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Sonntag, 18. März 2018

18.03.2018 Exuma und der Versorgungsnotstand

Wir haben nichts auszustehen. Das Wasser und die Umgebung sind unbeschreiblich. Alles was man je an Postkartenidylle oder Hochglanzprospekt gesehen hat, ist ein Abklatsch dessen, was wir in Wirklichkeit sehen. Was könnte das Leben so schön sein, wenn der Kühlschrank voll, Gemüse im Netz und die Obstschale überquellen würde. Nichts von dem versüßt uns das Leben. Wir sind im Versorgungsnotstand. Vor zehn Tagen haben wir George Town verlassen und haben dort das letzte Mal einkaufen können. Alles was es auf den Inseln zu kaufen gibt, einschließlich Benzin,
wird von einem Versorgungsschiff geliefert. Auf der 220 km langen Inselkette Exumas sind das gerade mal zwei Anlieferstationen mit Supermarkt. In Staniel Cay gab es allerdings nicht mehr viel zu kaufen. Keine Eier, kein Fleisch, kein Gemüse und schon gar kein Obst. Benzin war auch aus. Drei Tage hintereinander wurden wir im Supermarkt auf morgen vertröstet. Rings um uns liegen die Superyachten. Eine aufwendiger als die Andere. Die haben das Problem nicht. Und wenn doch, starten Sie ihr großes Beiboot mit oft weit über 1000 Ps und fahren die 40 sm nach Nassau um frisches Brot zu kaufen.😒
Ich fühle den Skorbut schon näher kommen. Ständig geht der Griff in die Chipstüte oder der Löffel in die Erdnussbutter. Nicht das wir kalorienmäßig zu kurz kämen. 




Wir ändern nur unsere Gewohnheiten. Wenn schon kein Fleisch, dann mal wieder Fisch. Um unserem Anglerglück auf die Sprünge zu helfen kaufen wir einen neuen Köder. Pink soll er sein. Diesmal sogar mit Federn und einem großen Haken. Auf unserem Weg weiter in den Norden segeln wir auf der Atlantikseite. Hier ist das Wasser tiefer und die Chance einen Fisch zu angeln größer. Das Anglerglück lässt nicht lange auf sich warten und die Angel rauscht aus. Jens hievt einen mittelgroßen schlanken, silbernen Fisch aus dem Wasser. Ein wirklich üppiger Schluck Rum hinter die Kiemen und wir holen ihn an Deck. Jens identifiziert ihn als Barrakuda. Und gerade den soll man nicht essen. Ich bin der Meinung, er sei noch relativ klein und fange schon mal an ihn zu zerlegen. Jens wirk zögerlich. Immerhin ist vor kurzem auf der Nachbarinsel eine Frau an der von Barrakudas übertragenen Krankheit, an Ciguatera, gestorben. Dann noch die Frage, „ Was würde Claus sagen?“.....Wir haben die feinen Filets über Bord geworfen. Wir wollten nicht aufgeben. Der Kühlschrank war schließlich leer. Also die Angel wieder raus. 10 Min später wieder ein Biß. Gleiche Prozedur, nur haben wir diesmal den Barrakuda lebend ins Wasser gelassen. Dann kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark. Ein dicker, fetter Fisch. Zieht die Angel tief nach unten, reisst und kämpft sich los. Diesmal zu unserem Glück, denn Angeln im Nationalpark steht unter Strafe. Hätte uns jemand gesehen, hätte uns das Tausende von $ Strafe gekostet. Also bleibt uns auch am Tag 11 nach Georgetown nichts anderes übrig als die letzten Kartoffeln und Zwiebel in ein schmackhaftes Essen zu verwandeln. Die Süßkartoffeln aus Kuba hatten mittlerweile eher die Funktion einer Zimmerpflanze übernommen. Morgen geht es weiter an die Nordspitze der Exumas. Auf der Atlantikseite segelnd kommt der pinke Köder gleich ins Wasser. Irgendwann muss es doch klappen. 


Auf Norman Cay liegt ein gut erhaltenes Flugzeugwrack. Hier tummeln sich die Fische, die so zahm sind, dass man sie streicheln kann. 




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