Samstag, 3. Oktober 2020

03.10.2020 Wieder im Winterurlaub...


Nun sind wir wieder zu Hause! Dieses Segeljahr war coronabedingt leider viel zu kurz. Wir konnten Lili erst Mitte Juni in Italien ins Wasser bringen. Dreieinhalb Monate waren wir unterwegs. In dieser Zeit sind wir von Sizilien aus, links herum, um das zentrale Mittelmeer gesegelt. Brittas Pech auf Elba, wo sie sich eine Radiusfraktur zugezogen hatte und andauernde Flauten machten uns zu schaffen und manches mal sehnten wir uns nach den beständigen Winden der Karibik. In der Nachschau sind wir aber trotzdem begeistert von den unglaublich schönen Erlebnissen dieses Jahres. 
Sizilien ist als Ganzes schon ein Highlight, die italienischen Inseln sowieso... Korsika, Toulon, Marseille, Barcelona, Valencia....
 Überall waren wir nicht lange genug! Da müssen wir nochmal hin. Bemerkenswert ist auch der Umgang in den von uns besuchten Ländern mit der Infektionsgefahr. Nach unserer Wahrnehmung wird nahezu überall sehr sorgfältig auf Abstand, Maske und Desinfektion geachtet. Da ist es in Deutschland eher läßig. Umso mehr wundert es uns, dass in unseren Nachrichten vor diesen Ländern gewarnt wird. Wir fühlten uns überall sicher und Bilder wie die an überfüllten deutschen Stränden haben wir nicht gesehen. Allerdings gibt es in den südlichen Ländern einen deutlich stärkeren Familienverbund, der vielleicht ursächlich für die hohen Infektionsraten sein kann. So ein Norddeutscher steckt sich beim „Moin“-sagen wohl nicht so leicht an, wie ein Franzose bei seiner landestypischen Begrüßung. Aber Segler sind ohnehin auf ihren Booten kaum gefährdet. 
Lili steht jetzt in Faro an Land und für die nächsten sechs Monate endet hier unsere Berichterstattung.



Dienstag, 22. September 2020

22.09.2020 Culatra vor Anker

Nachdem wir Ayamonte verlassen hatten, ankerten wir noch eine Nacht im Fluss und gingen dann im Morgengrauen mit der letzten Ebbe flussabwärts über die Barre. Dieses Mal war die flachste Stelle 3,2m. Da ist bei Welle nicht viel Luft....
Die 25 sm bis Culatra hatten wir schönen Wind, aber auch mal Regenschauer. Damit können wir gar nicht umgehen. Das sind wir nicht gewohnt! Und jetzt, am letzten Seetag das Regenzeug naßmachen geht auch nicht. Also musste mal wieder der Autopilot herhalten. Gut so ein Autopilot.
Nun liegen wir hier wunderschön, relativ geschützt, für die nächsten Tage und warten auf unseren Sliptermin in Faro. Am 25.09. kommt Lili für die Wintersaison hier an Land. Die Werft kennen wir schon. Wir waren vor zwei Jahren schon mal hier und wir waren sehr zufrieden.
Ein schöner Zufall war, dass Paul und Nina mit “Mareé” auch hier ankerten und wir uns endlich mal Wiedersehen konnten.
Culatra ist für uns ein kleines Paradies. Mit kleinen Häusern, netten Restaurants und dem fast menschenleeren, scheinbar unendlichem Strand, ist es einfach nur schön hier zu sein. Und wenn es doch mal langweilig sein sollte, können wir mit der Fähre in die Stadt fahren....



Dienstag, 15. September 2020

14.09.2020 Ayamonte


Nachdem wir eine sehr sportliche Fahrt durch die Straße von Gibraltar hatten, sind wir bis Rota weiter gesegelt.  Fast immer vor dem Wind hatten wir die Genoa ausgebaumt und ein Reff ins Groß gesteckt. Mit Max. 11,6 kn war das ein bemerkenswerter Törn. 

In Rota haben wir dann Petra und Tom mit ihrer “Santos” wieder getroffen und mit ihnen zwei schöne Tage verbracht. Heute Morgen ging es dann für uns weiter nach Ayamonte. Die schöne Stadt am Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal hatten wir schon vor zwei Jahren besucht.  Die Flussmündung ist äußerst flach und wir kamen bei nahe Niedrigwasser an, sodass wir uns vorsichtig unter Motor den Flachs näherten. Die flachste Stelle, eine Stunde vor Niedrigwasser, war 3,4m. 
Wir hatten zum Glück nur 15 kn Wind, sodass wir die Einfahrt riskieren konnten. Bei mehr auflandigem Wind wäre das keine gute Idee gewesen. Dann gemütlich, nur mit dem Vorsegel, gegen den Strom den Fluss hoch und nun liegen wir im modernen Yachthafen und fahren mit der alten Flussfähre zum Einkaufen nach Portugal.




Dienstag, 8. September 2020

08.09.2020 Gibraltar

Alles hat ein Ende.......
Sechs Wochen Gips, nun hat es ein Ende. Jens hat mit Präzision und Teppichschneidemesser den Gips aufgetrennt und meinem Handgelenk wieder die Freiheit geschenkt. Das fühlt sich verletzlich und ungewohnt an. Jetzt dachte ich mit Wassergymnastik Beweglichkeit ins Handgelenk zu bekommen. Das Vorhaben ist zu Ende, bevor es angefangen hat. Wir sind in Gibraltar und haben somit das Mittelmeer verlassen. Das heißt, die Wassertemperatur hat einen Wert erreicht, der meinem verweichlichten Temperaturempfinden so gar nicht mehr entspricht. Ohne zu wissen wo die Grenze zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik verläuft, hat uns die Natur deutliche Hinweise gegeben. Die ersten fliegenden Fische tauchen wieder auf. Es sind deutlich mehr Delfine zu sehen und die Temperatur des Windes ist deutlich nach unten gegangen. Vorbei die Zeit, wo man nachts gemütlich in kurzer Hose segeln  konnte, vorbei die Nächte, wo wir vor Hitze nicht schlafen konnten. Jetzt freuen wir uns über die Sommerdecken und schlafen entspannt, ohne Schweißperlen auf der Stirn. Vorbei auch unsere Mittelmeerrunde. Die Strecke zurück nach Faro kennen wir vom letzten Jahr. Und fast vorbei ist unsere diesjährige Segelrunde. Nur drei Monate, dafür aber 1500 sm. Wir haben viel gesehen, viele Eindrücke bekommen und viele Ideen, was wir uns später noch einmal ausführlicher anschauen wollen. 












Samstag, 5. September 2020

05.09.2020 über Almerimar nach Estepona

Cartagena war ok, hat uns aber nicht besonders gefallen. Genau wie Demia. Die Strecke von Demia nach Almerimar war dann aber schon wieder schönstes Segeln. Zumindest die erste Hälfte. Lili lief bei Raunen Wind bis zu 9,6 kn und wir hatten Spaß. In der zweiten Hälfte der über hundert Meilen ließ der Wind nach und aus dem Raumschotskurs wurde ein achterlicher. Die Welle ließ aber nicht nach, sodass unsere Segel unerträglich schlugen und wir nach einigen Stunden verzweifelten Bemühens doch den Motor starteten. Aber 50% der Strecke zu segeln, ist im Mittelmeer eine gute Ausbeute.
In Almerimar waren wir schon im Mai letzten Jahres. Das ist seit 5 Jahren, der erste Hafen, den wir ein zweites Mal besuchen. Damit ist unsere Mittelmeerrundreise beendet.
Almerimar ist ein guter, großer, geschützter Yachthafen mit entsprechender Infrastruktur. Sonst finden wir den Ort traurig und verlassen. Dieses Jahr wirkt es auf uns noch deprimierender als letztes Jahr. Vermutlich spielt COVID 19 da auch mit rein.
Nach zwei Tagen geht es weiter. Die 115 sm nach Estepona verlaufen wieder nach der 50% Verteilung. Diesmal aber andersrum! Erst bei Flaute motoren und dann schönstes Segeln-viel besser!
Estepona ist für uns das Highlight dieses Küstenabschnitts. Wir werden im Hafen mit einer Flasche Wein begrüßt, das Hafengeld ist sehr moderat und die Stadt ist allerliebst.


Sonntag, 30. August 2020

30.08.2020 Cartagena

Wir scheinen eine Glückssträhne zu haben. Seit Tagen segeln wir mindestens 75% der Strecken. Das liegt daran, dass wir unseren Zeitplan dem Wetterbericht unterordnen. Da geht vieles, meistens auch hautschonend mit Mondbeleuchtung. So sind wir bei super Windverhältnissen nach Cartagena gesegelt. Das ist mal wieder richtig schön. Hier ist es auch nicht so heiß, sodass wir zwei Hafentage nutzen, um Lili mal wieder richtig sauber zu machen. Und mit Britta ist das auch wirklich ernst gemeint. Alles raus und wieder rein. Politur und UV-Schutz, das ganze Programm. Von der schönen Stadt haben wir nicht wirklich viel gesehen. Aber heute  weht der Wind aus der richtigen Richtung und in passender Stärke. Also geht es heute Nachmittag weiter. Wir hoffen morgen früh in Almeria zu sein.





Montag, 24. August 2020

24.08.2020 Valencia

Endlich mal wieder schönes Segeln. Nicht gerade viel Wind aber Lili läuft bei ca. 8 kn Wind zwischen 4 und 5 kn. Auf dem Weg von Tarragona bis Valencia findet man keine geschützten Ankerbuchten. Also Ankern wir vor der Küste und lassen uns kräftig durchschütteln. 
Hier im Hafen von Valencia liegen wir direkt vor einer Jetski-Vermietung. Ganze Pulks dieser miesen Krach- und Schwellmacher ziehen minütlich an uns vorbei. Der Aggressionspegel steigt unwillkürlich. Warum dürfen die überhaupt auf‘s Wasser? So was braucht kein Mensch. Zum Glück wollen wir ja nicht im Hafen sein, sondern die Stadt anschauen...
Valencia ist etwas größer als Hamburg (2,5 Mio Einwohner) aber deutlich großzügiger im öffentlichen Raum. Hier wurde Geld für Infrastruktur ausgegeben. Radwege, parkähnliche Flächen und Straßen in perfektem Zustand. Das fällt auf, wie gut es in den spanischen Städten um die Lebensqualität bestellt ist. Eine Elbphie würde hier sicher auch Beachtung finden, aber eben nur als ein Bauwerk unter vielen.....