Faurby 396 for sale

Samstag, 18. Juni 2016

Heiß, heiß...

Dieser Beitrag darf nicht falsch verstanden werden. Es geht keinesfalls ums Jammern ( auf hohem Niveau), sondern ausschließlich um eine Situationsbeschreibung.😉 Also abwettern heißt normalerweise das schlechte Wetter an sich vorbei ziehen zu lassen. Hier ist es etwas anderes. Nicht dass das Wetter schlecht wäre, nein es ist nur heiß. Die Tagestemperaturen nähern sich dem gefühlten Siedepunkt. Gestern hatten wir 38,3 Grad im Schiff, als wir wieder kamen und aufgeschlossen haben. Die Luken können nicht unbeaufsichtigt offen bleiben. Nicht wegen der Einbruchgefahr an sich, sondern eher wegen Wassereinbruchgefahr durch unvorhersehbare Regenfälle.
Diese kommen 3-4 mal pro Tag und dienen eigentlich nur als Saunaaufguss. Wenn es hier richtig regnet ist die Hand vor den Augen nicht zu sehen. Der Engländer würde sagen, it rains cats and dogs. Das Wochenende soll ziemlich nass werden. Mit geschlossenen Luken kein Spaß in der Nacht. Wir bewegen uns nur für die notwendigsten Tätigkeiten. Ansonsten liegen wir im Cockpit, hängen Planen von rechts nach links um ja keinen Sonnenstrahl ab zu bekommen. Wir wettern also ab. Jeder noch so kleine Luftzug ist eine Freude. Nachts allerdings schläft der Wind komplett ein. Bei 29 Grad auf der Schaumstoffmatratze versuchen wir ein wenig Schlaf zu bekommen. Schweißtreibend wird es beim Kochen und Backen. Küchenarbeiten jeglicher Art lassen das Wasser aus allen Poren schießen.
Nächste Woche Mittwoch kommt Lili aus dem Wasser. Die vorzubereitenden Arbeiten machen wir morgens zwischen 6:00-9:00.  Danach ist Schluss.
Bei unserem Nebenlieger sind die Gummifugen des Teakdecks geschmolzen. Das Vergussmasse ist offensichtlich nicht ganz UV beständig.
Wir wechseln alle zwei Wochen den Wasserfilter unter der Spüle. Durch die hohen Temperaturen im Schiff vergammelt das Wasser im Filtergehäuse.
Ansonsten geht es uns aber gut. Wir genießen die Zeit nach Sonnenuntergang, dann werden die Lebensgeister noch einmal munter. Dann krabbeln auch alle Anderen wie die Krebse aus ihren Löchern. Gemeinsam wird dann unter dem Baum gegrillt, Abendbrot gegessen oder nur Bier getrunken. Das allerdings in erheblichen Mengen, denn man hat ja viel geschwitzt.
Interessant wird es bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Nachbarschiff ( das ohne Teakdeck ). Kerzen werden aufgestellt, der Eiskübel kommt auf den elegant gedeckten Tisch und die indirekte Beleuchtung sorgt für behagliches Schummerlicht. 

Gegen 19:00 kommt ( täglich wechselnd) ein Paar an Bord. Die Damen in High Heels, die noch am Steg ausgezogen werden, und im knappen, figurbetonten, tief ausgeschnittenen, eng anliegendem Kleid, das Männeroutfit dagegen eher schlicht.
Sektgläser sind gefüllt und der Abend nimmt seinen Lauf. Das Essen wird gebracht und zu später Stunde sitzen sich dann die Paare nicht mehr gegenüber, sondern eng nebeneinander.

Um 22:00 ist Schluß mit der Vorstellung.
Wir, die Bordwand an Bordwand liegen, sind dann ja fast beteiligt. Unfreiwillig, aber dennoch mit großem Interesse bei der Sache.
Das Geheimnis heißt " blind date " . Wenn das mal keine Geschäftsidee ist.
Mal sehen wer heute kommt?
Jetzt, 18:00 OZ erschallt von Balou der Ruf:" Sundowner?" Und wir müssen hier leider Schluss machen...
Herwig von der Worlddancer taucht mit dem Freediver nach versunkenen Bootszubehör. Das Teil tut gute Dienste.

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