuba ;-)) Und es hat niemanden interressiert, wo Britta die erheblichen Schnapps-Vorräte versteckt hat. Trotzdem kamen natürlich alle Offiziellen an Bord, benahmen sich aber sehr freundlich und auch die obligatorische Schiffsdurchsuchung war eher zurückhaltend als ambitioniert. Als die Dame vom Gesundheitsamt die Fieberkurven ausgewertet hatte, durften wir die gelbe Flagge abnehmen.
Nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Santiago. Das sind ca. 10 km. Auf die Frage, ob ein Buss fährt, kann niemand antworten. Regelmäßigkeiten kennt man nicht. Kann sein, ja, vielleicht in drei oder vier Stunden oder auch gar nicht mehr. Und das Alles obwohl wir kein Wort Spanisch sprechen. Wir warten auf was auch immer. Als ein LKW an uns vorbei fährt, der auf seiner Ladefläche neben Baumaterial auch Menschen transportiert. Uns wird ein Zeichen gegeben, dass wir als " wir kommen zurück " interpretieren. Wir warten....... In der Zwischenzeit gesellt sich Dania zu uns, die uns mit einer unfassbaren Geduld erklären will, wie wir nach Santiago kommen, wo sie arbeitet, dass sie Kinder hat usw. Wie versprochen kommt der LKW zurück. Mit uns krabbeln 10 Kubaner fix auf die Ladefläche und wir hinterher. Jetzt heißt es fest halten. Am Kreisel signalisiert uns Dania auzusteigen. Wir warten auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Bevorzugt ein Bus. Die Kubaner nehmen alles was kommt. Vom Eselskarren, über Mopeds bis zum Fahrrad. Wir quetschen uns in einen total überfüllten Bus und fahren für 25 Cent in die Stadt. Dania weicht nicht mehr von unserer Seite. Sie wird wohl unsere Reiseleiterin für diesen Tag. Wir brauchen unbedingt Geld. Die Bank tauscht ohne Personalausweis noch nicht mal Dollar in CUC (Convertible). Der Automat will uns nichts geben. Ab zur nächten Bank. Dort werden wir noch nicht einmal hinein gelassen. Dank Dania finden wir eine Bank, die gnädig mit uns ist. Hier bekommen wir nur die Touristenwährung CUC, aber nicht die hiesige Währung CUP (Pesos). Die brauchen wir dringend. Mit einem CUC, ca. 1 US$, kann man keine Pizza auf der Straße kaufen, da der Pizzamann nicht wechseln kann. Es wird ein anstrengender Tag und am Ende des Tages wird Jens noch das Handy im überfüllten Bus gestohlen. Und das, obwohl man uns versichert hat, Kuba sei sicher, keiner würde was stehlen, man könnte alles unverschlossen lassen. Dania schleppt uns zu allen möglichen Verwandten, die irgendwie versuchen uns weiter zu helfen. Während des Tages haben wir Dania natürlich ausgehalten und ihre Einkäufe mit unseren zusammen bezahlt. Was für ein Glück das für sie war konnten wir erst langsam ermessen. Letzlich landen wir in der "Casa" von Dania. Ein im Hinterhof gelegenes Zimmer, das über eine kleine Eisenstiege zu erreichen ist. Das Zimmer besteht aus einem Raum, zwei Vorhänge trennen Küche und Bad ab. Hier wohnt sie mit ihrem erwachsenen Sohn. Ich bin fassungslos als sie ihren Rucksack auspackt. Irgendwie muss sie am Morgen, bevor wir sie trafen, Essensreste aufgegabelt haben. Das war das Abendessen für den Sohn. Sie hatte eigentlich noch vor uns bis zum Schiff zu begleiten. Das haben wir dann allerdings entnervt und deutlich abgebogen.

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