Gestern klingelte bei uns um sechs der Wecker. Nummer zwei auf der Liste der sehenswerten Vulkane war der Vulcano auf der gleichnamigen Insel, eine der Liparischen Inseln. 440 m hoch ist machbar, aber nur wenn man um spätestens um 6:30 startet. Nach gut einer guten Stunde waren wir am Kraterrand. Beißender Schwefelgeruch kam uns entgegen. Überall brodelt schwefelhaltiger Dampf aus kleinen Gesteinsspalten, den Fumerolen. Das Gas ist so heiß, das man sich den Austrittstellen lieber nicht nähern sollte. Wir fühlen uns dem Eingang zur Hölle ziemlich nahe. Ein Blick in den Krater lässt erahnen welche Kräfte hier am Werk waren. Wir steigen noch die restlichen 100 m nach oben und werden mit einen phantastischen Blick belohnt. Unten angekommen wären wir noch gerne in das schwefelhaltige Lavaschlammbad gegangen. Das soll nicht nur heilende Wirkung haben, sondern gerade bei Frauen !!!!! für zarte Haut sorgen. Leider muss unsere Haut darauf verzichten, die Badelandschaft wird gerade renoviert. Dafür blubbert es am hiesigen Strand in weniger konzentrierter Form im Wasser. In kleinen Fontänen blubbert das schwefelhaltige Gas an die Oberfläche. Wir kommen uns vor wie im Meerwasserperlsprudelbad. Die Wirkung ist nachhaltig. Den ganzen Tag wundere ich mich schon über den eigenartigen Geruch. Bis ich festgestellt habe, dass ich das bin. Der heilsame Schwefel wirkt. Wie immer haben wir den Wetterbericht im Auge. Da bahnt sich nichts Gutes an. Es gibt eine Gewitterwarnung mit viel Regen. Wir brauchen eine geschützte Ankerbucht. Die ist auf Lipari selbst nicht zu finden. Daher werden wir spätestens morgen weiter nach Panarea segeln.
Blog von Britta und Jens über unsere Segelreisen mit dem Segelboot "Lili", einer Faurby 396, ab Frühjahr 2015 bis 2021. Ab Oktober 2022 reisen wir mit unserer neuen „Lili“, einer JPK 39 FC.
Freitag, 3. Juli 2020
Mittwoch, 1. Juli 2020
01.07.2020 Nach Filicudi
Wie so oft im Mittelmeer, mal wieder unter Motor. Vorbei an Cefalù, einer wirklich schönen Stadt, ging es noch 15 sm weiter bis zu einem ruhigen Ankerplatz. Herrlich, endlich wieder ins klare Wasser zu springen, wann immer wir möchten.
Dann gestern 38 sm bis Fillicudi mit ausgiebiger Badepause. So ein Blau ist einfach berauschend schön. Jetzt liegen wir am Rande der steil abfallenden Vulkaninsel vor Anker und springen immer wieder ins kristallklare Wasser. Heute machen wir einen kleinen Rundgang über die Insel und vermutlich morgen geht es dann nach Vulcano. Dort soll es mal wieder auf einen Vulkan gehen....

Sonntag, 28. Juni 2020
28.06.2020 Lili schwimmt...
...und ist schon reisefertig. Nachdem wir 6 Tage von Catania aus mit dem Auto die interessantesten Sehenswürdigkeiten im Südosten Siziliens und den Etna besichtigt haben, sind wir nun endlich wieder an Bord. Unser Schiff hat die 8 1/2 Monate in Termini Imerese sehr gut überstanden. Die Planen hatten die Sonne vom Aufbau und Teakdeck ferngehalten, das Unterwasserschiff hatte die Werft neu gemacht und drinnen war alles so, wie wir es verlassen hatten. Das war eine große Freude. Trotzdem war noch genug zu tun. Bimini, Sprayhood und Segel anschlagen, das Rigg inspizieren und Schiff und die Tanks reinigen. Hier ist es heiß! Was vor 9 Uhr morgens nicht erledigt war, musste auf den Abend oder den nächsten Tag warten.
Sizilien, vor allen Dingen der Etna waren mir eine Herzensangelegenheit. Die Mittelstation kann man ganz einfach mit dem Auto erreichen. Von dort aus sind es noch 400 Höhenmeter zum nächst gelegenem Krater. Vollmundig war ich der Meinung, es sei gar kein Problem einfach hoch zu laufen. Mit Wanderstiefeln und genügend Wasser ausgestattet, waren wir gut vorbereitet. Wir hätten es wohl ausprobiert, wäre da nicht die Gondel gewesen, die das Vorhaben angenehmer gestaltete. Auf 2900m angekommen wartete ein geländegängiger Kleinbus, der uns bis zum Kraterrand des in 2018 ausgebrochenen Vulkans bringt. Bis hierher eine angenehme „Besteigung....“.. Dann, bei der Führung um den Kraterrand, mit einem Anstieg von 50 !!!m, sollte uns schmerzlich klar werden was es bedeutet, auf 3000m Höhe seinen Körper in Bewegung zu setzen. Jeder Schritt fällt schwer, die Luft wird knapp und der Kollaps kommt gefährlich nahe. Ein wirklich beeindruckender Tag. An der Talstation fällt uns auf, dass auf den hunderten ausgewiesenen Parkplätze höchstens 20 Autos stehen. Wie überall auf Sizilien herrscht gähnende Leere. Viele Hotels, fast alle Sehenswürdigkeiten sind geschlossen. Das Restaurantpersonal bemüht sich um jeden Gast. Wir weichen den fragenden Blicken aus. Die Buden mit den typisch sizilianischen Produkten sorgen sich um das Verfallsdatum ihrer Spezialitäten. Keramik hält sich besser. Alles wartet sehnsüchtig auf die Touristen.
Aber jetzt ist alles gut! Morgen geht es Richtung Liparische Inseln..
Freitag, 18. Oktober 2019
18.10.2019 Ab in den Winterurlaub
Lili steht winterfest an Land. Innen blitzsauber, Motoröl gewechselt und das Unterwasserschiff quasi fertig zum Malen wartet sie auf die nächste Saison.
In Termini Imerese gibt es zwei Anbieter für Bootslagerung. Wir sind bei ARTEMAR und wir sind damit sehr zufrieden. Die Arbeiten werden unaufgeregt, professionell erledigt. Vor Ort gibt es in unmittelbarer Nähe des Hafens alle Versorgungsmöglichkeiten, sehr nette Restaurants und den Bahnhof, von dem aus wir gut zum Flughafen gelangen. Nun warten wir auf unseren Flug mit Allitalia nach Frankfurt. Von dort geht es dann am nächsten Montag für 6 Monate in die „Winterferien“. Die Vorfreude hat uns aber noch nicht so ganz erreicht. Britta ist zwar schon ganz gespannt auf den Garten und kann es kaum erwarten das Unkraut zu zupfen, aber Temperaturen unter 22 Grad und lange Hosen stellen für uns ein erhebliches Drohpotenzial dar.....Wir werden es erleben.
Sonntag, 13. Oktober 2019
13.10.2020 Porticello
Zum Abschluss unserer diesjährigen Reise im Mittelmeer liegen wir noch 2 Tage vor Porticello vor Anker. Hier gibt es keine Touristen, hier ist eine große Fischereiflotte zu Hause. Der Ort ist geprägt vom voll gepackten Hafen und dem Werftbetrieb. Gestern sind wir dann doch mal an Land geschwommen und haben uns umgesehen und ein paar Einkäufe erledigt. Wir waren sehr positiv überrascht, ob der Stimmung im Ort. Vor der Kneipe spielten drei ältere Sizilianer zusammen Gitarre und sangen dazu. Einfach aus Spaß....nicht besonders schön, aber es war eine Stimmung, die uns die Mundwinkel noch ein bisschen weiter nach oben zog.
Und Abends hatte ich dann für Britta noch ein kleines Feuerwerk bestellt. 😉🥳
Mittwoch, 9. Oktober 2019
09.10.2019 Wieder am Anker
Nach zwölf Tagen Palermo, ist es auch schön wieder an die frische Luft zu kommen. Bevor wir weiterzogen haben wir aber noch einen Rundgang, der dem Kampf gegen die Mafia gewidmet wurde, gemacht. Es ist sehr ergreifend zu sehen wie viele Menschen hier ermordet wurden.
Nun motoren wir mal wieder, was sonst. Wir sind schließlich im Mittelmeer! Und weil es hier bei den steil abfallenden Küstenformationen kaum, um nicht zu sagen keine, geschützte Ankerbucht gibt, liegen wir mal wieder im “Schüttelbecher“. Das heißt, dass der starke Wind der letzten Tage eine unangenehme Welle aufgebaut hat, die uns bei der jetzigen Flaute von der Seite trifft und Lili hin- und her wirft. Am Capo Zafferano, 15 sm östlich von Palermo, gibt es wunderschöne Villen und viel Natur. Das ist jetzt erstmal genau richtig...
Samstag, 5. Oktober 2019
05.10.2019 Palermo, voller praller Eindrücke

Nun liegen wir schon eine Woche mitten in der Innenstadt von Palermo. Die Sitimar-Marina ist für unsere Verhältnisse zwar nicht billig, aber auf jeden Fall die erste Wahl. Elke und Rüdiger aus Hamburg sind für eine Woche zu Besuch an Bord. Sie haben ein Auto dabei und wir nutzen die Zeit für Ausflüge rund um Palermo. Alles was hier kulturell von Bedeutung ist datiert auf etwa 1160. Zu der Zeit haben die Normannen, nachdem sie keine Lust mehr hatten die nordischen Küsten unsicher zu machen, hier auf Sizilien den Islam mit dem Christentum ausgemerzt. Die maßgeblichen Herren hießen Wilhelm (I+II) und Walter (von Palermo). Und weil jeder Kaiser, Kriegsherr und Kirchenfürst meinte, er müsse alle anderen im Rennen um die prunkvollsten Paläste und Kirchen übertreffen, steht hier alle 50 m ein Palast oder eine Kirche, die allein bei uns das Zeug für ein Wahrzeichen eines Bundeslandes hätte. Und deshalb stehen Britta und ich hier in Palermo staunend an jeder Straßenecke und können es kaum fassen, dass es solche Pracht in dieser Menge geben kann. Zusammen mit den verfallenden Wohnhäusern, die einen äußerst morbiden Charme haben, finden wir hier eine total spannende Stadt, in der wir uns sehr wohl fühlen. Palermo ist eine Klasse für sich.
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