Dienstag, 3. Juni 2025

03.06.2025 Ikaria (2/2)

 Weit abgelegen in der Ägäis im Mittelmeer liegt Griechenlands einzigartige Blue Zone, die auch als „die Insel, auf der die Menschen vergessen zu sterben“ bezeichnet wird: Ikaria. Bei den knapp 8.300 Einwohnern dreht sich der Alltag rund um Entschleunigung und einen entspannten Lebensstil. Ikaria ist eine Insel der Einheimischen. Nicht für Touristen gemacht. Keine aufgehübschten Gassen mit den immer gleichen Souvenirläden. Keine weißen Häuser mit blauen Fensterläden. Keine typisch griechischen Fotomotive. Ikaria ist nicht poliert. Und das macht für uns den Reiz dieser Insel aus. Und, danach suche ich seit zwei Jahren, es gibt viele heiße Thermalquellen. Wir liegen im Hafen von Agios Kyrikos. Der Hafen mit dem netten Hafenmeister. In 20 Minuten Fußweg kann man nach Therma laufen. Therma……. der Name ist Programm. In einer Felsengrotte sprudelt die heiße Quelle mit 60 Grad warmen, radioaktiven Wasser an die Oberfläche. Jens ist skeptisch. Radioaktiv….. das kann doch nicht gesund sein. Alle Berichte und Heilversprechen werden studiert. Doch dann lockt das warme Wasser in der Höhle. Ich kann nicht mit Worten beschreiben wie schön das war. In der Abenddämmerung mit netten jungen Leuten im warmen Wasser zu liegen und sich was zu erzählen. Und schon war die Radioaktivität kein Thema mehr. Eine nächste Quelle sprudelt etwas westlich von Agios Kyrikos. Diese ist allerdings schwer zu erreichen. Man muss über glitschige Steine klettern, um in das dampfende Nass zu gelangen. Bei Wellengang nicht zu machen. Und dann das Beste von Allem. Der Hafenmeister verrät uns, dass es im Hafen ebenfalls eine heiße Quelle gibt. 10 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Ebenfalls in einer kleinen Höhle. Das war der Moment, an dem wir noch drei Tage verlängerten und ab sofort jeden Tag zweimal in die Badewanne sprangen. Ich denke, es braucht mindestens zwei Wochen, um die versprochenen Heilwirkungen in den müden Knochen zu spüren. Vielleicht kommen wir ja noch mal wieder. Neben den Thermalquellen hat Ikaria noch einiges zu bieten. Wir mieten für zwei Tage ein Auto und fahren unseren 10 Punkte Plan ab. Ikaria wird durch die 1037 m hohe Gebirgskette Atheras geteilt. An vielen Stellen ist die Insel wild und unberührt. Bergziegen suchen ihre Wege entlang von Gestein und wild wachsenden Kräutern. Die Nordküste hat wunderschöne Ankerbuchten ( karibisch) und ist  insgesamt etwas lieblicher von der Bebauung. Nette Tavernen, mit Blick über das Wasser, laden zum Essen ein. Uns hat die Insel in ihren Bann gezogen. Der Abschied heute Morgen viel uns schwer. Noch eine Anmerkung zu Ikarus. In Seglerkreisen wird die Geschichte von Ikarus umgedeutet. Seine Flügel waren Segel. Und Ikarus hat die schwierigen Windverhältnisse um Ikaria unterschätzt und ist, ob der unvorhersehbaren Fallwinde, in Ikaria abgestürzt. Wie auch immer, das können wir bestätigen. Es ist nicht einfach von und nach Ikaria zu segeln. Die Fallwinde sind enorm. Von Flaute auf weit über 30 kn Windgeschwindigkeit dauert manchmal nur Sekunden.












Samstag, 31. Mai 2025

31.05.2025 Bis Ikaria 1/2

Südlich von Naxos liegen drei kleiner Inseln, die uns wärmsten empfohlen wurden. Koufonisia ist die östlichste Insel. Ganz im Osten der Insel liegt die Paralia Bucht. Umwerfend….. gefühlt finden wir uns auf den Bahamas wieder. Super sandiger Boden, türkisfarbenes Wasser, friedliche Umgebung. Im Ort gibt es alles was man braucht. Ein Ort der Beschaulichkeit. Für den nächsten Tag ist starker Nordwind (Meltemi) angesagt. Kein Problem, auf der 3 sm entfernten Nachbarinsel Schinoussa gibt es eine nach Norden geschützte Bucht, in die wir un gleich am nächsten Morgen verholen. Der Ankergrund in der Almyros Bucht ist schwierig. Steine und Felsplatten lassen den Anker rutschen. Beim Abtauchen des Ankers überfallen mich die fast durchsichtigen Quallen und beißen was das Zeug hält. Der Wind frischt auf. Nicht aus der angesagten Richtung. Wir liegen mit 20 kn auflandig. Dazu kommt eine unangenehme Welle und Regen. Was sage ich, es regent eine ockerfarbene Mischung aus Staub und Salz. Lili nimmt eine seltsame Verwandlung an. Aaaaaaallllles aber auch alles liegt unter einer dicken Staubschicht begraben. Das gefällt uns nicht. Mit viel Wind und in absolut dunkler Nacht gehen wir wieder auf unseren alten Ankerplatz zurück. Am nächsten Morgen wird das ganze Elend sichtbar. 



Wir waschen Lili und versuchen  wieder ein optisch ansehnliches Segelboot aus ihr zu machen. Unser nächstes Ziel sollte Amorgos sein. Aber der Wind hat uns weiter nordwestlich nach Donousa gebracht. Eine flach auslaufende Ankerbucht mit feinem Sand, kristallklarem Wasser und keiner Menschenseele. Donousa liegt abgelegen der ausgetretenen Pfade der Kykladen. Sie besteht aus einem Dorf mit wenigen Ferienhäusern und ganz kleinen Hotels und ist unter Naturliebhabern sehr geschätzt. Uns verzaubert die Insel vom ersten Moment an. Bislang das Highlight unserer diesjährigen Reise. Wir bleiben nicht lange. Der Wind gibt die Richtung vor. Und das heißt, 40 sm weiter nordöstlich nach Ikaria. 
Dazu später mehr. Diese Insel beansprucht ihre eigene Geschichte. 







Freitag, 23. Mai 2025

23.05.2025 Naxos und Koufonisi

 Nachdem wir den starken Wind in unserer Ankerbucht auf Paros gut abgewettert hatten, haben wir uns zwei Meilen weiter nach Kritikos, der zweitgrößten Stadt auf Paros verholt. Wir waren mit Maria und  Ekke (SY Schakti) verabredet und hatten einen schönen gemeinsamen Abend. Dann ging es nächsten Morgen unter Motor ein paar Meilen nach Naxos. Unser Hafenplatz war vorher reserviert. Der Hafen ist günstig aber wenn die großen Fähren kommen und gehen gibt es Tsunami. Wirklich, komplett aus dem Nichts springen die Boote gegen die Betonpier. Zur Abhilfe müssen wir unsere Lili mindesten 1,5m von der Pier entfernt festmachen. Hmmm, die großen haben eine Gangway, wir nicht. Wir können nicht an Land gehen. Zum Glück sagen alle Nachbarn, wir könnten über ihr Boot übersteigen….. das geht manchmal. Eine 65 Fuß große Yacht (Y7) hat eine hydraulisch ausfahrbare Gangway mit Fernbedienung. Aber wem nützt das, wenn die Crew von Bord ist. Alles in Allem fühlen wir uns hier nicht wohl. Der Ort ist megatouristisch. Am nächsten Morgen sind wir vor der großen Fähre weg. Aber dann wurde es immer besser. Wir hatten einen schönen Ankerplatz, mieteten für zwei Tage ein Auto und machten tolle Wanderungen. Die Insel ist sooo schön. Britta hat alle Sehenswürdigkeiten vermerkt und wir arbeiten das Programm ab. Alles ist in voller Blüte, die Sonne scheint und der Wind ist frisch. Es ist nicht zu heiß und einfach nur schön, um diese Jahreszeit. Naxos ist super! 







Aber es geht weiter nach Koufonisi. Das ist völlig anders. Wenig Tourismus, kaum eine Möglichkeit Geld auszugeben.


Das Wasser und die Strände sind traumhaft. Türkis, wie auf den Bahamas…. Wir genießen es….






Mittwoch, 14. Mai 2025

14.05.2025 Paros





 Wann, wie, wohin?

Wer sich die griechische Inselwelt anschaut, wird wissen was ich sagen will. Sooooo viele Inseln. Manche kleiner, manche größer, einige touristischer als andere. Wir brauchen einen Plan. Ich befrage das Internet, die Törnführer Griechenlands und es gibt reichlich Tipps von anderen Seglern. Ich verbringe Stunden damit, die richtige Route mit den interessantesten Inseln für uns raus zu suchen. Wenn endlich der Plan steht, rätscht der Wetterbericht dazwischen. Zurück auf Los. Allerdings gibt der Wetterbericht nicht die Situation um die Inseln wieder. Alles ganz anders…… soll der Wind aus Süd kommen, weht er zwischen den Inseln dann aus Nord. Ich habe den Eindruck, er weiß wohin wir wollen und zeigt uns den Stinkefinger. So auf unserer Tour von Milos nach, geplant Kimolos. Eine kleine Nachbarinsel von Milos. Gelandet sind wir auf Polyaigos. Eine Naturschutzinsel, glasklares türkisfarbenes Wasser. Schön für den Sommer. Jetzt hat das Wasser gerade mal 17 Grad. Kombiniert mit dem noch immer kaltem Wind……. an Baden nicht zu denken. Gut, dass wir den Motor gebraucht haben, so haben wir wenigstens warmes Wasser. Ab jetzt habe ich mir vorgenommen keine Reiseplanung mehr zu machen. Ich überlasse die Route der Naturgewalt. So sind wir den nächsten Tag los gesegelt, ohne zu wissen wo unser Ziel sein wird. Gelandet sind wir nach einer flotten Tour mit ordentlich Wind auf Antiparos. 




Einer kleinen Insel, gegenüber von Paros. Ich beginne mit der Planung für diese Insel. Interessante Felsformationen, eine große Tropfsteinhöhle, Wanderung zur Kapelle, schöner Ort. Aber…… der Wind bläst so heftig in die Bucht, dass nichts von meinen Planungen Wirklichkeit geworden ist. Einzig der Ort Antiparos lädt uns zu einem kurzen Spaziergang ein, bevor wir die letzten Meilen bis nach Paros motoren. Der Anker fällt in der Bucht von Parikia. Mit unserem SUP paddeln wir an Land und laufen in die Stadt. Es gibt hier einen Hafen, der meist mit Charterbooten belegt ist. Der Ort selbst ist ein Labyrinth von kleinen Einkaufsstraßen, die dem Tourist alles bieten. Von hübschen Restaurants, über edle Boutiquen bis zum Souvenirladen, eingebettet in historisches Gemäuer, ist alles vorhanden. Wunderschöne Plätze, wo man beim Sundowner, den Tag Revue passieren lässt. Hier lässt es sich die nächsten Tage aushalten. Ich begebe mich an die Planung der Top 10 der Sehenswürdigkeiten. Für den nächsten Tag ist eine Busstour nach Lefkes geplant, um von dort aus den Byzantinischen Wanderweg zu laufen. Und abend‘s dann in ein feines Restaurant namens „Levantis“. Lefkes ist ein Ort mit Postkartenformat. Alles was man sich von Griechenland vorstellt, wird hier wahr. Allerdings zurückhaltend touristisch. Der Tag hat uns bis hierher gut gefallen. Zurück, steigen wir in den falschen Buss und machen eine unfreiwillige Sightseeing Tour durch die Insel. Ich freue mich schon auf die außergewöhnliche Küche des Restaurants. Doch dann……nach einem Blick in denWetterbericht. 😩. Starker Nordwind ist angesagt. Wir sind gut beraten, uns eine geschützte Bucht zu suchen. Die Speisekarte löst sich in Wohlgefallen auf. Schade. Wir segeln noch die 9 Meilen um die Ecke in die nordöstliche Bucht von Naoussa. Hier liegen wir erst einmal gut. Allerdings kommt am Freitag Starkwind aus Süd. Wir müssen noch einmal den Ankerplatz wechseln um sicher zu sein, dass wir dem Wind Stand halten können.







.

Donnerstag, 8. Mai 2025

08.05.2025 Milos








 Die 72 sm von Elafonysos nach Milos war mal wieder richtig schönes Segeln. Britta ist nun auch resistent gegen Seekrankheit. Die letzten Tage schaukelten wir kräftig vor Anker und dann wachsen Seebeinchen. Das U-Schiff ist leider immer noch nicht wirklich sauber aber es wird ja ständig wärmer und demnächst geht es dann richtig los… gegen 19 Uhr viel der Anker in der schönen Bucht von Mílou/Milos. Wir liegen wegen kräftigem Südwind ca. 5km weit weg vom Hafen. Toller Ankerplatz, Sand und türkises Wasser soweit das Auge reicht. Nächsten Tag wandern wir in den Ort. Kaum hatten wir mit unserem SUP den Strand erreicht, fegten völlig aus dem Nichts, Böen mit 40 kn Windgeschwindigkeit über die Bucht. Wir konnten unser Paddelboard kaum noch festhalten und Lili, nun allein, zog kräftig am Anker. Aber, solange der Anker im Sand liegt, haben wir damit keinen Stress.

Am nächsten Morgen verholen wir auf einen Ankerplatz vor dem Hafen. Der Hafen gefällt uns nicht. Der Ort Adamas eigentlich auch nicht besonders. Hier gibt es zu viel Verkehr. Überall Autos und Quads, diese unsäglich lauten, unbequemen und hässlichen „Autos ohne richtige Sitze“.

Egal, es gibt gute Versorgungsmöglichkeiten, viele Restaurants und von hier fährt der Bus in die „Hauptstadt“.

Das war unser Programm heute. Zunächst in die Berge mit dem Bus und dann wieder ca. 12 km wandern. Wir waren in Plaka, sehr schön mit Parkplätzen vor dem Ort, und sahen dann die Kopie der Venus von Milos. Das Original steht im Louvre. Dumm gelaufen. Ein Bauer aus Milos hat die Schöne 1820 für kleines Geld an ein paar Franzosen verkauft und die Geschichte nahm ihren Lauf…

Dann noch die Katacomben von Milos. Die weltgrößte Ansammlung christlicher Gräber. In den Berg getrieben, um die Toten vor den Römern zu verstecken. 

Weil es heute strahlender Sonnenschein war, sind wir nach der Wanderung mal wieder völlig fertig und das Baden bei knapp 18 Grad Wassertemperatur ist gar nicht mehr so schrecklich. So lässt es sich aushalten. Morgen mit dem Moped über die Insel….






Freitag, 2. Mai 2025

01.05.2025 Über Koroni nach Osten

 In Methoni konnten wir uns gut von der Überfahrt aus Italien erholen und damit beginnen das Unterwasserschiff und den Propeller vom Bewuchs zu befreien. Allein am Wasserpass konnte ich an jeder Seite des Bootes mehr als eine Stunde arbeiten. Bei 17 Grad Wassertemperatur geht das nur im Neoprenanzug. Der Propeller war komplett mit Seepocken überzogen, sodass auch mehrere Tauchgänge ein nur knapp befriedigendes Ergebnis brachten. Also dranbleiben…



Ein Stop in Foinikounta und am nächsten Tag weiter nach Koroni. Wie auch schon letztes Jahr, sind wir wieder von dem schönen Ort begeistert. Wie immer liegen wir fast oder ganz alleine in den Ankerbuchten. 



Heute haben wir auf die Westseite des mittleren Fingers des Peleponnes verholt. Wir warten hier, bis wir guten Wind Richtung Osten bekommen. Das wird vermutlich noch bis Sonntag dauern.






Samstag, 26. April 2025

26.04.2025 Wieder unterwegs

Am 23.04. haben wir unser „Winterquartier“ in Licata Richtung Methoni/Griechenland verlassen. Es war wieder nicht einfach loszulassen. Die Gemeinschaft mit befreundeten Seglern und die Vielseitigkeit dieses Ortes machen den Abschied etwas schwerer als sonst. Wir hatten viel Sport über den Winter und tolle Party‘s.





Aber mit viel Wind aus der richtigen Richtung ging es dann doch los. Unser erster Fehler, wir haben das Unterwasserschiff nicht von einem Taucher reinigen lassen, rächte sich sofort. Schon im Hafen lief Lili nicht schneller als 4 kn unter Motor….
Dann, unter Segeln, trotz kräftigem Wind von Achtern, waren wir zunächst eher langsam unterwegs. Das wurde dann mit zunehmendem Wind besser. Lili hat sich selbst etwas gewaschen. Mit ungerefften Segeln und Böen über 35 kn konnten wir dann über 16 kn in der Spitze laufen. Das war Adrenalin pur. Lili kann was!

Der Wetterbericht war sehr gut und uns war klar, dass wir trotz der ersten Starkwindzeit, dieses Wetterfenster nutzen mussten. Aber…..Britta war nach wenigen Stunden komplett Seekrank. Ein Desaster für sie. Dieser Zustand änderte sich auch erst nach zwei Tagen. Der starke achterliche Wind ließ nach, die Welle blieb. Zum Glück reichte der Wind aber aus, wir konnten nahezu die gesamten 395sm segeln!
Als wir den Motor doch einmal wegen der Schaukelei nutzen wollten, stellten wir fest, dass die Seewasserpumpe leckte und das Seewasser direkt in unsere Batteriebox lief. Viel Wasser. Also musste repariert werden…
Gut, dass wir einen Simmering als Ersatz dabei hatten. Das gehört einfach dazu.
Jetzt ist alles wieder fein und wir liegen in Methoni vor Anker. Wir hatten ein schönes Frühstück, die Sonne scheint und Britta spricht vom Baden…..