Sonntag, 28. Mai 2023

28.05.2023 Altea





 Von Cartagena aus kreuzten wir ziemlich wacker nach Santa Pola. Bis 26 kn von vorn hatten wir mit Lili noch nicht für längere Zeit. Mit Genua und vollem Groß lief sie schnell und sehr gute Höhe. Nur in der Kajüte ist es dann wirklich laut. Auf längeren Strecken würden wir wohl lieber “langsamer” segeln….

In Santa Pola hatten wir Glück, wir bekamen einen Liegeplatz im Club Nautico. Das sind Yachthäfen, die für die spanischen Festlieger gebaut wurden und freie Liegeplätze vergleichsweise günstig an Gäste vermieten. In den commerziellen Marinas ist das anders. Da wird es schnell teuer und es herrscht meist eine andere Atmosphäre. Von Santa Pola wieder an der Kreuz nach Altea. Vorbei an Benidorm und Alicante. Vorbei an einer Wand aus Hotels und Wolkenkratzern. Riesige Bettenburgen, eng verwoben zu einer Festung. Nicht mal ein Hauch von Gedanke kommt in mir auf, dass ich dort einen Fuß an Land setzen wollte. Wir steuern den Club Nautico in Altea an. Zur Begrüßung gibt es ein Glas Sekt.  Wir erklimmen die Altstadt, die wirklich hübsch ist. Die Stadt der weißen Häuser.  Hier bleiben wir 3 Tage. Regen und Gewitter sind angesagt. Morgen wollen wir weiter. Wahrscheinlich können wir aber wegen zu wenig Wind noch nicht nach Ibiza segeln. Also immer an der Küste entlang hangeln.


Montag, 22. Mai 2023

22.05.2023 Cartagena, wohl ein paar Tage länger.

Das Wetter trübt sich deutlich ein. Von Almerimar nach Garrucha wieder über 60 Seemeilen. Wir hatten zumindest in der ersten Hälfte besseren Wind als angesagt. Das war schönes Segeln. Dann kam es allerdings dicke. Gewitter und kein Wind bzw. Wind von vorne. Stundenlanges Motoren…Weil wir die letzten Tage mit einem Holländischen Boot gemeinsam unterwegs sind, werden die Tage deutlich interessanter. Da gibt man sich Mühe vorne zu sein und die Zeit vergeht sehr schnell. Das heißt aber auch, die Gemütlichkeit beim Segeln ist vorbei. Jens optimiert die Segel, zupft hier und da und holt ohne zu zögern den Genacker raus, wenn der Wind es zulässt. Es entsteht eine Dynamik an Bord, die es so sonst nicht gibt. Aber wir lernen dadurch auch mit dem Schiff und den Abläufen immer besser zurecht zu kommen. Um uns herum springen Fische aus dem Wasser. Durchaus auch große Thunfische. Das weckt meinen Jagdinstinkt. Die Angel kommt raus. Ich bemühe mich geduldig zu sein. Aber kein Fisch interessiert sich für den Köder. Auch das muss noch geübt werden. 



Von Garrucha nach Cartagena. Die letzten 10 Meilen müssen wir motoren. Das hat sich gestern schon komisch angefühlt und heute vibriert das ganze Schiff. Der Propeller dreht unrund und der Motor bringt keine Geschwindigkeit. Jens bleibt nicht anderes übrig, als zu tauchen und nachzusehen wo das Problem liegt. Es ist schnell gefunden. So eine blaue Leine leuchtet schon von weitem. In Cartagena ist die Nacht der Museen. Kostenloser Eintritt für alle Museen. Lange Schlangen davor. Die Stadt ist voller Menschen, überall Musik und Darbietungen. Eine tolle Atmosphäre. Jetzt bleiben wir für ein paar Tage in dieser schönen Stadt. Das Wetter hält uns hier fest. Regenschauer und Gewitter sind vorhergesagt. Schön, dass Friedel und Kathi und die Holländer hier sind, da ist für Abwechslung gesorgt. 







Dienstag, 16. Mai 2023

16.05.2023 Almerimar



Von Benalmádena war ich ja nicht gerade begeistert. Umso mehr freute mich dann über die Reservierung eines Liegeplatzes in Caleta de Velez. In diesem Hafen gibt es für Gastlieger nur eine Hand voll Plätze. Die Stadt ist nichts Besonderes aber Britta kann sehr gut von Malaga aus mit dem Bus anreisen. Also bin ich dann gleich los. Leider wieder kaum Wind. Immer wieder Segel hoch, warten bis das kraftlose Schlagen der Segel zu sehr nervt, Segel runter, Motor an….

Langsam stellt sich Routine ein. Auch die Hafenmanöver klappen alleine schon recht gut. Alles ist gut, solange im Hafen nicht zu viel Wind weht. Hier gibt es meistens keine Stege, sondern man legt mit Heck oder Bug direkt an der Pier an und zieht dann eine total verdreckte Mooringleine aus dem Hafenschlick, am Boot und den Fendern vorbei, ans andere Schiffsende. Zieht die richtig dreckige Leine stramm und belegt sie auf Vor- oder Achterschiff. Dann ist nicht nur das Boot, sondern auch der „Festmacher“ von oben bis unten eingesaut. Kein Vergnügen!

Drei Tage Caleta de Velez haben dann auch gereicht. Nachdem klar war, dass Britta von Malaga auch noch länger im Bus sitzen bleiben kann, ging es nochmal allein weiter nach Adra. Diesmal konnte ich zumindest etwas mehr als die Hälfte der gut 50 Meilen segeln. Als ich ankam frischte der Wind dann auf über 22 kn auf und machte den Anleger sportlich. Zum Glück ist Britta nun wieder da….

Freitag, 12. Mai 2023

12.05.2023 Marbella, allein zu Haus

 Marbella hat wirklich schöne Ecken.



Leider ist der kommunale Yachthafen zwar äußerst preiswert aber  bei westlichen Winden ist es im Hafen, wegen des einlaufenden Schwells, kaum auszuhalten. Und weil für die nächste Woche wieder stärkere Winde angesagt wurden, bin ich gestern die 20 Meilen nach Benalmádena aufgekreuzt. Es war extrem wenig Wind. Unter diesen Bedingungen macht es richtig Spaß ein vergleichsweise leichtes Boot zu haben. Bei 3 kn Wind von vorn konnte ich immer noch segeln.

Benalmádena ist ein Ort den nur betrunkene, heftig tätowierte  und grölende Engländer mögen. Da gehört auch der freie Oberkörper auf der Kneipenmeile dazu. Meistens kein schöner Anblick. Es gibt aber auch viele ältere Menschen, denen vor einigen Jahren die rund um die Hafenbecken gebauten Eigentumswohnungen aufgeschwatzt wurden.


Leider muss ich noch einen Tag hierbleiben. Kein Wind und die Häfen hier sind meist voll. Ankern ist an dieser Küste kaum möglich und ich brauche einen Hafen, den Britta von Malaga aus, auf ihrer Rückreise von Mallorca, mit dem Bus erreichen kann. Das bedeutet, dass ich mir vorher einen Platz reservieren muss. Ich hoffe, dass ich für morgen eine Zusage in Caleta de Velez bekomme….

Die Internetseite zur Buchung von Liegeplätzen in Andalusien findet man unter: puertosdeandalucia.es





Dienstag, 9. Mai 2023

09.05.2023 Marbella, eine schnelle Reise


Unsere letzte Etappe im Orka-Gebiet war wieder kein entspanntes Segeln, sondern geprägt durch maximale Landnähe. Wo immer es ging, fuhren wir auf 10-15m Wassertiefe. Spannend wurde es dann, wenn wir die weit ins Meer gebauten Tunfischnetze außen passieren mussten. Aber es ist für uns alles gut gegangen. Als wir dann bei Tarifa auf die Zielgerade nach Gibraltar einbogen, frischte der Wind deutlich auf und Lili zischte mit über 10 kn über Grund unserem Zielhafen entgegen. Weil es so gut voran ging, haben wir dann noch 25 Meilen bis Estepona drangehängt. Hier in der Alboran See gilt der alte Satz, das man den Wind nutzen muss, wenn er weht, noch viel mehr als anderswo. Es gibt im Grunde genommen nur drei Zustände. Kein Wind, zu starker Wind von vorn und sehr kräftiger Rückenwind. Das ist, wegen den von hinten anlaufenden Wellen, auch nicht immer einfach zu segeln. Aber unsere neue Lili ist downwind ziemlich schnell unterwegs.


Estepona ist ein netter Hafen, mit allem was man braucht. Allerdings hat uns die inflationäre Preisgestaltung gewundert. Haben wir 2021 noch 17€ in der Vorsaison bezahlt  sind es jetzt schon 37€. Also sind wir am nächsten Tag einen Hafen weiter nach Marbella gefahren. War Marbella in den Sechzigern noch in einem Atemzug mit Cannes oder Nizza zu nennen, ist es heute eine fast normale Spanische Stadt mit einer sehr schönen Altstadt. Das mondäne hat sich nach Puerto Banus verzogen. Was für ein Glück für Marbella. Die Atmosphäre in Puerto Banus strotzt vor Who is Who. Die Ferrari‘s laufen Schau mit den Bentley‘s und Lamborghini‘s. Zurückhaltung ist nicht gewollt. Und dabei hat die Umgebung nichts feines. Wir kamen uns vor wie in einer unwirklichen Welt. Wir sind dann schnell wieder die acht Kilometer Promenade zurück nach Marbella gelaufen. 

Nun ist erstmal Schluss mit dem Wind, kein Wind! Britta fliegt übermorgen nach Mallorca, um ihre Tochter und Enkeltochter zu besuchen und ich muss mal sehen, ob es in der nächsten Woche irgendwie weiter geht?



Samstag, 6. Mai 2023

06.05.23 Killerwale in der Nachbarschaft

Nun haben wir die Hälfte des Hochrisikobereiches hinter uns. Wir liegen in Barbate. Sehr schön hier. Unser letzter Hafen vor Gibraltar. Hier, in der Strasse von Gibraltar treiben die Orkas bis Ende Juni ihr « Unwesen » mit vorbeifahrenden Segelyachten. Gerade gestern wurde wieder ein Boot versenkt und ein weiteres manövrierunfähig eingeschleppt. Ein drittes Boot konnte sich, nach einem Angriff, noch mit eigener Kraft in den Hafen retten. Zum Glück gibt es hier eine Gruppe von Leuten, die die Orkas beobachten und deren Verhalten analysieren. Täglich gibt es dann in einer WhatsApp Gruppe die Neuigkeiten. Da erfahren wir, wieviele Orkas sich wann und wo tummeln. Das hilft uns sehr, uns nicht ungewollt sozusagen ins Getümmel zu begeben. Aktuell sind mehr als 30 Orkas vor Barbate. In den Werften stehen die Boote mit Orka-Schäden an Land und können nur selten schnell repariert werden.

Morgen kommt die letzte Etappe der Orka-Challenge! Wir halten uns, wenn immer möglich dicht an Land. Leider gibt es hier weit (4km und mehr) ins Meer ragende Tunfischnetze, die wir nur außen passieren können. Da kommen wir dann dem Wohnzimmer der Meeresbewohner schon sehr nah…..

Wir werden berichten.