Faurby 396 for sale

Sonntag, 29. November 2015

Flotte Fahrt

Morgens um 4 Uhr ging es gemeinsam mit "Balou", "Flying Fish" und "Worlddancer" los, Richtung Gran Canaria/Las Palmas. Der Vollmond beleuchtete uns wie im Theater.
Der Wind aus der richtigen Richtung und zunächst, in der Abdeckung von Fuerteventura, kaum Wellen, ließen uns fast unbeschwert den Sonnenaufgang genießen. Einzig das Wissen um die an der Inselspitze auf uns wartende "acceleration zone", in der der Wind aus den Bergen laut Handbuch locker 15-20 Kn zunehmen kann und dass dann auch mal in Böen bis zu 50 kn Windgeschwindigkeit werden können, lies uns gespannt auf diesen Abschied von Fuerteventura warten. 
Es kam aber nicht so dicke. Die Wellen erreichten am Kap bis zu 4m Höhe und waren sehr kabbelig. Das Wasser spritzte schon mal bis ins Cockpit, was aber bei strahlendem Sonnenschein ein schönes Schauspiel war. Die Wellen begleiteten uns die ganze Strecke und Britta hat wieder keinen Fisch fangen können....hat sich aber, nachdem sie sich das Frühstück nocheinmal durch den Kopf gehen lassen hat, schnell wieder erholt und die ganze Zeit gesteuert. (  Unser Autopilot ist ja auch zur Reparatur).
Mit einem Durchschnitt von 7,6 Kn war das eine flotte Reise.
Als Erster angekommen wollten wir mit den anderen drei Booten einen gemeinsamen Liegeplatz. Diese Sonderwünsche sind allerdings nicht vorgesehen. Wir landen an einem Steg mit vielen Festliegern, der Rest der Truppe darf zusammen liegen. Das hat man nun davon. Am nächsten Tag gehe ich zum Hafenmeister, frage mit meinem charmantestem Lächeln, ob es möglich wäre den Platz zu tauschen. Aller Charm hilft nichts, ich ziehe eine Nummer und reihe mich in die Schaar der Wartenden ein. Nach einer Stunde frage ich noch mal nach ob das Vorhaben zu beschleunigen sei. Ich bekomme ein Formular und muss unter anderem schriftlich begründen warum wir den Liegeplatz wechseln wollen. Das muss eine gute Geschichte werden damit die Obrigkeit mit uns ein Einsehen hat. Mit dem Zettel in der Hand warte ich eine weitere Stunde bis ich vortreten darf. Der Zettel verschwindet in einer Schublade, mehr ist heute nicht zu machen. Auf die Frage wenn meinen Anliegen statt gegeben wird erhalte ich zur Antwort, in ein paar Tagen melden wir uns. Und ich darf gehen.
Immer auf die Entscheidung wartend, neigt sich meine Geduld am nächsten Tag schnell dem Ende. Mit dem für die bevorstehende Auseinandersetzung erforderlichen englischem Vokabular mache ich mich auf den Weg ins Hafenbüro. Kaum dort angekommen sehe ich Lili auf mich zukommen. Jens konnte somit die drohende Eskalation rechtzeitig verhindern und wir Lili auf den uns zugewiesenen Platz am Steg mit Balou, Flying Fisch und Worlddancer verholen. Was lehrt mich dieses Ereignis? Manche Dinge erledigen sich mit der Zeit und mit der nötigen Geduld lebt es sich leichter. 
Der Stadtstrand von Las Palmas
Las Palmas ist die größte  Stadt (380 tsd Einwohner) der kanarischen Inseln und so fühlen wir uns auch. Ein riesiger Industrie- und Yachthafen schafft beste Bedingungen für die Vorbereitung auf die Atlantiküberquerung. Hier herrscht internationale Aufbruchstimmung, überall wird gebastellt, Einkäufe werden eingestaut und auf den Steegen wird über die bevorstehende Langstrecke gesprochen.
Auch hier treffen wir wieder interessante Menschen, deren Bekanntschaft unsere Reise sehr bereichern.
Was auf welchen Booten alles möglich ist und welche Träume wie verwirklicht werden ist inspirirend und macht (bei den vielen positiven Beispielen) Mut und mutiger.

Die schöne Altstadt




Dienstag, 24. November 2015

immernoch Gran Tarajal

Der Süden von Fuerteventura gibt dem Namen der Insel alle Ehre. Eigentlich wollten wir ja nach Morro Jable aber dort ist der Hafen speziell bei etwas mehr Wind doch sehr ungemütlich. Wir waren gestern mit dem Bus dort und haben einen schönen Tag mit langem Strandspaziergang verbracht.
Ob wir dann morgen, wie geplant, nach Gran Canaria aufbrechen können, ist fraglich. Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tage 6-7 Bft und near gale warning. Morgen früh um 4 Uhr könnte es aber los gehen. Da müssen wir schon sehr viel Lust haben....
Balou hat schon die signalrote Kutterfock angeschlagen!??
Hier wird es aber auch nicht langweilig. Unter der Überschrift "TRAN TRAN" gab es hier drei Tage Karneval. Dabei ging es primär um die hier haufenweise rumlaufenden Kinder und...











... Britta  findet sehr schnell Anschluss.










Um die Sammlung der Wandmalereien in Gran Tarajal zu vervollständigen (dieser Blog ist ja auch unser Reisetagebuch) hier noch ein paar exklusive Fundstücke, die wir an eher versteckten Orten entdeckt haben.





Freitag, 20. November 2015

Die Bilder von Gran Tarajal

Weil uns die Wandmalereien in Gran Tarajal so gut gefallen möchten wir sie euch auch gerne zeigen.
 








 Vorgestern waren wir etwas ausgiebiger schwimmen und sind ca. 500m  zu einem Ankerlieger in unserer Badebucht geschwommen. Das Boot ist ein älteres, schickes Design, das ich gar nicht kannte. Auf Nachfrage, um was für ein Schiff es sich handelt, wurden wir erst mal zu einem Kaffee an Bord eingeladen. Gut das wir Badezeug dabei hatten ;-)
Carole und Jim kommen aus Michigan und sind seit 1999 rund um die Welt unterwegs. Sie haben viel zu erzählen, so dass wir sie kurzerhand für den nächstern Tag zum Kaffee bei uns einladen.
Da gab es viel zu lachen und interessante Tips.
Das Schiff ist eine 42er Oyster, die in den 80er Jahren als Racer gebaut wurde. Sehr speziell ist das Heck des Bootes, dass ca. 1m parallel zur Wasserlinie überhängt und bei jeder kleinen Welle von hinten das Schiff förmlich zum Erbeben bringt. Und Carole und Jim "hate marinas". Die sind wirklich cool.




Wir bleiben noch bis morgen hier und segeln dann nach Morro Jable. Der Ort ist das touristische Kontrastprogramm mit aneinandergereiten großen Hotels und Club-Anlagen. Der Hafen ist in eine Mondlandschaft gesetzt und gefühlt außerhalb jeglicher Infrastruktur. Aber die großen Strände locken uns dann doch für 3-4 Tage dorthin.

Dienstag, 17. November 2015

Nachtleben auf Fuerteventura


Nun sind wir 5 Tage in Gran Tarajal. Ein kleiner, wenig touristischer Ort zwischen Puerto del Rosario und Morro Jable.

 Das Besondere am Ort sind die überall zu findenden Wandmalereien. Es gibt alle Arten und viele sind in schwindelerregender Höhe.

 Der Hafen ist gut geschützt und erstaunlich wenig frequentiert. Er liegt etwa 5 Gehminuten vom „Stadtzentrum“ entfernt. Im ersten Moment erscheint die Stadt fast wie ausgestorben. Es ist 16:00 Nachmittags, einige wenige Menschen sitzen in den Bars und trinken Kaffee. Das ändert sich schlagartig gegen 18:00. Der Spielbudenplatz mit Kinderkarussell, Süßigkeitenbude und Jahrmarkt öffnen mit der untergehenden Sonne. Gegen 19:00 kommen langsam schick gekleidete SpanierInnen und im Nu sind die Restaurants voll besetzt. Dann gegen 20:00 erscheint die Jugend. Da staunt man nicht schlecht. Die Uferpromenade verwandelt sich zu einem Cat Walk und die Models können sich sehen lassen. Es ist Freitagabend. In der Stadt ist eine große Bühne aufgebaut. Wir warten. Bis 22:00 passiert hier nichts. Also entscheiden wir uns zu nachtschlafender Zeit nach Hause zu gehen und die Nachtruhe einzuläuten. Gerade als wir uns im ersten Tiefschlaf befinden geht es los. Spanien erwacht und wir auch. Bis etwa gegen 2:00 ist unsere Nachtruhe erst mal dahin. Das alles ist aber nichts gegen das, was uns am Samstagabend erwarten sollte. Für den Abend ist eine Musikband im nahe gelegenen Stadion angekündigt. Die Szenerie ähnelt der des Vorabends. Wir postieren uns in der ersten Reihe der Kneipenszene um alles in Augenschein zu nehmen. High Heels und figurbetonte Abendgarderobe machen das Warten abwechslungsreich. Wir harren bis 23:30 aus und gehen müde nach Hause. Allerdings wurden wir dann bis 5:30 unfreiwillige Teilnehmer der Veranstaltung, obwohl wir an Bord waren. Das hatte aber den Vorteil, dass wir den Strand am nächsten Tag fast für uns hatten. Heike und Heiko von Flying Fish bringen ihre Stand Up Paddelbords mit. Sie sind bereits Könner auf diesem Gebiet und wir wollen es auch werden. Alles sieht so leicht und geschmeidig aus.
Britta hat eine dynamische Technik entwickelt schnell auf#s Bord zu kommen...


 Eine kleine Welle von 5 cm macht uns das Leben schwer und wir sind weit davon entfernt uns länger aufrecht auf diesem wackeligen Brett halten zu können. Mit etwas Übung könnte es allerdings auf Kurzstrecken eine gute Alternative zum Dinghi sein.
Neben dem Vergnügen gibt es auch immer wieder Arbeit. Reiner und Jens beschließen die immer wieder verdrängten Reparaturen in Punkto Autopilot auf Lili und Dieselgenerator auf Balou nun doch mal anzugehen. 
Als erstes widmen sich die Beiden unserem Autopilot und kommen nach einem Telefonat mit Arne Krogmann, Raymarin Spezialist aus Wedel, zu dem Ergebnis: ausbauen, einschicken und hoffen dass der nur zeitweilig auftretende Fehler gefunden werden kann. Beim Thema  Generator kommen die Beiden nach Stunden der Suche auf die rettende Idee, dass es  nur noch an der „Selbsterregung„ des Generators liegen kann. Da soll Frau drauf kommen, dass das ein Motorthema sein kann. Mit fachmännischem Sachverstand hat sich der Generator wieder erregt und siehe da, der Motor läuft und der Generator liefert auch noch Strom.

Freitag, 13. November 2015

Der Calima

Mittwoch haben wir Arrecife Richtung Fuerte Ventura verlassen. Kathrin und David von der "Iris" sollten eigentlich schon dort sein, um an den Vorbereitungen zur Atlantik Odyssey (Seminare etc..) teilzunehmen, waren aber bis zu unserer Abreise leider nicht eingetroffen. Ca. eine Std. nachdem wir den Hafen verlassen hatten, konnten wir dann über Funk hören, wie sie sich im Hafen anmeldeten. Wirklich schade, dass wir uns nicht mehr getroffen haben. Wir sind dann zunächst wieder mal vorm Wind (für Nichtsegler: nerviger Rückenwind, bei dem die Segel und der Baum hin-und herschaukeln...bis man eigenlich mehr Lust hätte Motorboot zu fahren...) 20 sm nach Corralejo gesegelt. Der Hafen ist eigentlich nicht auf Gastyachten eingerichtet und wir hatten schon fast das größte Boot am Steg. Die Anmeldung war etwas abendteuerlich. Zuerst ist der Mann von der Security ganz wichtig. Hier muss ein Zettel mit allen Daten ausgefüllt werden, was einige Zeit in Anspruch nimmt, da er kein Englisch spricht. Spätestens bei der Ortsangabe und dem Strassennamen "Höbüschentwiete" scheint er zu kapitulieren. Das Ganze dann noch mal im Hafenbüro. Der Ort ist deutsches Rentnerparadies und manch einer mag denken, dass das doch passt. Uns gefiel es aber nur mäßig und wir sind dann auch wegen des angesagten, zunehmenden Windes weiter gen Süden gesegelt. 


Vorbei an den schönen Sandstränden Fuerte Venturas bis zum Hafen Puerto Castillo, der sich als zu klein und zu Überlaufen herausstellte. Wir also die Segel wieder hoch gezogen und weiter Richtung Gran Tarajal. Für Balou und Flying Fish, die sich nun auch auf den Weg gemacht hatten, war das eher eine nicht so gute Nachricht, weil sie von Arrecife bis Gran Trajal bis in die Dunkelheit segeln mussten.
Im Süd-Osten der Insel erheben sich mächtige, steil ins Meer abfallende Berge, die uns bei der Passage kräftige Winde mit über 30 kn bescheren.

Seit Tagen hören wir vom Deutschen Radiosender auf den Kanarischen Inseln, das Calima ist...
Das hätten sie doch nun eigentlich als deutscher Radiosender auch gern mal auf deutsch sagen können. Der Calima ist der vom Schirocco getriebene, feine Saharasand, von dem jährlich 1,5 Mio Tonnen  auf den Kanaren landet. Es führt dazu, dass die Sicht sehr trüb ist und am Horizont das Meer mit dem Himmel verschmilzt. Schleimhäute und Augen mögen dass meist auch nicht wirklich. Das hält sich aber bei uns in Grenzen.

Jetzt liegen wir wieder in trauter Runde mit Balou und Flying Fish zusammen in Gran Tarajal und freuen uns über den sicheren Hafen bei 30-40 kn Wind und Calima.


Montag, 9. November 2015

In Arrecife

Auf dem Weg von La Graciosa hatte Britta dann endlich mal wieder Glück. Eine halbe Stunde bevor wir Arrecife erreichten, biss eine kleine Goldmakrele an. Die Farbgebung hätte schöner nicht sein können.
In Arrecife angekommen werden wir  von Beate und Reiner von der Balou und Heike und Heiko von der Flying Fisch ganz herzlich in Empfang genommen. Zwei Monate haben wir uns nicht mehr gesehen, die Freude ist groß, lieb gewonnene Freunde wieder zu treffen. Wir hatten viel zu erzählen und nach dem  xten Madeirapunsch wurden die Geschichten auch schnell abendteuerlich. Abends waren wir eingeladen zum Essen. Beate und Heike haben alles gegeben vielen Dank an dieser Stelle.
In Arrecife herrscht lebhaftes Treiben. Aus aller Welt sammeln sich Boote die entweder schon den Weg über den Atlantik hinter sich haben oder noch vor sich. Es herrscht Aufbruchstimmung. Die letzten Reparaturen stehen an, es wird gehämmert und gebastelt. Auf dem Steg trifft man sich zum technischen Austausch über alles mögliche. Auch bei uns wird gebastelt. Jens widmet sich der Dieselpest. Nachdem wir bei einem Schiffshändler ein Additiv erstanden haben welches den Bakterien den Garaus machen soll, ist die Stimmung deutlich entspannter. Die Vakuumpumpe von Gerd rettet uns. Sie ist das beste "Werkzeug" an Bord. Viele Boote werden für die Atlantiküberquerung im Rahmen der 'Atlantik Odyssey' vorbereitet und für alle Segler, auch uns, gibt es interessante Seminare, die auf die Überfahrt vorbereiten sollen. Jimmy Cornell, der auch die bekannte ARC schon ins Leben rief, hat mit der Àtlantik Odyssey` wieder eine Eventreihe inszeniert, die sich stärker an Fahrtensegler, denn an Regattasegler richtet. Im Hafen herrscht eine dementsprechend familiäre,internationale Atmosphäre, die wir sehr geniessen. Gestern waren wir mit 18 Leuten super lecker essen. Da wird english und deutsch quer durcheinander gesprochen, viel gelacht und auch etwas getrunken.  Beate und Britta vergnügen sich mit Beates Nähmaschine (Pfaff 260-schnurrt wie ein Kätzchen...sagen die Damen). Und immer wieder trifft man sich in den Cafe's um den Internetzugang zu nutzen. Heute haben wir den ersten Vortrag von Jimmy Cornell zum Thema Route und Taktik auf dem Weg in die Karibik gehört. Dazu gab es reichlich Erfahrungen und richtig witzige Schilderungen. Das macht Lust und Mut. Denn selbst wenn die Technik ausfallen sollte treibt das Boot mit den Passatwinden immer in die Karibik... Jimmy ist nicht nur ein Segler, der über 200.000 sm auf mehrfachen Weltumseglungen gesegelt ist, er ist auch ein total charismatischer und sympathischer Typ, dem man stundenlang zuhören kann.
Wir freuen uns schon auf morgen,dann gibt es Medizin an Bord und Tips zum Rückweg aus der Karibik nach Europa.


Sonntag, 8. November 2015

Nachtrag zu Porto Santo und Madeira


Nachdem wir nun 4 Nächte unterwegs waren sichten wir im Morgengrauen die Silhouette von Porto Santo. Tagelang hatten wir außer Wasser nichts gesehen und fühlten uns fast wie Kolumbus auf Entdeckungsreise. Wir hatten ein Ziel vor dem Auge auf dass wir jetzt zusteuern konnten. Wir freuten uns auf ein idyllisches Badeparadies.


Als wir uns der Insel nähern staunen wir nicht schlecht über die Farbenvielfalt der kargen Berge. Noch mehr staunen wir als wir die Hafenansteuerung sehen. Ein kleiner, unscheinbarer Hafen in Mitten einer Industrieanlage. Dazu ein weißes Gebäude welches einem Schneckenhaus ähnelt und und recht futuristisch aussieht.
Wir machen zwischen zwei belgischen Schiffen fest, werden freundlich empfangen und gleich mit den wesentlichen Dingen vertraut gemacht. Wo gibt es Internet, wo ist das Hafenbüro, gibt es eine Waschmaschine, wo ist der Supermarkt.
Der Zollbeamte lässt nicht lange auf sich warten und bittet uns in den nächsten 2 Stunden bei ihm einzuklarieren.
Wie schon so oft in Portugal werden wir sowohl beim Zoll als auch im Hafenbüro sehr freundlich empfangen. Da der Hafen mittlerweile in kommunaler Hand ist, sind die Liegegelder erfreulich niedrig.
Internet gibt es im "Schneckenhaus" dass nicht nur ein gutes Restaurant,  sondern auch Treffpunkt und Kommunikationszentrale im Hafen ist. So treffen wir David und Kathrin, zwei sehr nette Schweizer mit ihrer Iris, die wir während unsrer Überfahrt schon auf dem AIS beobachten konnten. Heike und Herwig Münch aus Hamburg, die wir vom TO Treffen kannten haben sich ebenfalls eingefunden. Und schon hat sich eine nette Gemeinschaft gebildet.


Wie schon erwähnt,  sind wir mit der Fähre nach Madeira gefahren. Wir hatten es ein bisschen eilig, da wir uns auf ein Wiedersehen mit Balou's und Flying Fish freuten, die schon auf Lanzarote waren. Das Ankommen im Lichtermeer von Funchal ist beeindruckend.
Tausende kleiner Lichter ziehen sich die Berghänge hoch. Jens, der vor vielen Jahren schon mal hier war, ist erstaunt über die Veränderungen. Ein neues, chices Kreuzfahrerterminal ist kurz vor der Vollendung. Die ehemals kleinen Restaurants am Wasser sind verschwunden. Hier ist eine Flaniermeile aus Beton und Grünanalgen entstanden.

Der Stadthafen ist erweitert um das doppelte erweitert worden und wartet auf die Eröffnung. Das lässt hoffen in Zukunft hier einen Liegeplatz zu bekommen und somit den Flair dieser Stadt genießen zu können.
Wir hatten uns vorgenommen eine der berühmten Levadas entlang zu wandern.. Bekanntlich fließt das Wasser immer bergab. Also müssen wir erst mal bergauf. Im Tageslicht ist das Ausmaß der dafür nötigen Höhenmeter deutlich sichtbar. Also entscheiden wir uns, diese Hürde erst einmal zu umgehen indem wir die Gondel nehmen, die uns nach oben bringt. Immerhin haben wir nur zwei Tage Zeit und wollen möglichst viel erleben. Oben angekommen lässt der Regen, der diese Insel so grün macht nicht lange auf sich warten. Wir geben noch nicht auf und steuern unserem Ziel bergauf entgegen. Tief hängende Wolken und starker Regen lassen unser Vorhaben scheitern. Wir wettern bei Madeirapunsch und Törtchen den stundenlangen Regen in einem Café ab. Der Rückweg nach Funchal lässt uns erahnen was wir uns durch die Gondelfahrt erspart haben. Strassen mit bis zu 18% Gefälle sind keine Besonderheit. Wir haben Mühe uns auf den Beinen zu halten.Madeira ist eine Reise wert und das nicht nur zwei Tage. Es gäbe noch viel zu sehen und zu erwandern. Wir beschließen bei nächster Gelegenheit wieder zu kommen. Mittlerweile sind wir ja schon in Arrecife auf Lanzarote angekommem und wurden von Balou´s und Flying Fish überaus herzlich in Empfang genommen. Sie haben alles gegeben und wir hatten einen wunderschönen Abend an Bord der Balou.


Donnerstag, 5. November 2015

Schwarz wie die Nacht

Über diese Farbgebung hat jeder seine eigene Vorstellung. Ich habe jetzt eine klare Vorstellung davon.
Die Nächte sind hier in diesem Breitengrad zu dieser Jahreszeit länger als der Tag. Gegen 19:00 wird es dunkel und erst gegen 8:00 morgens langsam wieder hell. Ich kann dem Segeln in der Nacht nicht all zu viel Romantik abgewinnen. Es ist schön, wenn die Sterne am Himmel stehen, der Mond wie eine Laterne leuchtet und sein Licht sich im Wasser spiegelt. Aber es gibt auch andere Nächte.
Dicke Wolken zeigen sich am Nachthimmel, sie sind  dunkelgrau und lassen nicht erahnen was in Ihnen steckt. Sie verdecken alles. Es sind keine Sterne zu sehen, kein Mond der leuchtet, einfach nur ein schwarzes Loch. Ein Schwarz dass schwärzer nicht sein könnte. Gespenstisch. Von Orientierung keine Spur mehr, nur der Kompass zeigt die Richtung. Glücklich sind die, deren Autopilot  funktioniert und das Schiff auf Kurs hält. Leider macht unser Autopilot gerne einmal Pause und fällt komplett aus. Wenn er sich wieder erholt tritt er wieder in Erscheinung und übernimmt das Steuer. Die Windsteuer ist beim Vorm Wind Kurs ein heikles Unterfangen. 20 Grad Ausschlag nach rechts und links bei beachtlicher Welle, da sind die Nerven angespannt. Dazu kommt noch ein anderes Phänomen. Ich höre Nachts Stimmen........mitten auf dem Wasser meine ich Telefonate mithören zu können. Ich frage mich, ob das akustische Täuschungen sind und zweifle schon an mir selbst. Kann das der Schlafmangel sein.????? Ich behalte diese Erfahrung erst mal für mich. Da ist von Romantik nicht viel zu spüren, da ist man nur froh wenn es wieder hell wird.
Glücklich auf La Graciosa angekommen, sind wir begeistert von der Umgebung. 
Der einzige Platz mit Internet...
Wir ankern in einer Bucht wo das Wasser türkis blau und glasklar ist, der Strand gelb und menschenleer. Fische kann man fast greifen, allerdings ist angeln verboten, da wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden. Lanzarote liegt mit der schroffen Steilküste gegenüber. Übergehend in eine Mondlandschaft ist es ein schroffer Gegensatz zu dem kleinen verträumten La Graciosa.



Es dauert nicht lange und schon sind die Erlebnisse der Nachtfahrt in den Hintergrund gerückt und die Schönheit der Umgebung lässt das alles etwas verblassen. Wir treffen Christine und Wolfgang von der Azzurro, seit 3 Jahren unterwegs. Von den Azoren kommend wieder auf dem Weg in die Karibik. Also muss doch was dran sein an dem Erlebnis Atlantiküberquerung. Natürlich sagen sie gibt es weniger schöne Erlebnisse und anstrengende Bedingungen. Aber am Ende zählt das Ergebnis. Und das würde viel entschuldigen. Wir atmen auf und denken neu nach. Und noch was....... auch Sie hören nachts Stimmen. Ganz deutlich in allen Sprachen. In mir kehrt wieder Ruhe ein. Nicht nur ich bin verrückt
Traumhafter Sonnenuntergang am Ankerplatz