Freitag, 15. Mai 2015

Ein Leben ohne Heizung ist möglich- aber sinnlos.
Bei diesen Temperaturen ist es auf See schon ziemlich ungemütlich.
Gestern sind wir von Helgoland nach Norderney. Auf  Helgoland haben wir noch einen schönen Tag mit Elke und Rüdiger verbracht und sind dann bei NW 5 sehr schnell nach Norderney gesegelt. Britta hatte mit der anfliegenden Seekrankheit zu kämpfen, was zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme führte. Trotz Kälte gab es für sie auch keine heißen Getränke......bloß nicht unter Deck gehen.
Es war mehr Wind als angesagt und folglich sind wir trotz abnehmendem Wind zu früh am Dovetief (Dem sehr flachen Seegatt, das die Zufahrt nach Norderney bildet) angekommen. Nach vorsichtiger Annäherung an die vorgelagerten Sandbänke war klar, dass wir bei der Brandung die Einfahrt nicht wagen konnten. Nach ca. 1 Std. Wartezeit war das Wasser dann soweit aufgelaufen, dass wir die Ansteuerung wagten. Das war bei ca. 1,5 m Welle schon eine eindrucksvolle Erfahrung.
Norderney war unser Ziel, weil wir dort per Post noch fehlende elektronische Seekarten bekommen sollten.
Leider hat die Fa. Nordwest Funk die Sendung nicht wie versprochen letzten Montag verschickt, sondern vermutlich erst Mittwoch.....wenn überhaupt. Wir warten jetzt und können nicht weiter segeln. Das ist besonders schade, weil der Wetterbericht für die nächsten Tage unpassierbare Seegatten verspricht. Also Norderney!  

Dienstag, 12. Mai 2015

Nun ist es soweit. Wir sind am Montag den 11.05.15 um 9:10 in Wedel losgefahren.
Die Vorbereitungen der letzten Tage haben uns sehr in Anspruch genommen. Haus und Garten aufgeräumt, alles in Ordnung gebracht und für eine längere Abwesenheit vorbereitet. Alle Sachen ins Boot eingestaut, gut überlegt was noch notwendig ist, um möglichts nicht all zu viel zu vergessen. Teilweise haben wir wichtige Dinge wie Kreditkarten, Pässe und Visa so gut weggestaut, dass wir nur noch die Hälfte davon wiedergefunden haben. Also wieder Alles neu beantragen und mal sehen, ob es auch noch bis zur Abreise ankommt. Es soll ja schließlich nicht langweilig werden. Heute wissen wir: "Es ist nicht Alles rechzeitig angekommen..."
Wir hatten am 01.05 eine für uns wunderschöne Feier mit der Familie und Freunden auf der Batavia in Wedel. Für den Teil der Teilnehmer die nicht von der Küste kommen, war die Location schon etwas Besonderes. Hannes, der Betreiber der Batavia hat alles gegeben um Zuhörerinnen und Zuhörer mit den Geschichen rund um die Batavia in seinen Bann zu ziehen.
Jens und ich waren tief beeindruckt von der Stimmung, die getragen war von Freude, Zugewandheit, wirklichen Freundschaften und sehr persönlichen Wünschen für das, war vor uns liegt.







Und da wären natürlich auch noch die Verabschiedung von der Familie, den Kindern, Freunden und lieb gewonnenen Arbeitskollegen zu erwähnen. Am Mittwoch letzter Woche hatten wir mit meinen/Britta´s Arbeitskollegen einen kleinen Umtrunk auf LILI, so dass sich auch die Nichtsegler unter Ihnen nun vorstellen können, wie unser Zuhause für die nächste Zeit aussieht.
Wir werden Euch alle vermissen und freuen uns wenn Ihr ab und an unseren Blog besucht und uns schreibt. Nach einer wunderbaren kurzen Fahrt sind wir bei strahlendem Sonnenschein gestern in Cuxhaven angekommen, dachten allerdings aufgrund der fast tropischen Temperaturen, wir seien schon am Ziel unserer Reise......
Mit Britta und Jens von der Segelwerkstatt hatten wir nochmals einen gemütlichen Abend und schon wieder eine schöne Verabschiedung.
Heute auf dem Weg nach Helgoland hat uns die Norddeutsche Wetterrealität schnell eingeholt. Regen, Wind aus der falschen Richtung und ein ungemütlicher aluminiumgrauer Himmel.
Mal sehen, wie es weiter geht?



Samstag, 9. Mai 2015



Montag geht es los!
Lili hat nun zusätzlich zum Bimini auch optionale Seitenverkleidungen und eine Verlängerung des Sonnenschutzes bis zur Sprayhood. Das sieht gewaltig aus, ist aber extrem praktisch, besonders bei Regenwetter.


Es sieht auch so aus, als würden alle erforderlichen Reiseutensilien an Bord Platz finden. Das geht aber nur weil Britta bei der Platzvergabe sehr zurückhaltend ist. Bevor so ein Platz endgültig einer Sache zugewiesen ist, werden schon mal 2-3 Alternativen ausprobiert.
Dabei wird immer darauf geachtet, dass auch bei Seegang Ruhe im Schiff herrscht, also nichts hin- und herscheppern kann.
Viele kleine und große Abschiedsfeiern machen uns das Losfahren nicht gerade leichter.
Liebe Freunde und alle die sonst so Anteil an unseren Plänen nehmen, zeigen uns deutlich wie schön wir es doch auch zu Hause haben.....diese Trennungsgedanken müssen nun überwunden werden und Platz für Reiselust machen.

Samstag, 25. April 2015

Lili ist im Wasser, der Mast steht und nun beginnen wir alle zu Hause angesammelten Reiseutensilien einzustauen.
Das gibt endlich wieder freien Fußraum für den Staubsauger. Seit vielen Wochen stapeln sich in jeder Ecke unsererWohnung Seekarten, Solarzellen, Bücher und alle möglichen Sorten elektronischer Reisebegleiter und deren Ladegeräte. Schrecklich, dass jedes Gerät (Fotoapparat, Laptops, Kamera, Handys, CD-Spieler, Handfunkgerät,etc...) ein eigenes Laderät mit unterschiedlichen Steckern hat.
Na, nun gibt es ja wieder Luft,.... zu Hause. Aber wie das Alles ins Boot passen soll ist uns ein Rätzel.
Foto.JPG wird angezeigt.

Wiebke und Reimer haben einen Schiffsstempel für uns entworfen, damit können Bücher, Seekarten und andere in Häfen und Ankerplätzen beliebte  Leihgaben  gestempelt  werden. Hier ist jetzt auch unsere E-Mailadresse für unsere Reise zu sehen.

Samstag, 11. April 2015



Unser Boot ist nun schon fast reisefertig. Das Unterwasserschiff  ist komplett neu aufgebaut und mit drei Lagen Antifouling beschichtet. 
Es fehlen noch ein paar elektrische Anschlüsse für Licht im Cockpit ( es wird im Süden ja schließlich früh dunkel) und eine zweite Solarzelle.
Unser Festnetztelefon ist gekündigt und Britta muss nur noch die nächste Woche arbeiten. Dann Resturlaub und ein neuer Lebensabschnitt kann beginnen .


 
Ende März waren wir zum Losseglertreff des TO (www.Trans-Ocean.org) in Laboe.
Dort haben wir viele nette Leute getroffen, die alle planen in diesem Sommer bzw. Frühjahr gen Süden zu segeln. Besonders toll fanden wir die Idee schon im Vorfeld ein Forum zum Kennenlernen und zum Erfahrungsaustausch zu schaffen. Schön, dass es im TO so viele engagierte Leute gibt, die ihre Erfahrungen hier bereitstellten und uns einen sehr motivierenden Tag voller Kontakte und Informationen schenkten.


Dienstag, 20. Januar 2015

Eigentlich brauchen wir ja nix mehr....

Aber wir waren auf der Boot in Düsseldorf und haben dort viele sehr nette Gespräche geführt und natürlich viele Anregungen bekommen....
Allein der nette Verkäufer auf dem Angel-Stand hat aus Britta eine Hobby-Sportfischerin mit kompletter Anglerausrüstung gemacht.
Das hat ca. 1 Stunde gedauert und führte über Knotenkunde  und Handling der  Fische zwischen Wasser und Pfanne bis hin zur Auswahl der richtigen Köder in Abhängigkeit vomWetter.
(Für die, die das nicht so genau wissen: grauer Himmel bunter Köder-blauer Himmel  dunkler Köder. Der Fisch muss den Köder gegen den Himmel gut sehen können...)
Anhand der Rollengröße und der technischen Ausführung erkennt man  dann die Ernsthaftigkeit des Unterfangens bzw. die Unerschrockenheit der Anglerin! Ich geh' , wenn es soweit ist lieber in die Kajüte und heize die Pfanne schon mal vor.
 



Auch auf dem TO-Stand gab es von Marlene  ( SY Heimkehr) wertvolle Tips und reiselustmachende Anregungen für unser Projekt.  Dann bei Britta und Jens  von der Segelwerkstatt noch einen kleinen  Plausch und nicht zu vergessen der Besuch auf dem Stand von Frauke Klatt, deren Bilder vom Segeln einfach eine Klasse für sich sind.


Freitag, 12. Dezember 2014

Brauchen wir das?

Die alles bestimmende Frage!
Was braucht man eigentlich auf so einer Reise?
Was kann man unterwegs nicht oder nur schwer besorgen?
Im Grunde genommen ist die Frage schnell beantwortet. Wir brauchen Werkzeug, Ersatzteile und Ausrüstungsgegenstände, die nicht überall beschaffbar sind. Klamotten und Lebensmittel stehen nicht im Focus. Jetzt im Winterlager werden die besten Plätze vergeben.
Wohin mit den großen Sachen? Hat die Prämisse schwere Sachen nicht an den Schiffsenden zu verstauen  Priorität gegenüber dem schnellen Zugriff auf oft benötigte Dinge?
Da wir hoffen unterwegs hin und wieder Besuch zu bekommen möchten wir die Achterkoje(n) möglichst frei lassen und versuchen die  Segel und andere sperrige Sachen in die Backskiste zu stauen. Weil unser Boot ein eher sportliches Unterwasserschiff hat, gibt es leider keinen Platz in der Bilge. Zwischen den festgeschraubten Bodenbrettern und dem Rumpf sind nur wenige Zentimeter.
Da viele Freunde diese Reiseroute  schon erfolgreich absolviert haben können wir auf große Erfahrungsschätze  zugreifen und finden immer wieder Bestätigung darin , dass viele Dinge gern zu Hause bleiben können.