Sonntag, 31. Dezember 2017

31.12. 2017 Jamaica, gutes Futter

Bei Adelaje im Café Kalabash gibt es nicht nur Kaffee, sondern er wollte auch gern für uns typisch jamaikanisch kochen. Er bräuchte einen Tag zur Vorbereitung und wir müssten ein paar Teller und Bestek mit bringen. Da es auf seiner „einflammigen“ Kochstelle und ohne besondere Kücheneinrichtung wohl nicht einfach ist für sechs Personen zu kochen waren wir hinreichend gespannt, was wir bei ihm bekommen würden?


 




Kurzum, es war für eins der schmackhaftesten Essen, die wir in Restaurants hier in der Karibik bisher  bekommen haben. Besser ging es nicht. Und das Ambiente war wirklich unvergesslich. Am Neujahrstag kommt Adelaga mit seinen Kids zu uns. German cooking.....
Wir werden berichten. Aber vorher noch allen Leser/Innen „Happy new year“.

Samstag, 30. Dezember 2017

28.12.2017 Jamaika zu den Reachfalls

Weihnachten ist vorbei. Der Kirchgang ist ausgefallen. Zum einen fand der um 7:00 früh morgens statt, zum anderen waren wir nicht richtig angezogen. Mit kurzen Ärmel kein Gottesdienst. Das nimmt man hier ziemlich ernst. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir uns vorgenommen zu den Reach Falls ( wieder mal Wasserfälle ) zu fahren. Wir stehen an der Straßen und warten auf einen Buß der nicht kommt.
Schnee Barton erklärt uns, dass heute Boxingday ist. Man bleibt zu Hause , begeht diesen Tag mit der Familie. Also trotten wir wieder zurück zum Boot. Auf dem Weg verkauft uns noch der nette Rastafarian noch schnell einen Monatsbedarf an Bananen. Kurzerhand wird der Baum gefällt und die
Staude ist unser. Zum Glück sind wir zu sechs.
 



 

Am nächsten Tag ein neuer Versuch die Reach Falls zu erreichen. Der Bus, der anhält ist so überfüllt,
dass nur noch Jens und ich zusteigen. Wir sitzen wieder übereinander, die Achse scheint bei jeden Schlagloch kurz vor dem Zerbrechen, von Stoßdämpfern wollen wir nicht sprechen. Wer meint jetzt ist wirklich kein Platz mehr, irrt. Immerhin steigen noch vier Personen zu. Wie immer werden wir an der richtige Stelle raus gelassen. Schon stehen da drei Tour Guides, die uns führen wollen. Der Kampf beginnt. Der eine verspricht noch eine Kokosnuss, der ander die ultimativen Höhlen.
Ich bin genervt und überlasse Jens den Fall. Unter Männern klärt sich das doch irgendwie. Gut dass die Anderen angefahren kommen. In einem schicken, klimatisierten Privatwagen fahren wir zum Eingang der Wasserfälle. Dort stellt sich raus, dass wir gar keinen Führer brauchen, alles ist selbsterklärend, es geht immer dem Flusslauf entlang. Dieses Mal kommt kein heißes Wasser , dafür kommt soooo viel, dass man die Badehose festhalten muss, sonst steht man ohne da. Überall Wasserkaskaden, kleine Höhlen. Das Wasser blau, kristallklar, fast unwirklich. So muss es gewesen sein als Adam Eva im Paradies getroffen hat. Süßwassergespült geht es zur nächsten Attraktion.

Jerk Food, eine Spezialität im Land. Speziell mariniertes Hühner oder Schweinefleisch wird über Feuer auf Pimenthölzer eher geräuchert als gebraten. Dazu gibt es eine teuflisch scharfe Soße. Auch hier wieder der Kampf, an welchem Stand wird das Geschäft gemacht. Der ganze Ort, Boston, ist rauchgeschwängert. Die Pupillen der Verkäufer rot wie ein Feuerwehrauto. Na ja, vielleicht kommen da ja  mehrere Faktoren zusammen. Je nachdem wie lange das Schwein schon schwitzt, ist es mal mehr mal oder weniger zäh. Meins hat schon lange geschwitzt. Wieder eine neue Erfahrung auf dem Haben Konto. 

Montag, 25. Dezember 2017

25.12.2017 Weihnachten unter Palmen

Hier wird Weihnachten erst am 25.12. gefeiert. Wir, die Crews der Murada, That‘s Life und Lili, sind am Heiligabend in das beste Restaurant am Platz gegangen. Leider hatte der Service etwas Mühe unsere Bestellungen überhaupt und schon gar zeitgleich und dann noch warm auf den Tisch zu bekommen....Wir hatten trotzdem einen schönen Abend. Gestern hatten wir schon ausgekundet wo wir denn am Abend unsere Dinghi‘s am Strand zurück lassen könnten. Da trafen wir Adelaja, einen jungen Mann mit seinem Sohn, der Früchte am Straßenrand aus seiner Hütte heraus verkauft. Er bot uns an, für uns auch Kaffee zu kochen oder auch ein ganzes Essen. Der Kaffee war schon mal etwas Besonderes und besonders Lecker. Bei ihm konnten wir dann auch für den Abend anlanden und er passte auf die Boote auf. Zur großen Überraschung gab es dann auch noch Weihnachtsgeschenke für uns. Merry Christmas! Geschenke zu Weihnachten ist nicht für jeden selbstverständlich. Auf dem Weg zum Dorf kommen wir an einer Siedlung vorbei, deren Häuser hauptsächlich aus Wellblech bestehen. Auf der staubigen Straße sitzt eine junge Frau, die ihrer jüngsten Tochter die Haar zu kleinen Knoten flechtet. Ich bleibe stehen und schau mir an wie sie das macht. Da fragt sie mich, ob es uns möglich wäre, den Kindern ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen. Diese Menschen zählen zu den 30% der Bevölkerung, die weniger als zwei Dollar pro Tag verdienen. Das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Zum Glück haben Barbara und Ove uns Blöcke und Kugelschreiber mitgegeben. Die finden jetzt glückliche Abnehmer.  Adelaja fragt uns nach einem Stück Angelsehne. Wenn er eine hätte, könnte er wieder Fischen. Uns lässt das wieder mal bescheiden werden. Wir  werfen nichts mehr so einfach weg. Hier freut sich immer jemand über ein abgelegtes T-Shirt.

Schnee Barton bereitet den Gottesdienst vor. Damen in Hosen und kurze Ärmel sind aber nicht zugelassen.


Der Wirbel im Masttop ist eingebaut und mit vereinten Kräften wird das Vorstag wieder eingehängt.


Samstag, 23. Dezember 2017

23.12.2017 Auf der Jagt in Jamaika

Wir jagen unser Ersatzteil-Paket aus Deutschland....
Dank Wiebke und Reimer haben wir schnell für einen kaputt gegangenen Wirbel unserer Rollfock ein Ersatzteil auf den Weg nach Jamaika bringen können. Per UPS direkt an die Errol Flynn Marina. So war es geplant. Als wir nun an Hand der Tracking Nr. feststellen konnten, das Paket hätte den Zielort erreicht, machten wir uns auf den Weg nach Port Antonio. Das sind ca. 50 km schlechte Wegstrecke.
An der Hauptstraße angekommen warteten wir nicht lange auf eine Mitfahrgelegenheit. Diesmal kein Kleinbus, sondern Sandra auf dem Weg von Kingston nach Port Antonio, um zu einer Beerdigung zu fahren. Sandra ist Highschool-Lehrerin und konnte uns auf der fast 2-stündigen Fahrt viel über Jamaika erzählen. Und sie ist ein Abkömmling der Maroon, jener legendären entflohenen Sklaven, denen es gelungen ist in den jamaikanischen Bergen  der Gefangenschaft zu entgehen. Da die Briten diesen Zufluchtsort der Sklaven gar nicht mochten, gab es erbitterte Kämpfe der nahezu wehrlosen Maroons gegen die Besatzer. Auf Seiten der Maroons organisierte „Granny Nanni“ den Widerstand. Sie ist heute die Volksheldin auf Jamaika und ihr Bild ziert die 500$ Banknote. Der heutige Anführer der Maroons ist Collonell Sterling, ein Verwandter von Sandra. Den rufen wir jetzt an, um bei den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten am 06. Januar (Maroon Festival) dabei zu sein.
Angekommen in Port Antonio, mussten  wir feststellen, dass unser Paket nicht da ist, sonder nur die Papiere dazu. Das Paket liegt im Zoll am Flughafen in Kingston. Dort müssten wir es deklarieren und abholen. Ein freundlicher Marinamitarbeiter meinte aber, dazu brauchen wir eine TRN...
Die Taxpayer Registration Number bekamen wir dann im Taxpayer Office. Zum Glück in Port Antonio. Weil an diesem Tag nichts mehr ging, sind wir dann mit dem Bus zurück. Die Strategie des Busfahrers war es, mit möglichst wenig Bodenkontakt über die riesigen Schlaglöcher hinwegzufliegen-fearless driver! Ab und an stießen wir uns die Köpfe an der metallenen Decke des Busses. Wenn ich so fahren würde, gäbe es sehr wahrscheinlich böse Kommentare. Hier herrschte Sprachlosigkeit bei meiner Liebsten.....
Wieder in Port Morant wurden wir dann von dem „Hühnermann“, er heißt Dens, zu einer kleinen Feier eingeladen. Es gab Lokal Food und einen Drink.  Am nächsten Tag ging die Jagt weiter. Auf nach Kingston, ca. 70km mit dem größeren Bus. Erst ins Citycenter. Dann sagte der Busschaffner, Omar, wir könnten hier nicht aussteigen, es wäre für Touristen im Downtown nicht safe. Sie würden uns zum Taxipreis zum Freightcenter am Flughafen fahren. Gesagt, getan. Nach einigen Suchrunden mit dem Reisebus um den Flughafen wurden wir fündig. Im Queens Warehouse lag unser Päckchen.
Die junge Dame vom Zoll wollte, nachdem wir nochmal am UPS-Schalter einige Dollars zahlen müssten, dann 5.000$ (45€) Zollgebühr von uns. Schlauerweise Stand auf unserem Paket ein Zollwert von 20$!?!
Auf meine Nachfrage bei einer älteren Kollegin am Nebentisch hin wurde mir dann ganz leise und persönlich mitgeteilt, dass ich nichts bezahlen müsste. Kurz darauf erschien die junge Dame und erzählte, unter 50$ Warenwert sei der Zoll kostenlos. Super! Hase tot. Wir haben unser Päckchen!
Die Rückfahrt war dann unspektakulär. Britta saß im völlig überfüllten Bus 1 1/2 Stunden auf meinem Schoß. Drei Leute standen in der Einstiegstreppe des Busses bei offener Tür, also “ bus ride as usual...”
Zu Hause angekommen gab es dann von einem Nachbarn ein kleines Geschenk für Britta und ein anderer Nachbar gab uns von seinen Trinknüssen.

Zu guter Letzt hielt noch Warren, der Wasserschutzpolizist, mit seinem Auto an und fragte ob wir uns wohlfühlen auf Jamaika? Er war auch schon am Boot und wollte uns eine Mango bringen......Enjoy Jamaika!

Freitag, 22. Dezember 2017

20.12.2017 Jamaica Wellness




Mal wieder ein Ausflug im Regenwald. Der Reisefüher berichtet über heiße mineralische Quellen mit besonderer Heilwirkung auf Gelenke, Rheumatismus, Arthritis und alles was einen noch so plagt. Also nix wie hin. Jason , Chief Officer der Coast Guard, organisiert uns ein Taxi. Busse fahren keine Nebenstrecken. Fletscher, der Taxifahrer, macht uns einen guten Preise und schon geht es mit quietschenden Reifen durch die Schlaglöcher in die Berge. Eine Traube von sog. Guides wartet schon auf die Beute und lässt sich auch nach mehrmaligem Nein nicht abschütteln. Wir brauchen keinen Service und nein, wir finden den Weg alleine. Hoffnungslos. Kaum an der Quelle angekommen wird uns das heiße, mineralische, gesundheitsbringende Wasser über die Füße gegossen. Alfons und Elvira halten sich gekonnt im Hintergrund. Ich dagegen empfand das heiße Wasser als sehr angenehm. Spätestens als die Dusche über meinen Kopf gegossen wurde, war ich leichte Beute. Ein gut aussehender junger Mann hatte sein Netz gesponnen. Erst wurden die Füße mit einem Flußkiesel bearbeitet , danach kam ein wohlriechendes Öl zum Einsatz. Jens wurde nicht nur unruhig, weil wir keinen Preis ausgehandelt hatten, sondern auch wegen des intensiven Körpereinsatzes des jungen Masseurs. Ich dagegen fühlte mich immer wohler. Die Heilwirkung setzte schon ein. Dann kam der mineralische Schlamm auf die Haut. Jens wurde immer unruhiger. Und immer wieder heißes Wasser, Massage und zum Schluss, spirituelle Segenswünsche. Dann noch ab ins kalte Becken und die Show war zu Ende. Jens hat es geschafft, die Behandlung an den Beinen enden zu lassen. Elvira und Alfons sind ebenfalls nur bis zu den Knien geheilt worden. Ja und dann......... kam die Preisverhandlung. So viel Gesundheit auf einmal hat seinen Preis. 20 US $ für die Therapie der Füße und ........120US $ für mein Wohlbefinden. Jetzt war Jens ganzes Verhandlungsgeschick gefragt. Was wir daraus gelernt haben, egal ob man ein Bier trinkt, oder ein Huhn kauft, zuerst wird über den Preis gesaprochen. Schön war es trotzdem 😀.




Dienstag, 19. Dezember 2017

18.12.2017 Jamaica Port Morant

Jetzt gibt es nur ein paar Bilder von unserer Überfahrt und der Ankunft auf Jamaica. Hier, in Port Morant, ist es wieder sehr karibisch. Heute im Kleinbus ( bei uns ein 8 –Sitzer) auf der Fahrt von Morant Bay nach Port Morant waren wir 20 Personen! Da kommt schon schnell mal gute Stimmung auf. Auf der Hinfahrt mussten wir bis an die Hauptstrasse, auf der der Bus fährt, laufen. Aber ein junger Mann ( „Mister Love“, wie wir später erfuhren) fuhr mit seinem kleinen Motorrad an uns vorbei und hielt einen Kleinbus an der Haupstrasse an und überredete den Fahrer uns in der Nebenstraße abzuholen. Netter Service...enjoy Jamaica. Als heute Morgen als Fünfter offizieller Besuch die Polizei vorbei kam, waren wir sehr erstaunt, dass sie sich nur nach unserem Wohlergehen erkundigen wollten und falls gewünscht Hilfe anbieten wollten. Sie würden uns auch gerne Frischwasser bringen.... Auch Warren und Richardson werden wir in guter Erinnerung behalten.