Samstag, 13. April 2024

13.04.2024 nach Griechenland….




 Nun sind wir schon in Griechenland. Die Überfahrt von Sizilien zum Peloponnes war in vielerlei Hinsichten für uns erstmalig. Wir sind bisher noch nie nachts mit “bunten Segeln” gefahren, haben noch nie 26 Stunden im Stück den Motor laufen lassen und wir waren noch nie mit dem Boot in Griechenland. Wir freuen uns mal wieder Neuland zu betreten. Und noch eine Premiere, unser liebstes Planungstool für längere Seestrecken, “Fastseas.com”, hat die Windverhältnisse für die gesamte Reise über 2 1/2 Tage stündlich genau vorhergesagt.

Nachdem wir gegen 10 Uhr morgens unseren Anker aufholten, mussten wir zunächst einige Stunden bei sehr wenig Wind aufkreuzen. Dann 150 Seemeilen mit Gennaker. Unser “roter Freund” bringt Lili in Fahrt. Nachts, bei mondloser Nacht mit ca. 10kn auf dem Wasser zu gleiten ist für Segler eine besondere Erfahrung. Wir liegen im Boot und spüren fast keine Bewegung, wie ein ruhiger Flug….echt cool. Als der Wind dann, wie angekündigt gegen Mitternacht auf über 22kn zulegte, kam der Gennaker dann doch lieber wieder zurück in den Sack. Dann am nächsten Tag…..Mittelmeer, totale Flaute bis zu unserem Ziel, die Ankerbucht von Methoni im Südwesten der Peloponnes. Die erste Überraschung, hier ist es unglaublich grün. Überall blüht es. Und es liegt kein Müll herum! Alle Häuser sind super gut in Schuss. So haben wir es uns in Griechenland nicht vorgestellt. Eine wirklich feine Gegend.

Die erste Aufgabe am nächsten Morgen war unseren neu installierten Wassermacher/Seewasserentsalzungsanlage in Betrieb zu nehmen. Nach ein paar Startschwierigkeiten schnurrt der nun wie ein Kätzchen mit  9 Ampere Solarstrom.

Keine Plastikflaschen mehr ran schleppen und Duschen ohne Einschränkungen, das freut die Crew🤩. 


Montag, 8. April 2024

08.04.2024 Farewell Licata

 Nachdem wir den Winter in Licata so sehr genossen hatten, ist es uns wirklich schwer gefallen gestern in Licata die Leinen los zu machen. Die Marina, der Ort und vor allen Dingen die vielen netten Leute werden wir vermissen. In Licata gibt es ständig etwas zu erleben und die internationale Community der Segler ist im regen Austausch. 

Man trifft sich zur Happy Hour, zum Yoga, Pilates, Body Balance, zum Wandern und natürlich zum gemeinsamen Barbeque. Jede Crew bringt etwas mit, das dann von allen gemeinsam aufgegessen wird.

Egal ob Sylvester, der Karneval oder auch nur die Stadt selbst bietet für uns Segler sehr viel.




Allein die letzten Tage waren exemplarisch für die Vielfalt und Vielseitigkeit. Drei mal die Woche zum “Frühsport”, abends Finnische Gäste, am nächsten Tag Dinner mit Seglern aus Canada. Den nächsten Abend Bretonische Galletes bei unserem französischen Nachbarn Hubert. Es ist selten, dass an einem Treffen mehr als eine oder zwei Crews gleicher Nationalität teilnehmen. 

Aber, wie dem auch sei, wir möchten Neues entdecken und nun sind wir wieder unterwegs. Gestern hatten wir Leichtwindsegeln. Die 35 Meilen bis Ragusa waren ein schöner Start. Weil wir abends bei unseren Holländischen Freunden eingeladen waren, musste es nochmal eine Nacht im Hafen sein. Jetzt liegen wir bei 20 kn Wind vor Anker und warten an der Südspitze von Sizilien auf den angekündigten Wind, der uns nach Pylos in Griechenland bringen soll.

Vor uns liegen etwa 330 Seemeilen über das Ionische Meer. Vermutlich wird es eine eher ruhige/langsame Reise werden. Wir rechnen damit Donnerstag, vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen…..


Donnerstag, 26. Oktober 2023

26.10..2023 Winterfest

 

Und wieder hatten wir eine wunderschöne Überfahrt von Malta nach Sizilien. Nach zwei Tagen mit nochmal schönstem Ankerfeeling mussten wir wegen des auflandigen Windes in den Hafen. Das passte aber ganz gut, weil wir sowieso unsere holländischen Freunde mit ihrer Waai Baai in Ragusa treffen wollten. Ragusa Marina ist ein moderner Hafen in dem viele Segler auch permanent an Bord überwintern. Hier gibt es viel Gesellschaft und Geselligkeit. Ein Highlight unseres Aufenthaltes ist der Ausflug nach Ragusa Ibla. Die alte, am Hang gelegene Stadt, mit ihren wunderbaren Häusern und Kirchen ist eindrucksvoll. Die Zeit vergeht schnell und wir wollen weiter nach Licata, wo wir unseren Winterplatz gebucht haben. Zunächst bleiben wir noch eine schrecklich rollige Nacht vor dem Hafen von Scoglitti am Anker. Der Hafen hat in der Einfahrt wenig Wassertiefe und wir trauen uns bei 15-20kn Wind und Welle nicht hinein. Abends soll der Wind nachlassen….

Das war auch so, nicht aber die Welle. Total genervt sind wir dann am nächsten Morgen in den Hafen. Eigentlich ganz schön. Deutlich preiswerter als die anderen Häfen an der Küste. Strom, Wasser und Waschmaschine umsonst! Aber der Ort ist für einen längeren Aufenthalt für uns zu langweilig. Nach zwei Tagen geht es dann weiter nach Licata. Dort haben wir uns sofort sehr wohl gefühlt. Auch hier gibt es eine sehr gut vernetzte Seglercommunity. Es gibt immer verschiedene Angebote. Von Yoga bis BBQ ist für für jeden was dabei. 

Wir hatten gut zu tun Lili winterfest zu machen. Das ist nun alles erledigt und wir sind seit vorgestern schon wieder zu Hause. Wir werden im Winter mehrfach zum Boot fahren und unser „Ferienhaus“ auf Sizilien geniessen.




















Sonntag, 8. Oktober 2023

08.10.2023 Malta oder doch lieber Wanne-Eickel???

Ehrlich gesagt, Malta und die zugehörigen Inseln sind nichts für uns. Wir lieben die Natur, saubere Luft und sauberes Wasser. Wir mögen es, wenn wir in den Ankerbuchten bis auf den Grund sehen können. Das ist alles nicht Malta. Hier werden Abwässer ins Meer geleitet, dass wir an weiten Teilen der Küste nicht baden gehen können. Es stinkt nach Müllverbrennung. Schon früh morgen gehen die Malteser auf die Jagd. Sie schiessen alle Sorten von Vögeln, auch bedrohte Arten werden abgeknallt. Wandern nur auf eigenes Risiko steht auf Schildern an den Wegesrändern. Hier gibt es keine Bäume, nur sehr wenig Schönes außerhalb der historischen Orte. Die sind allerdings sehr sehenswert. Valetta und insbesondere die Geschichte der Malteser sind eine Reise wert. Abends durch die Stadt schlendern und die Kathedrale sind die Höhepunkte unseres Besuchs.














Montag, 2. Oktober 2023

02.10.2023 Gozo, gar nicht langweilig.

Die Fahrt von Sizilien nach Gozo, der kleinen Nachbarinsel von Malta, war schönstes Segeln. Ohne Motoranteil und ohne an den Segeln zu stellen, haben wir die 114 Seemeilen einfach nur genossen. Britta ging es gut und Lili schnurrte nur so dahin…


Morgens um 4 fiel unser Anker in der hochgelobten „Blue Lagoon“ zwischen Malta und Gozo. Mooringbojen der kommerziellen Touriboote, abgesperrte Schwimmbereiche und eine verhältnismäßig enge Ankerbucht erschwerten die Suche nach einem vernünftigen Platz. Aber dank des Vollmondes waren wir dann doch mit unserem Ankerplatz soweit zufrieden. Nach drei Stunden war dann allerdings die Nacht auch schon wieder zu Ende. Die ersten Ausflugsboote passierten uns mit wenigen Metern Abstand. Ein erster morgendlicher Rundblick traf auf lauter Verlaufsanhänger für alle möglichen „Leckereien“. Um kurz nach 8 dann die ersten Soundchecks! Um 9 verließen wir die Lagune. Wie sich jetzt herausstellt, gibt es sehr wenig schöne und bei wechselnden Winden geeignete Ankerbuchten auf den Inseln. Kaum ist eine Schaufel Sand zu sehen, werden alle superlativen zur Beschreibung genutzt und alle Kreuzfahrtgäste mit Bussen und Booten angekarrt. Unsere zweite Bucht ist von Land kaum zugänglich. Das ist gut! Aber dafür kommt man auch nicht so leicht an Land. Hier auf Gozo fällt die Küste zwischen 50 und 100m steil ins Meer ab. Deshalb ist unser kreisrunder Ankerplatz auch etwas schwellig.

Leider dominieren hier mit jungen Männer vollbesetzte Charterboote lautstark die Szenerie.

Die letzten zwei Tage haben wir die Insel erwandert. Trotz aller Kargheit ist diese Landschaft ohne Bäume eine Reise Wert. Die Lebensmittelversorgung ist sehr gut und günstig. Mit dem Bus kann man jede Stunde in jede Richtung fahren. 























Donnerstag, 28. September 2023

28.09.2023 Seeehr flott nach Sizilien

 

Nachdem unser neues Bimini endlich fertig geworden war, ging es zunächst noch für eine Nacht auf den Anker.
Mit Sonnenaufgang setzten wir unsere Segel Kurs Sizilien. Der Wetterbericht sagte Windböen bis 26 kn aus Nord und eine Welle von 1,60 m im 5-6 Sekundentakt voraus. Also nichts für zarte Gemüter, aber machbar. In der Abdeckung der Insel starten wir unter Motor in einen herrlichen Sonnenaufgang. Die Idylle trügt. Wind und Welle nehmen rasch zu. Meine Sorge bzgl. meiner Seekrankheit auch. Die seitliche Welle türmt sich auf drei Meter auf und versucht  überˋs  Deck ins Cockpit zu gelangen. Was anfangs sachte beginnt wird schnell zur nassen Angelegenheit. Fast hätte mich eine Welle von meiner Sitzposition an der Pinne geholt. Grünes Wasser überall, selbst im Salon. Jetzt wird es Zeit sich Wetterfest anzuziehen. Schwimmweste und Ölzeug müssen her. Ich steuere tapfer weiter, um die Seekrankheit nicht hochkommen zu lassen. Lenke mich ab mit einem Spiel gegen die einsteigenden Wellen. Immer wenn das Wasser von vorne nach hinten läuft, versuche ich schnell genug Ruder zu legen, dass das Wasser über das Vorschiff abläuft. Das funktioniert nur mäßig. Alles ist nass. Nach fünf Stunden am Steuer ruft mein Köper nach einer Pause. Und das war der Untergang. Ich konnte nicht so schnell denken wie mich der Seekrankheitsteufel eingeholt hat. Ich werde für den Rest der Nacht zum Totalausfall. Jens lässt Lili freien Lauf. Mit knapp 30 kn Wind und vollen Segeln, rast Lili wie ein frei gelassenes Kaninchen durch die Nacht. Mit Geschwindigkeiten zwischen 8 und 12 kn kommen wir nicht wie geplant nach 30 Std an, sondern schon nach 18 Std. Um 1:00 machen wir in Marettimo an der Boje fest. Das Gewitter hat uns verschont, ich bin heilfroh. Jens freut sich über die Segeleigenschaften  von Lili und fällt dann in einen erholsamen Schlaf. Am nächsten Morgen starten wir gegen 8:00 weiter ans Festland. Marsala ist unser nächster Hafen. Hier sind auch in der Nachsaison die Preise immer noch gesalzen. 60€ plus Strom und Wasser ist das Günstigste, was man an der Südküste bekommen kann. Dafür waren die Duschen und die Hafenanlagen auch sehr gepflegt. Das kann man für 130€ ohne sanitäre Anlagen und ohne Strom und Wasser hier unten im September auch buchen. Geschützte Ankerbuchten gibt es an der Südküste keine. Heute ankern wir direkt vor Selinute, einer historischen Ausgrabungsstätte. Wir sind unterwegs nach Malta. Dort wird es vielleicht besser. Wir werden berichten.














Freitag, 22. September 2023

22.09.2023 Cagliari…..

Endlich scheint der Wind sich zu unseren Gunsten zu ändern. Ab morgen bläst der Mistral aus Nordwest. Die nächsten Tage gibt es vermutlich zu viel Wind aber Montag oder Dienstag können wir dem abflauenden Mistral hinterher fahren. Unser Bimini ist immer noch nicht fertig. Davide, der Segelmacher, hat sich mit Corona krank gemeldet. Weil das aber schon drei Tage her ist, könnte es sein, dass wir die windbedingte Wartezeit nicht „umsonst“ vertrödeln. 



Wir gehen täglich einmal in die Stadt, schlendern durch die Gegend, kaufen gute Sachen ein und Britta kocht. Es könnte schlechter sein. Aber 2 Wochen an Ort und Stelle festzukleben entspricht nicht gerade unseren Vorstellungen. Wir wollen reisen und neue Sachen sehen. Malta soll unser nächstes Ziel sein.