Mittwoch, 14. Mai 2025

14.05.2025 Paros





 Wann, wie, wohin?

Wer sich die griechische Inselwelt anschaut, wird wissen was ich sagen will. Sooooo viele Inseln. Manche kleiner, manche größer, einige touristischer als andere. Wir brauchen einen Plan. Ich befrage das Internet, die Törnführer Griechenlands und es gibt reichlich Tipps von anderen Seglern. Ich verbringe Stunden damit, die richtige Route mit den interessantesten Inseln für uns raus zu suchen. Wenn endlich der Plan steht, rätscht der Wetterbericht dazwischen. Zurück auf Los. Allerdings gibt der Wetterbericht nicht die Situation um die Inseln wieder. Alles ganz anders…… soll der Wind aus Süd kommen, weht er zwischen den Inseln dann aus Nord. Ich habe den Eindruck, er weiß wohin wir wollen und zeigt uns den Stinkefinger. So auf unserer Tour von Milos nach, geplant Kimolos. Eine kleine Nachbarinsel von Milos. Gelandet sind wir auf Polyaigos. Eine Naturschutzinsel, glasklares türkisfarbenes Wasser. Schön für den Sommer. Jetzt hat das Wasser gerade mal 17 Grad. Kombiniert mit dem noch immer kaltem Wind……. an Baden nicht zu denken. Gut, dass wir den Motor gebraucht haben, so haben wir wenigstens warmes Wasser. Ab jetzt habe ich mir vorgenommen keine Reiseplanung mehr zu machen. Ich überlasse die Route der Naturgewalt. So sind wir den nächsten Tag los gesegelt, ohne zu wissen wo unser Ziel sein wird. Gelandet sind wir nach einer flotten Tour mit ordentlich Wind auf Antiparos. 




Einer kleinen Insel, gegenüber von Paros. Ich beginne mit der Planung für diese Insel. Interessante Felsformationen, eine große Tropfsteinhöhle, Wanderung zur Kapelle, schöner Ort. Aber…… der Wind bläst so heftig in die Bucht, dass nichts von meinen Planungen Wirklichkeit geworden ist. Einzig der Ort Antiparos lädt uns zu einem kurzen Spaziergang ein, bevor wir die letzten Meilen bis nach Paros motoren. Der Anker fällt in der Bucht von Parikia. Mit unserem SUP paddeln wir an Land und laufen in die Stadt. Es gibt hier einen Hafen, der meist mit Charterbooten belegt ist. Der Ort selbst ist ein Labyrinth von kleinen Einkaufsstraßen, die dem Tourist alles bieten. Von hübschen Restaurants, über edle Boutiquen bis zum Souvenirladen, eingebettet in historisches Gemäuer, ist alles vorhanden. Wunderschöne Plätze, wo man beim Sundowner, den Tag Revue passieren lässt. Hier lässt es sich die nächsten Tage aushalten. Ich begebe mich an die Planung der Top 10 der Sehenswürdigkeiten. Für den nächsten Tag ist eine Busstour nach Lefkes geplant, um von dort aus den Byzantinischen Wanderweg zu laufen. Und abend‘s dann in ein feines Restaurant namens „Levantis“. Lefkes ist ein Ort mit Postkartenformat. Alles was man sich von Griechenland vorstellt, wird hier wahr. Allerdings zurückhaltend touristisch. Der Tag hat uns bis hierher gut gefallen. Zurück, steigen wir in den falschen Buss und machen eine unfreiwillige Sightseeing Tour durch die Insel. Ich freue mich schon auf die außergewöhnliche Küche des Restaurants. Doch dann……nach einem Blick in denWetterbericht. 😩. Starker Nordwind ist angesagt. Wir sind gut beraten, uns eine geschützte Bucht zu suchen. Die Speisekarte löst sich in Wohlgefallen auf. Schade. Wir segeln noch die 9 Meilen um die Ecke in die nordöstliche Bucht von Naoussa. Hier liegen wir erst einmal gut. Allerdings kommt am Freitag Starkwind aus Süd. Wir müssen noch einmal den Ankerplatz wechseln um sicher zu sein, dass wir dem Wind Stand halten können.







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Donnerstag, 8. Mai 2025

08.05.2025 Milos








 Die 72 sm von Elafonysos nach Milos war mal wieder richtig schönes Segeln. Britta ist nun auch resistent gegen Seekrankheit. Die letzten Tage schaukelten wir kräftig vor Anker und dann wachsen Seebeinchen. Das U-Schiff ist leider immer noch nicht wirklich sauber aber es wird ja ständig wärmer und demnächst geht es dann richtig los… gegen 19 Uhr viel der Anker in der schönen Bucht von Mílou/Milos. Wir liegen wegen kräftigem Südwind ca. 5km weit weg vom Hafen. Toller Ankerplatz, Sand und türkises Wasser soweit das Auge reicht. Nächsten Tag wandern wir in den Ort. Kaum hatten wir mit unserem SUP den Strand erreicht, fegten völlig aus dem Nichts, Böen mit 40 kn Windgeschwindigkeit über die Bucht. Wir konnten unser Paddelboard kaum noch festhalten und Lili, nun allein, zog kräftig am Anker. Aber, solange der Anker im Sand liegt, haben wir damit keinen Stress.

Am nächsten Morgen verholen wir auf einen Ankerplatz vor dem Hafen. Der Hafen gefällt uns nicht. Der Ort Adamas eigentlich auch nicht besonders. Hier gibt es zu viel Verkehr. Überall Autos und Quads, diese unsäglich lauten, unbequemen und hässlichen „Autos ohne richtige Sitze“.

Egal, es gibt gute Versorgungsmöglichkeiten, viele Restaurants und von hier fährt der Bus in die „Hauptstadt“.

Das war unser Programm heute. Zunächst in die Berge mit dem Bus und dann wieder ca. 12 km wandern. Wir waren in Plaka, sehr schön mit Parkplätzen vor dem Ort, und sahen dann die Kopie der Venus von Milos. Das Original steht im Louvre. Dumm gelaufen. Ein Bauer aus Milos hat die Schöne 1820 für kleines Geld an ein paar Franzosen verkauft und die Geschichte nahm ihren Lauf…

Dann noch die Katacomben von Milos. Die weltgrößte Ansammlung christlicher Gräber. In den Berg getrieben, um die Toten vor den Römern zu verstecken. 

Weil es heute strahlender Sonnenschein war, sind wir nach der Wanderung mal wieder völlig fertig und das Baden bei knapp 18 Grad Wassertemperatur ist gar nicht mehr so schrecklich. So lässt es sich aushalten. Morgen mit dem Moped über die Insel….






Freitag, 2. Mai 2025

01.05.2025 Über Koroni nach Osten

 In Methoni konnten wir uns gut von der Überfahrt aus Italien erholen und damit beginnen das Unterwasserschiff und den Propeller vom Bewuchs zu befreien. Allein am Wasserpass konnte ich an jeder Seite des Bootes mehr als eine Stunde arbeiten. Bei 17 Grad Wassertemperatur geht das nur im Neoprenanzug. Der Propeller war komplett mit Seepocken überzogen, sodass auch mehrere Tauchgänge ein nur knapp befriedigendes Ergebnis brachten. Also dranbleiben…



Ein Stop in Foinikounta und am nächsten Tag weiter nach Koroni. Wie auch schon letztes Jahr, sind wir wieder von dem schönen Ort begeistert. Wie immer liegen wir fast oder ganz alleine in den Ankerbuchten. 



Heute haben wir auf die Westseite des mittleren Fingers des Peleponnes verholt. Wir warten hier, bis wir guten Wind Richtung Osten bekommen. Das wird vermutlich noch bis Sonntag dauern.






Samstag, 26. April 2025

26.04.2025 Wieder unterwegs

Am 23.04. haben wir unser „Winterquartier“ in Licata Richtung Methoni/Griechenland verlassen. Es war wieder nicht einfach loszulassen. Die Gemeinschaft mit befreundeten Seglern und die Vielseitigkeit dieses Ortes machen den Abschied etwas schwerer als sonst. Wir hatten viel Sport über den Winter und tolle Party‘s.





Aber mit viel Wind aus der richtigen Richtung ging es dann doch los. Unser erster Fehler, wir haben das Unterwasserschiff nicht von einem Taucher reinigen lassen, rächte sich sofort. Schon im Hafen lief Lili nicht schneller als 4 kn unter Motor….
Dann, unter Segeln, trotz kräftigem Wind von Achtern, waren wir zunächst eher langsam unterwegs. Das wurde dann mit zunehmendem Wind besser. Lili hat sich selbst etwas gewaschen. Mit ungerefften Segeln und Böen über 35 kn konnten wir dann über 16 kn in der Spitze laufen. Das war Adrenalin pur. Lili kann was!

Der Wetterbericht war sehr gut und uns war klar, dass wir trotz der ersten Starkwindzeit, dieses Wetterfenster nutzen mussten. Aber…..Britta war nach wenigen Stunden komplett Seekrank. Ein Desaster für sie. Dieser Zustand änderte sich auch erst nach zwei Tagen. Der starke achterliche Wind ließ nach, die Welle blieb. Zum Glück reichte der Wind aber aus, wir konnten nahezu die gesamten 395sm segeln!
Als wir den Motor doch einmal wegen der Schaukelei nutzen wollten, stellten wir fest, dass die Seewasserpumpe leckte und das Seewasser direkt in unsere Batteriebox lief. Viel Wasser. Also musste repariert werden…
Gut, dass wir einen Simmering als Ersatz dabei hatten. Das gehört einfach dazu.
Jetzt ist alles wieder fein und wir liegen in Methoni vor Anker. Wir hatten ein schönes Frühstück, die Sonne scheint und Britta spricht vom Baden…..











Dienstag, 22. Oktober 2024

19.10.2024 Licata

Unsere Überfahrt von Kefalonia nach Sicilien gestaltete sich schwierig. Es begann recht beschaulich. Die Wettervorhersage gut. Nach den Vorhersagen aus dem Wetterrouting könnten wir 80% der Strecke segeln und kämen mit 9 Motorstunden aus. Was will man mehr. Gut vorbereitet und proviantiert starteten wir gegen Abend in die sternenklare Nacht hinein. 


Nachdem wir aus dem Windschatten der letzen Insel raus waren, wurde es eher rauh. Der Wind nahm, wie vorhergesagt, auf 23-25 kn zu. Soweit so gut. Aber……. auch die Wellen nahmen zu. Und das ohne  bestimmte Reihenfolge, sondern aus allen Richtungen. Eine sog. Kreuzsee. Da war das Strickzeug schnell verschwunden und wenig später, ich in Person ebenfalls. Die Wellen waren so steil und kurz, dass Lili hin und her geworfen wurde und ich das Gefühl hatte mit einem Rodeo Pferd unterwegs zu sein. Ich konnte mich in der Koje kaum stabilisieren. Jens hatte die ungemütliche Position. Die Segel mussten ständig angepasst werden. Es wollte einfach keine Ruhe einkehren. Jens musste die ganze Nacht durcharbeiten. Dann kam das,  was nicht passieren durfte. Der Wind ließ nach und nach, bis auf gar kein Wind mehr. Dafür blieb die Welle. Wir hatten noch 150 nm und eine Nacht vor uns. Wir mussten kapitulieren, und ab dann lief der Motor für die nächsten 24 Std. Irgendwie hat das mit der Wettervorhersage nicht so recht geklappt. 


Auf Sizilien, in Marzamemi angekommen, treffen wir Sabine und Jürgen von der Papillon und Doris und Peter von der Joy. Es war so schön wieder Freunde zu treffen. Wir kennen uns schon vom letzten Jahr in Licata. 
Die Windverhältnisse sind sehr unterschiedlich. Wir wollen weiter und nehmen jeden Hauch Wind, den wir bekommen können. Um Fahrt ins Schiff zu bekommen, muss uns  der rote Freund helfen. 
In Licata angekommen, bekommen wir unseren alten Platz wieder. Die Marina ist jetzt schon sehr voll. Nur noch wenige Plätze sind frei. Es gibt aber noch viele Schiffe, die immer noch unterwegs sind. Es ist schon alles wieder in vollem Gange. 3-4 mal Sport, 2 mal Happy Hour, Barbecue, Häkelstunde und und und. Und das Schöne ist, dass es viele neue Leute in der Marina gibt, die neue Ideen mitbringen. So starten demnächst noch Zumba und Power Workout. Es ist schön, wieder hier zu sein.








Freitag, 4. Oktober 2024

04.10.2024 Der Golf von Korinth

 Der Golf von Korinth war eine Überraschung. Alles ist viel schöner als erwartet. Wir dachten an trübes Wasser und Industrieanlagen. Und wir dachten an Wind von vorn, der dann allerdings auch wirklich bis knapp 30 kn (apparent) Lili kräftig eingesalzen hat. Hier gibt es wunderschöne kleine Häfen und Ankerbuchten. Das Badewasser ist mittlerweile recht erfrischend aber, auch hier im Golf, meisten klar. Galaxidi, Trezonia und Nafpaktos sind unsere Stationen. 

In Galaxidi nehmen wir uns ein Auto und besuchen Delphi. Das Heiligtum, einst als der “Mittelpunkt der Welt“ verehrt, befindet sich an den Abhängen des Parnass Gebirges. Das Orakel, unfehlbar in seinen Weissagungen, entschied über Tod und Leben und über Krieg und Frieden.


Der Wagenlenker von Delphi, 478 vor Chr. Eine Bronzestatue und das berühmteste Ausstellungsstück Delphi‘s.
Sphinx der Naxier. Ein Wesen mit Frauenkopf, dem Körper eines Löwen und den Flügeln eines Raubvogels. 560 v. Chr. 
Theater mit 5000 Sitzplätzen
Der Apollontempel.  505 vor Chr. weissagte hier das Orakel ursprünglich nur an einem Tag im Jahr. Die Anfragen wurden zunehmend mehr, so dass das Orakel täglich orakelte. Natürlich nicht ohne vorher  durch Opfergaben milde gestimmt zu werden. Somit wurden die Priester von Delphi zu Drahtziehern der Weltpolitik.
Galaxidi, ein wirklich schönes, gemütliches Örtchen.
Meistens wird hier im Golf gekreuzt, manchmal auch gegen eine frische Brise.
Der alte venezianische Hafen von Nafpaktos
Immer wieder wird die Unabhängigkeit von den Osmanen symbolisiert.
Und wieder einmal eine Wanderung zur Burg. Hier verschanzten sich die Einwohner vor dem Übergriff durch die Osmanen. In der Seeschlacht von Lepanto, dem sog. heiligen Krieg, verloren über 30.000 Menschen ihr Leben. 

Blick über Nafpaktos und den Golf von Korinth



Die Brücke zwischen dem Golf von Korinth und dem Golf von Patras. Oder auch die Einfahrt in das Ionische Meer. Die Brücke wird vom „Rio Traffic Control“ kontrolliert. Man wird auf UKW angerufen, nach der Masthöhe befragt, um dann auf die richtige Spur zur Durchfahrt zu kommen.

Bis hierhin hat uns die Gegend und das Segelrevier im Golf von Korinth wirklich gut gefallen. Es ist Anfang Oktober, die Temperaturen gehen langsam nach unten, das Wasser wird kühler, die Luft klar und schön. Wir denken, es ist die schönste Zeit die Gegend zu erkunden.