Mittwoch, 16. Juni 2021

07.06.2021 Wieder zu Hause

Nach etwas mehr als 6 Jahren sind wir wieder in Wedel angekommen. Die letzte Strecke von Vlieland direkt nach Wedel war im Vergleich zu unseren letzten Etappen schönes Segeln. Moderater, beständiger Wind aus der richtigen Richtung, kein Regen und erträgliche Temperaturen. Das war super. Gegenüber den sonstigen Übernachtfahrten gab es in der deutschen Bucht allerdings keinen Schlaf. Den AIS-Alarm mussten wir wegen Dauerarlarm ausschalten. Dichter Schiffsverkehr und haufenweise Ankerlieger hielten uns ständig auf Trapp. 

Nun ist unsere wunderschöne Reise mit „Lili“ zu Ende. Unglaublich was sich auf so einer langen Reise alles so ansammelt....Viele neue Freunde, wunderschöne Erinnerungen, die Bilder der unvergleichlichen Natur in unseren Köpfen, ein völlig überladenes Boot, das Bewusstsein gemeinsam auch schwierige Situationen bestehen zu können und unser Glück diese Erfahrung miteinander gemacht zu haben. Schöner hätte diese Zeit für uns nicht sein können. Ca. 88.000 mal wurde unsere Seite aufgerufen und wir haben uns sehr über das rege Interesse gefreut. Damit endet hier nicht nur unsere Reise mit Lili, sondern auch die Einträge in diesem Blog. 




Dienstag, 1. Juni 2021

01.06.2021 Vlieland










Von Ostende nach Scheveningen war ein „hartes Brot“. Nur gegen den frischen Wind und zeitweilig gegen die Tiede mit einem Reff sind die 25 Seemeilen recht lang geworden. Viel Wasser lief über Deck und Lili sah am Ende wie ein Salzbuckel aus. In Scheveningen angekommen freuten wir uns redlich auf eine warme Dusche. Das Thema ist sensibel. In den Yachthäfen wird seit einigen Jahren Energie gespart und deshalb gibt es kaum noch regelbare Duschen. In ungeheizten Sanitärbereichen kommt wenig Wasser, lauwarm aus der Wand getröpfelt. Aber in Scheveningen waren die Sanitärbereiche sauber und warm. Wir durften alles machen, außer duschen. Das ist wegen Corona zu gefährlich. Klo geht, Waschbecken geht, Dusche nicht...... Ok, das können wir nicht verstehen. Aber wir kennen uns damit auch nicht aus. Die zweite Lektion folgte auf dem Fuße. Zurück an Bord besuchte uns der Hafenmeister und bat uns, unser Schiff umzudrehen. Auf meine erstaunte Frage hörten wir dann, dass es wichtig sei, mit dem Bug zur Hafenausfahrt zu liegen, damit wir den Hafen schnell verlassen könnten, falls ein Feuer ausbräche......aber sonst war es in Scheveningen wirklich schön. Besonders der Markt im nahegelegenen Den Haag hat uns gut gefallen.

Nach drei Tagen ging es wieder kreuzend nach Ijmuiden. Diesmal 35 Meilen in 11 Std. meist gegen die Tiede. Echt anstrengend. Am nächsten Tag sind wir erst gegen und dann mit der Nachmittagstiede nach Den Helder gesegelt. Die Duschen sind wegen Reparaturarbeiten geschlossen.

Aber Heute kam der Sommer. Um 5:00 Leinen los bei 15 Grad! Das war Klasse und als die Sonne aufging konnten wir Vlieland anliegen. Herrliches Segeln im Sonnenschein. Jetzt haben wir schon einen langen Spaziergang hinter uns und trinken in der Sonne, in kurzen Hosen, Kaffee!!!


Mittwoch, 26. Mai 2021

26.05.2021 von Ostende nach ?






Die Strecke von Dieppe nach Boulogne sur mer war wieder mit frühem Aufstehen verbunden. In diesem Revier diktiert die Tiede das Seglerleben. Danach kommt der Wind und erst dann die Fragen, ob es regnet, Gewitter dabei sein könnten, wie kalt es ist und ob wir eigentlich Lust haben zu segeln? Boulogne sur mer ist langweilig. Aber der Hafen ist bei fast jedem Wetter anlaufbar und wir liegen geschützt am Steg. Nächsten Morgen geht es weiter. Geplant waren nur ein paar Meilen nach Calais. Dort ist Britta‘s absolutes Lieblingsrestaurant, das „Grand Bleu“. Aber wegen Corona bleibt es bei der Vorfreude. Leider geschlossen und wir segeln durch bis Ostende. Jetzt sind wir in Belgien. Das schlägt durch bis in die Kombüse. Je weiter wir nach Norden kommen, desto schlechter werden die Backwaren. Auch die Angebote auf Märkten und in Supermärkten werden deutlich unattraktiver. Heute sind wir erst um 8:30 los. Wir verlassen Ostende und wissen noch nicht, wo wir das nächste mal festmachen werden. Der Wetterbericht sagt noch bis morgen Mittag segelbaren Wind voraus. Danach Flaute und/oder Wind von vorn soweit wir voraus schauen können. Den Helder, der kleine Hafen östlich der Westfriesischen Inseln wäre für uns am Besten. Aber bis dahin sind es noch 125 Seemeilen. Dann sind wir nicht mehr weit weg von Deutschland und dort wird uns das Coronathema einholen. Vermutlich werden wir dann nicht mehr einfach von Hafen zu Hafen segeln dürfen. Das wird dort aktuell als zu gefährlich eingestuft. Mit Bus, Bahn, Fahrrad oder Auto ist das ok, aber nicht mit dem Boot. Dazu benötigen wir in jedem Hafen einen neuen Test. Aber die Testcentren liegen nur selten in der Nähe der kleinen Häfen. Da haben Fachleute die Regeln gemacht. Na gut, vielleicht haben wir ja Glück und wir können uns irgendwie nach Hause schleichen oder die Regeln werden aufgehoben...


Samstag, 22. Mai 2021

22.05.2021 Dieppe

Das war eine anstrengende und flotte Reise von St. Vaast nach Dieppe. Eigentlich sollte es Fecamp werden, weil wir keine Lust hatten 13 Stunden bis Dieppe zu segeln. Aber wie so oft führten der niedrige Wasserstand und der auflandige starke Wind dazu, dass wir uns nicht trauten in die flache Hafenzufahrt von Fecamp einzulaufen. 

Dann wurden es doch wieder 92 Seemeilen. Dieppe ist immer anlaufbar. Der Hafen ist gut geschützt und hier können wir das nächste Sturmtief abwarten. Morgen geht es weiter Richtung Boulogne sur mer. Dann wieder abwarten....

Diese Reise in den kalten Norden macht nicht immer Spaß. Manchmal erinnert es ein kleines Bisschen an Arbeit. Aber zum Glück gibt es auch Highlights!







Dienstag, 18. Mai 2021

18.05.2021 St. Vaast

Nachdem wir sechs Tage in Brest auf besseres Wetter gewartet haben, fanden wir einen guten Tag, um durch den Chenal du Four nach Roscoff (62sm) zu segeln. Die erste Überraschung erlebten wir bei der Ausfahrt aus der Rade Brest. Wir mussten, um im Chenal du Four die richtige Strömung mit uns zu haben, morgens mit dem Ebbstrom aus Brest auslaufen. Dort, wo die engste Stelle unseres Fahrwassers war, konnten wir schon von weiten ein Band weißer, sich brechender Wellen ausmachen. Da bauten sich, trotz mäßiger Windstärken, 3 Meter hohe Wellen auf, die sich uns mit schäumender Gischt in den Weg stellten. Damit hatten wir an dieser Stelle nicht gerechnet. Wir sahen bis dahin den Chenal du Four als Nadelöhr an. Die weitere Reise war dann, von der Kälte einmal abgesehen, eher „Zuckerschlecken“. Durch das wunderschöne Fahrwasser der Ile de Batz erreichten wir dann gegen 19:30 Roscoff. Ohne an Land zu gehen, verließen wir den Hafen morgens um 05:30. Es war kalt und eigentlich wollten wir nur nach Tregier, weil die englischen Kanalinseln für Touristen drakonische Einreisebestimmungen haben (21 Tage Selbstquarantäne...). Allerdings liegt nun Guernsey sowas von attraktiv auf unserer Strecke nach Cherbourg, dass wir doch lieber mal dort anriefen und gefragt haben, ob wir nicht die Nacht in St. Peter Port übernachten könnten? Wir würden auch auf dem Boot bleiben. Das wurde von VTS-Guernsey genehmigt und wir hatten eine ordentliche Strecke (72 sm) vor uns. Auf Guernsey lagen wir dann ruhig, ohne Hafengeld, an einem Steg ohne Landverbindung. Super! Um 5:00 Uhr ging es dann weiter durch die Raz Blanchard/Alderney Races.

Da diktiert die Strömung das Geschehen. Bis zu 9 kn Strom haben diese Passage bei vielen Seglern bekannt gemacht. Wir laufen mit weniger Strom (wir fahren bei Stauwasser) aber bei recht viel Wind mit bis zu 13 kn durch die Races. Eine schnelle Reise. Vor 12 Uhr sind wir in Cherbourg. Die 3 Tage dort waren richtig „Urlaub“. Gutes Essen, der Strom für den Heizlüfter ist grenzenlos und die Stadt lebt trotz Corona.

Hier in Frankreich werden morgen erste Öffnungsschritte realisiert. Die Aussengastronomie öffnet.

Heute nur 35 Seemeilen nach St. Vaast. Dieser schöne kleine Ort lebt von Fischerei und Touristen. Das Hafengeld ist für uns fast das Highend unserer  ganzen Reise. Nur die Nickelson-Marina auf Grenada war noch teurer. Aber dort gab es einen Poolbereich inklusive. Hier leider nur halbwarme Duschen. (Meine heiß, Brittas kalt). Da der Hafen ein Dockhafen ist, der nur um die Hochwasserzeit seine Tore öffnet, müssen wir morgen wieder vor 5 Uhr los. Es geht dann über die Bay de Seine......mal schauen wohin der Wind uns bringt?








Dienstag, 11. Mai 2021

11.05.2021 Fest in Brest





Nachdem wir einige Tage in Concarneau verbracht hatten, fanden wir dann doch ein geeignetes Wetterfenster, um über die Raz de Sein nach Brest zu segeln. Diese etwas anspruchsvollere Passage kennen wir schon von anderen Reisen. Diesmal passte das Timing genau und es gab kaum Turbulenzen im Wasser. Wir hatten endlich mal wieder guten Wind und wären da nicht der Nieselregen und die durchdringende Kälte, hätten wir einen perfekten Segeltag gehabt. Es war mal wieder richtig schön mit 9 kn die Wellen herunter zu sausen. 

Nun liegen wir allerdings schon wieder „Eingeweht“ im Hafen und der Heizlüfter läuft fast ununterbrochen. Brest ist nicht gerade das Highlight unserer Reisen. Dennoch haben wir alle Annehmlichkeiten der großen Stadt und des großen Yachthafens. Wirklich nett ist es hier mit den Bootsnachbarn. Gestern wurde aus einem Sundowner auf dem Steg eine Cockpitparty mit den Crews dreier dänischer Boote, vier Schweden und uns. Es war nach langer Zeit mal wieder ein richtig toller Abend. Ganz nebenbei brachten die Dänen dann eine komplette Malzeit für uns alle auf den Tisch. Na und dann gab Britta auch noch unsere Rumvorräte frei......Da war es nicht von vornherein klar, wie der nächste Tag aussehen würde. Alles gut!

Wie es zurzeit aussieht, können wir übermorgen durch den Chenal du Four weiter Richtung Englischen Kanal. Wenn uns nicht zu kalt wird, könnte es auch ein langer Schlag bis nach Cherbourg (180sm) werden. 


Dienstag, 4. Mai 2021

04.05.2021 Concarneau




 Auf dem Weg von La Coruña über die Biscaya machten wir noch einen Stop in Cedeira. Eine sehr geschützte und wunderschöne Ankerbucht.

Von dort aus ging es dann etwas über 300sm Richtung Frankreich. Eine Fahrt, die uns in Erinnerung bleiben wird. Es war sehr kalt, meist zu wenig Wind und auch sonst wenig Spaß. Nun sind wir in Concarneau angekommen und haben uns hier, ob des Wetterberichts erst einmal häuslich niedergelassen. Leider ist Frankreich noch bis 19. Mai im Lockdown. Das heißt für uns, um 19:00 wieder an Bord sein und keine Restaurantbesuche. Schade! Aber sonst können wir alles tun und wir können gut einkaufen. Für gutes Futter ist also gesorgt. Neben uns liegen Stefanie und François, die uns mit ihrem Auto mit nach Lorient nehmen und wir so die Gelegenheit wahrnehmen können, um JPK, der Werft die unser neues Boot baut, einen Besuch abstatten zu können. Mal wieder ein schöner Tag in der Bretagne.