Mittwoch, 1. März 2017

01.03.2017 BVI's Kopfkino

Da hat man Bilder im Kopf und kann es gar nicht erwarten endlich dort hin zukommen. Wo das Wasser noch blauer, die Strände noch schöner, die Schnorchelspots ultimativ und die Partystimmung mitreisend sind. In einer der letzten Yachtreportagen waren Bilder zu sehen, die tatsächlich diese Vorstellung in unseren Köpfen wachsen ließ.
Der Wind hat kräftig zugelegt, so dass wir nicht die Bucht nach Schönheit, sondern Machbarkeit wählen mussten. Vor Prickly Pear haben wir die erste Nacht in der Abdeckung der Insel geankert. Wir haben etwas sparsam geschaut. Nichts von dem was unser Kopfkino zum X mal abgespielt hat, war zu sehen. Am nächsten Tag, nach dem unkompliziertem Einklarieren, haben wir uns in die viel gepriesene Bucht vor der Bitter End Marina verlegt. Die Mooringbojen, welche dicht an der Marina liegen kosten pro Nacht 30$. Ankern kann man in der entgegen gelegenen Bucht, was den Weg  zur Kneipe erheblich verlängert.
Der Wind bläst mittlerweile mit bis zu 36 Kn , womit jede Strecke mit dem Dinghi zur unbeabsichtigten Dusche wird. Mir vergeht die Lust auf einen Sun Downer, selbst zur Happy Hour. Schwimmen wird zum Abenteuer. Bei soviel Strömung und Welle fühlt man sich fast in Seenot. 
Wir sind etwas ratlos. Der Wetterbericht sagt für die nächsten 10 Tage keine Änderung voraus. Was bedeutet, dass alles das, was wir uns in unserem Kopf zurecht gelegt hatten, nicht stattfinden wird. Wir werden uns eine Bucht suchen wo wir etwas geschützter liegen und dann mal sehen was zu machen ist. Heute, nachdem auch der Kopf in der windigen Realität angekommen ist, sieht es schon besser aus. 27 Grad, super Badewasser im Whirlpool! Und in der windgeschützten Kneipe wird es mit dem obligatorischen 'Painkiller' sowieso schnell gemütlich.



Montag, 27. Februar 2017

27.02.2017 Virgin Gorda / BVI´s

Nachdem wir morgens um 03:00 die Bucht von Grand Case auf St. Martin gemeinsam mit `Murada` Richtung Virgin Gorda verlassen hatten, erwartete uns zunächst mal wieder eine laue Restnacht auf See. Britta hatte sich noch ein wenig hingelegt und ich hatte den Sternenhimmel für mich allein. Das ist wirklich toll, bei 25 Grad Lufttemperatur und vielleicht 12 kn Wind mit Minimalbekleidung durch die Nacht zu gleiten. Nachts segeln kann hier ziemlich dunkel sein, verliert aber allein schon wegen der angenehmen Temperaturen völlig seine Schrecken. Das ist mit Nordseesegeln nicht vergleichbar.

Dumm nur, dass wir nach einigen Meilen aus der Abdeckung der Insel heraus kamen und die Atlantikwelle voll zuschlug. Jetzt war der Wind, weil von hinten kommend, kaum noch ausreichend unsere Segel stabil stehen zu lassen..... Zum Glück haben wir ein vergleichsweise leichtes Schiff und brauchten den Motor nicht zur Hilfe zu nehmen. Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang nahm der Wind dann im Verlauf des Tages zu und brachte uns rechtzeitig zum Kaffee nach Virgin Gorda.

Die BVI´s sind das Ferienparadies der amerikanischen Segler und Charterer. Es gibt unendlich viele Ankerbuchten, die wir in den nächsten 3 Wochen entdecken wollen. Hier schon mal ein paar erste Eindrücke.


Samstag, 25. Februar 2017

25.02.2017 doch noch was Schönes in St. Martin


Gleich einem gekrümmten Finger ragt eine kleine Felsgruppe um die nördlichste Bucht St. Maartens. Als wolle sie uns festhalten, um uns zu zeigen dass es doch noch schöne Ecken gibt. Grande Case ist die Bucht der Gastronomie. Ob Street Kitchen oder Sterneküche, man kann wählen. 


Bei den Gerüchen läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Und das jetzt, wo wir doch gerade für die nächste Woche eingekauft haben. Schade. Hätten wir doch das gewusst. Wieso hat der Finger uns nicht schon früher gewunken. In der Hoffnung auf gutes Internet nehmen wir in der ersten Reihe, Strandlage mit Swimmingpool und netter Atmosphäre Platz und bestellen ein Bier und ein Glas Wein. Mit 15 € sind wir dabei. 😳 Schön war es, aber wir essen besser zu Hause. 
Morgen passt der Wetterbericht so dass wir mit Muradas zusammen auf die BVI 's fahren.

Freitag, 24. Februar 2017

23.02.2017 St. Martin...

....brauchen wir wirklich nicht. Natürlich gibt es hier Island Waterworld und andere Schiffsausrüster. Es gibt Supermärkte und wir können unsere Wäsche waschen lassen. Damit ist aber für uns die Attraktivität der Insel schon beschrieben, zumindest im Vergleich mit anderen caribischen Reisezielen. Heute sind wir mit dem Bus auf die holländische Seite der Insel, nach Philipsburg gefahren. Was wir hier sehen, überschreitet das bisher gesehene bei weitem.

Über 20.000 Gäste flanieren täglich an der Promenade und durch die angrenzenden Straßen. Bar's, Restaurants und Geschäfte mit nutzlosen Sachen reihen sich gefühlt unendlich aneinander.
Überall werden wir angesprochen irgendetwas zu kaufen oder an irgendeiner Tour teilzunehmen.
Individualität und landestypische Elemente sind hier nicht (mehr) zu finden.
Sint Maarten besteht ja nun aus zwei Staaten. Im Süden Holland und im Norden Frankreich. Wir haben gehört, dass man wegen der Kosten nicht nach Holland gehen soll um ein zu klarieren, sonder nach Frankreich. Unser Ziel ist die Bay Oriental auf der Ostseite der Insel. Wir ankern vor der Ilet Pinel, einer kleinen unbewohnten Insel in der Bucht mit einer Strandbar, die tagsüber als ideale Partylocation für die Landtouristen dient. Strandliegen wie in Rimini,  dicht an dicht , Stehtische im Wasser, der Lobster für 60 US $  auf dem Grill.  Motorboote mit vier mal vierhundert (1600) PS  bringen die Partylöwen schon morgens zum Strand. Die PS -Stärke lässt ungefähr auf die Wattleistung der Lautsprecher schließen. Gute Laune den ganzen Tag. Mit Sonnenuntergang wird es ganz still, wie schön. Jetzt wird es langsam knapp mit unseren Vorräten. Wir brauchen dringend einen gut sortierten Supermarkt bevor wir weiter auf die BVI's fahren. Also auf in die Marigot Bay, wo alle hin fahren. Die Ankerbucht ist riesig, der Anker hält sofort. Um an Land zu kommen, muss man allerdings eine halbe Stunde bis zur Marina mit dem Dinghi fahren. Der Ort hat die besten Zeiten gesehen. Es ist eher schmutzig und der karibische Charme fehlt gänzlich. Ohne was zu sagen sind wir uns einig, wir wollen hier nicht bleiben. Vielleicht ist Philipsbourg im holländischen Teil ja schöner. Mit dem Buss ist man in 20 min dort. Eine Stadt, die nur aus Geschäften besteht. Hier versucht jeder mit allen Mitteln Kunden an zu locken. Jens entdeckt einen Mann mit einem Schild " Free Heiniken for just looking ".


Das ist doch eine Einladung, oder nicht. Jens ärgert sich, dass er uns auf das Schild aufmerksam gemacht hat, denn wir nehmen die Einladung doch gerne an. 🤗
Ein frisch gezapftes Bier im klimatisierten Laden, wunderbar. Jetzt noch im großen Carfour alles einkaufen was das Herz begehrt und die Reise kann weiter gehen. 

Mittwoch, 22. Februar 2017

21.02.2017 St. Barth nach Sint Maarten

Nun hatten wir nach der Hauptstadt Gustavia auch noch 2 Ankerbuchten. Die erste nicht einsam.
Die Crews der großen Motorboote lieferten ihre Waren am Strand an und dann kamen die Herrschaften....





Die zweite Bucht war da schon mehr nach unserem Geschmack. Auf der Ile Fourchue hatten wir zusammen mit Murada je eine gute Mooring in unmittelbarer Nähe des Schnorchelspots. Kristallklares Wasser! Nachts wurde es dann allerdings sehr ungemütlich. Gegen 01:00 Uhr drehte der Wind auf West und Böen über 30 kn schoben große Wellen in unsere beschauliche Bucht. Mooringleinen mussten verstärkt werden und Ankerwache war jetzt Plicht. Morgens dann fluchtartiger Aufbruch nach Sint Maarten. Jetzt liegen wir im Osten der Insel und genießen den nachmittäglichen Beat vom Strand. Alkoholische Getränke werden an Tischen im Wasser serviert.
Aber, so ein Glück! Um 17:00 ist der Zauber vorbei. Die Partyboote fahren nach Hause und wir haben die kleine Insel für uns. Schön!

Samstag, 18. Februar 2017

19.02.2017 St. Barth

Es könnte auch St.Tropez sein. Hier liegt eine Megayacht neben der anderen. 'Eclipse', unser Nachbar, Herr Abramowitsch, belegt zurzeit mit seinem Spielzeug Platz 2 der weltgrößten Motoryachten. Hubschrauber und U-Boot sind selbstverständlich. St. Barth ist steuerfrei. Das bedeutet, beim sehr gut sortierten Schiffsausrüster finden wir unerwartet preiswerte Angebote. Das gilt leider nicht für die Gastronomie. Da bleiben wir dann meist zum Essen an Bord. Die Angebote für die Damen sollen angeblich auch sehr günstig sein.


Es wird Zeit, dass wir wieder in eine traumhaft ruhige Ankerbucht kommen....

Freitag, 17. Februar 2017

17.02.2017 St. Kitts

St.Kitts ist dominiert von Kreuzfahrtschiffen. Bis zu fünf Kreuzfahrer können die Insel gleichzeitig besuchen. Bis zu acht Stockwerken reines Wohnen. Dazu kommen die Servicestockwerke und der Rumpf. Beim Zählen der Kabinen in der Längsreihe habe ich aufgehört, ich habe es nicht geschafft. Hinter dem Anleger wurde eine eigene Stadt gebaut. Mit Juweliergeschäften, Parfümerien und Elektrogeschäften, alles zollfrei. Taxifahrer versuchen mit einer unglaublichen Hartnäckigkeit ihr Geschäft zu machen. Auf jeden Fall ist es ein Geschäft für die Insel.  
Was gibt es noch?
- 5 US$ für das Dinghi Dock ( festmachen des Dinghis am Steg) inklusive mäßigem   
Internet, aber Benutzung der Duschen. Das war für mich allemal die 5$ wert.
- schöne Buchten im Süden wo man gut ankern und schnorcheln kann.
- sportliche Busfahrer, immer auf dem Weg zu neuen Geschwindigkeitsrekorden.
- ein Busfahrer, mit dem wir in Vorfeld den Preis nicht abgesprochen hatten. Da         wurden schnell mal wegen eines Umweges von der Busroute aus 5$ Bus 80$ Taxipreis. Das hat Jens mit seinem standhaftem Verhandlungsgeschick dann noch retten können. 
- die unfreundliche Dame im Immigrationsbüro, die keine Lust hatte uns einen Stempel zum ausklarieren zu geben. Mal sehen ob das im nächsten Hafen gut geht? Verpasst haben wir die " Ein Mann Seilbahn", die Passagiere mit bis zu 70 Stundenkilometer über den Regenwald sausen lässt. Das wäre sicherlich ein tolles Erlebnis gewesen.
St. Kitts ist eine quirlige Insel mit hupenden Bussen und geschäftigem Treiben. Nevis dagegen fein, beschaulich, freundlich mit der Langsamkeit der Karibik.


Es gibt noch so viel zu sehen, aber wir wollen weiter. Saba und Sint Eustatius wären die  nächsten Ziele. Steil abfallende Inseln , nicht ganz einfach anzulaufen, dafür aber tolle Tauch- und Schnorchelspots. 
Der Wetterbericht verspricht moderaten Wind aus NO, was bedeutet, dass wir im Westen der Insel gut geschützt liegen könnten. Also kaufen wir ordentlich ein, um die nächsten Tage keine Not zu leiden. Man weiß ja nie, wie das mit dem Einkaufen auf solch kleinen Miniinseln ist. Morgens geht es in aller Gemütlichkeit los. Nachdem wir St Kitts hinter uns gelassen haben, wundern wir uns, dass wir immer noch Wind und Welle aus SO haben. 20 sm später, die Mooringboje von St. Eustatius schon in Reichweite, wird uns klar, dass wir bei diesen Bedingungen nicht anlanden können. Die Wellen kamen aus allen Richtungen. Eine Fahrt mit dem Dinghi an Land wäre nicht denkbar gewesen und das Geschaukel im Schiff hatten wir die letzten Tage zur Genüge. Wir beschließen kurzerhand die 25 sm weiter nach St. Barth zu gehen. Der internationale Bekanntheitsgrad von St. Barth übersteigt bei Weitem die Größe von 25 Quadratkilometer. Sie verfügt über einige der begehrtesten Immobilien der Welt und wird "die Rivera der Karibik" genannt. Wenn das mal nicht genau das Richtige für uns ist. 
Da wo die Ankerbucht ist, sehen wir von Weitem ein Meer von Masten. Näher kommend scheint es, als ob kein Schlauchboot mehr Platz finden würde. Und dass immerhin bei Ankerliegegebühren von 8€  und Mooringgebühr  von 20€ pro Tag. Wir finden ein Plätzchen ganz knapp an der Fahrrinne und direkt unter der Einflugschneise zum nahe gelegenen Flughafen . Im 3 Minutentackt schweben die kleinen Flieger über uns vorbei. Morgen machen wir uns dann ein Bild von der hoch gelobten Insel. Da muss doch noch was sein, was alle so verzaubert.