Faurby 396 for sale

Mittwoch, 21. November 2018

21.11.2018 Winterarbeit in Faro

Hier findet die Winterarbeit im Sommer statt. Das ist schon mal gut so. Eigentlich hatten wir vor Ende Oktober an der Algarve zu segeln. Dieser Plan ging aber nicht auf. Statt dessen hatten wir zu Hause große Baustellen. Unter Anderem machte uns ein Wasserrohrbruch unabkömmlich. Und nun ist es auch hier im Süden Portugals zwar in der Sonne noch warm, für uns aber zu kalt zum Segeln.
Nach ein paar wunderschönen Tagen mit Kathie und Friedl, die wir gemeinsam auf ihrem Boot und in Sevilla verbracht haben, sind wir nun auf Lili. Erstmal sauber machen und neue Planen für die Wintersaison an Land besorgen. Die Ankerwinsch hat neue Lager und Wellendichtungen bekommen und schnurrt wie neu. Wir bleiben bis nächsten Mittwoch und widmen uns dem Boot, machen Ausflüge und genießen das Wetter.


Mittwoch, 25. Juli 2018

Faurby 396 for sale

Falls jemand Interesse an unserem Boot hat, würden wir es verkaufen.
Nachdem wir nun eher kleinere Reisen machen wollen, könnten wir uns auch wieder ein kleineres Boot vorstellen. Das hängt natürlich davon ab, ob und wie wir unsere Faurby 396 verkaufen können.
Lili ist Baujahr 2004, hat aber 2 Jahre in einer klimatisierten Halle gestanden. Wir haben das Boot vor unserer Atlantikrundreise in vielen Teilen ergänzt und erneuert.
Nähere Info‘s auf Anfrage: harmsje@t-online.de



Freitag, 22. Juni 2018

22.06.2018 von Portimao nach Faro

Nachdem wir noch zwei schöne Tage mit Friedl und Kathi von der Fenua in Portimao verbracht haben, sind wir gestern bei Windstille 32 Meilen nach Faro motort. Entlang der wunderschönen Küste war das gar nicht langweilig.


Faro liegt hinter einem Gürtel bestehend aus vorgelagerten Sandbänken/Stränden und einer Salzwiesenlandschaft, wie sie eher an Norddeutschland als an den Süden erinnert. Hier haben wir noch eine Nacht extrem geschützt und ruhig geankert, bevor Lili heute morgen Punkt 10 Uhr mit Werftgeleit aus dem Wasser gehoben wurde.
 


Die Bootslagerung NAVE PEGOS, Lda. ist nicht nur prompt in der Beantwortung unserer E-Mails, sondern auch kompetent, extrem pünktlich und sympathisch. Auf dem Gelände kann jeder am Boot arbeiten, es ist zweckmäßig, sauber und aufgeräumt und die Schiffe stehen auf sehr guten Lagerböcken. Nach einer halben Stunde war Lili sicher verstaut, Tie-downs befestigt und am Strom angeschlossen. Im Büro arbeitet Joana, sie erklärt uns alles Wichtige und wir haben das Gefühl, besser als hier kann es für uns nicht sein. Die Leute machen ihren Job gerne. Den Bahnhof und den Flugplatz können wir vom Boot aus sehen.

Samstag, 16. Juni 2018

17.06.2018 mal wieder was Technisches

Zum Glück hatten wir bisher vergleichsweise wenig Technikprobleme. Das liegt sicher daran, dass wir ein nicht sehr altes Boot haben und es liegt besonders daran, dass wir nicht alles an Bord haben, was Langfahrtsegler sich so wünschen. Um nur einiges aufzuzählen, keinen Wassermacher, keinen Windgenerator, keinen Eisschrank, kein Rollgroßsegel....
Aber wir haben eine vier Jahre alte Ankerwinch. Sie ist komplett aus Niro und wirklich ein super Teil. Der ein oder die andere Leser/in wird bemerkt haben, dass wir früh angefangen haben unser Ankergeschirr gnadenlos zu belasten. Schon 2015 in der Nähe von Baiona haben wir mit Motorkraft den Anker ausgebrochen. Dabei riss das Entlastungsseil der Ankerwinch. Solche Situationen gab es öfters. Nun, ganz plötzlich haben wir Feuchtigkeit in der Vorschiffskoje. Das müsste akribisch untersucht werden..... Das Wasser kommt aus der Ankerwinsch, deren Motor im Schlafzimmer eigentlich warm und trocken sein sollte.
Bei einer Überlast ist ein Kugellagerring gebrochen und der abdichtende Simmerring hat das jetzt entstandene Wellenspiel nicht vertragen. Dann haben Salzwasser und Korrosion ihr zerstörendes Werk betrieben. Zum Glück ist die Winde innen nicht aus Alu. Die Reparatur ist einfach und Ersatzteile lieferbar. So gibt es dann doch immer was zu tun. 


Freitag, 15. Juni 2018

15.06.2018 Von Sines nach Lagos

Unsere zunächst letzte etwas längere Segelstrecke, 80 Seemeilen von Sines nach Lagos, liegt hinter uns.
Die Rundung des Cabo de São Vincente war noch etwas spannend. Vor dem Cap hatten wir 15 kn Wind mit moderater Welle, hinter dem Cap 30 kn Wind...Damit hatten wir nach dem Cap nicht mehr gerechnet aber ok...Jetzt sind wir in Lagos und genießen das Touristenleben. Wir werden in kleinen Etappen nach Faro weiter segeln und dann am 22.06. Lili dort an Land stellen. Dann ist erstmal Schluss mit diesem Blog. Eigentlich schade, weil wir uns immer sehr freuen, wenn wir sehen, wie viele Menschen aus vielen Ländern unsere Seite immer wieder aufrufen. Zur Zeit sind es täglich deutlich über 100 Klicks und in Summe wurde unser Blog bis heute 56.000 mal aufgerufen. Vielen Dank für euer Interesse. Immer, wenn wir an Bord sind, werden wir weiter schreiben und der nächste größere Reiseabschnitt beginnt im Frühjahr 2019 und soll uns über die Balearen, Sardinien, Korsika und Sizilien nach Griechenland führen.
 
 
 


Mittwoch, 13. Juni 2018

12.06.2018 Der Kreis ist geschlossen

Nun sind die letzten Meilen auch geschafft. Wir sind in Sines, etwa 50 Meilen südlich von Lissabon.  Nach etwa 12.000 sm sind wir dort angekommen, wo wir vor drei Jahren los gefahren sind. 
Ich kann es nicht in Worte fassen, was es für uns bedeutet diese Reise mit all seinen Erlebnissen, neuen Freunden, Bekanntschaften, atemberaubenden Momenten, Bildern, Zweisamkeit und ab und an Heimweh vollendet zu haben. Es war eine wundervolle Reise, die jede Seemeile wert war. Die Bilder, Menschen, Momente behalten wir in unserem Herzen. Schön zu wissen,  dass man zu jeder Zeit darauf zurück greifen kann.
Es gab Momente wo mir das Leben an Bord doch etwas zu rudimentär war. Immer auf der Suche nach Wasser und die damit verbundene Einschränkung bei dem Wasserverbrauch. Die Vorstellung einer ausgiebigen Dusche schien so manches Mal unerreichbar. Obwohl wir seit zwei Jahren unsere Wäsche nur kalt waschen konnten, sehen wir immer noch manierlich aus. Die Versorgungslage war sehr unterschiedlich. Konnten wir in manchen Ländern nicht immer alles kaufen, wollten wir auf den Bahamas und Bermuda nicht alles bezahlen. Gerade dort ist es uns nicht entgangen, was es bedeutet zu den Wohlhabenden dieser Welt zu gehören.  Gerade in der Karibik hat Deutschland eine sehr hohe Reputation. Die Menschen sind politisch interessiert und gut informiert. Die Namen unserer Nationalelf sind weltweit bekannt. Leider ist das Verständnis für die Umwelt dort meist um so weniger ausgeprägt. 
Nach drei Jahren war es jetzt für uns genug. Wir wollen näher zur Familie, zu den lieben alten Freunden und wieder zurück nach Europa. Dazu kommt natürlich, dass es hier auch noch so viel zu sehen gibt, was wir noch nicht kennen. 
Unsere Rückreise stand unter einem guten Stern. Nicht zuletzt durch die gute Wetterplanung. Wir hatten kein schweres Wetter. Alle Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Trotzdem war es eine lange Reise, bei der uns schon mal die Luft ausging. Es gab Momente (oder Tage) wo wir einfach keine Lust mehr auf das ständige Geschaukel hatten. Nur noch ankommen. Und das sind wir jetzt. Jens hat sein Möglichstes getan um unsere Ideen und Vorstellungen von dieser Reise Realität werden zu lassen. Jetzt bringen wir Lili noch an die Algarve, um dort einen Sommerliegeplatz für sie zu suchen. Bis Oktober feiern wir dann zwei Hochzeiten, Taufen und große Geburtstage in der Familie. Wir freuen uns wieder nach Hause zu kommen. Unser nächstes Reiseziel ist im nächsten Jahr das Mittelmeer. Kenner behaupten, dass die Griechische Ägäis eines der schönsten Segel-Reisziele weltweit sein soll. Also nichts wie hin.

Dienstag, 12. Juni 2018

12.06.2018 6ter und letzter Tag unserer Atlantiküberquerung

0235 Uhr UTC und noch 80 Meilen bis Sines am Portugiesischen Festland. Eben haben wir das zweite Reff ins Großsegel eingebunden. Je weiter wir uns dem Festland nähern, desto weiter dreht der Wind auf Nord und er nimmt zu. Wir erwarten keinen Starkwind aber über 20 kn haben wir jetzt schon und in der Nacht segeln wir gerne defensiv. Anders als auf dem freien Atlantik müssen wir im Küstenbereich wirklich wachsam sein. Der Schiffsverkehr vom oder zum Englischen Kanal ins Mittelmeer oder zum Horn von Afrika ist erheblich. Ständig sehen wir mehrere Schiffe unseren Weg kreuzen. Wir sind Beide nicht müde genug, um fest schlafen zu können. Macht nichts, heute Nachmittag liegen wir im Hafen und können schlafen soviel wir wollen.
Jetzt ist es 0630 Uhr und wir kreuzen unser Kielwasser von vor drei Jahren. 2015 segelten wir genau an dieser Stelle von Lissabon nach Madeira.....ETA Sines 15:00

Montag, 11. Juni 2018

11.06.2018 212 Meilen bis Sines/Portugal

Heute Nacht gegen 0100 Uhr flaute der Wind bis auf 5 kn ab und die Segel schlugen so sehr, dass wir den Motor anmachen mussten. Um 0600 dann Wind und Nieselregen. Segel hoch. 0630, nur noch Nieselregen. Segel runter, Motor an und wieder ins Bett. Aber mit Heizung. Die muss nach so langer Standzeit sowieso mal wieder ausprobiert werden. Jetzt ist es 0645. Der wind nimmt gerade wieder etwas zu....das kann ja unterhaltsam werden. Wir gehen nach Sines, der große Hafen liegt zwischen Lissabon und unserem eigentlichen Ziel Portimao an der Algarve. Sines können wir morgen mit Glück noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen und bis zu unserem Flug nach Hamburg, am 27.06., haben wir noch genügend Zeit uns die Portugiesische Küste anzuschauen. Südlich von Lissabon waren wir bisher ja noch nicht.

Sonntag, 10. Juni 2018

10.06.2018 4ter Tag, guter Nordwind

Die Bedingungen an Bord haben sich verbessert. Der Wind hat an Stärke abgenommen, dafür ist es etwas kälter geworden. Gestern bin ich das erste Mal mit Wärmflasche ins Bett. Zum Glück hat sich die Welle beruhigt, so dass die Bewegungen nicht ganz so mühsam sind. Tagsüber halten wir uns meist im Schiff auf. Rausgeguckt wird nur, wenn es sein muss. Der Ehrgeiz bunte Segel zu setzten ist verschwunden. Wir verfallen etwas der Lethargie. Jetzt kommt gerade mal die Sonne hervor. Vielleicht kommen dann auch wieder die Lebensgeister zurück. Wenn die Hochrechnungen stimmen, sind wir Dienstag an der Küste. Ob Sines oder Portimao entscheiden wir morgen.

Samstag, 9. Juni 2018

09.06.2018 Kurs Capo de Vincente, grobe Fehleinschätzung

Noch 480 Seemeilen bis zum südöstlichen Cap an der Ibirischen Halbinsel.

oder man könnte auch sagen, satter Selbstbetrug. Als wir auf den Azoren ankamen, war ich gefühlt schon am Ziel. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, super Einkaufsmöglichkeiten, nette Cafes, gute Restaurants und das Gefühl fast zu Hause zu sein. Jens Einwände von wegen, wir sind noch lange nicht da...... habe ich überhört. Noch 800sm...., habe ich gar nicht wahrgenommen. Meine Einschätzung war, das segeln wir doch in ein paar Tagen ab. So, und jetzt holt es mich ein. 800sm, fast eine halbe Atlantiküberquerung sind tatsächlich nicht in ein paar Tagen zu machen. Dazu kommt noch, dass die Welle uns eine ungemütliche Fahrt bereitet. Lili holt aus, bockt in der Welle und schießt trotz max. gerefftem Großsegel und eingerollter Fog mit 7 Kn durch das Wasser. Die letzten Etmale lagen immer über 160sm. Das macht das Leben an Bord nicht gerade gemütlich. Dazu kommt, dass es wirklich kalt ist. Keiner geht mehr freiwillig vor die Tür. Jeder Handgriff wird mühsam. Nach der ersten Nacht hatte ich das Gefühl, als wären wir schon drei Tage unterwegs. Hätte ich doch nur akzeptiert, dass wir noch 6-7 Tage vor uns haben, wäre ich jetzt mental besser unterwegs. Wieder geht das Rechnen los. Laufen wir doch Sines an der portugiesischen Küste an, um noch bei Tageslicht anzukommen oder wagen wir uns um das Cap Sao Vincente und laufen dort in der Dunkelheit ein. Die nächsten Hochrechnungen werden es zeigen. Hauptsache ankommen.

Freitag, 8. Juni 2018

08.06.2018 der 1ste Tag Richtung Festland

Es ist 4:30 UTC. Unsere erste Nacht und wir haben viel mehr Wind, als wir es mögen. Eigentlich nicht gerade wirklich viel Wind, aber das Großsegel ist im 2ten Reff (wir haben nur zwei)und eben habe ich die Genua 3 halb weggedreht. Dazu beutelt uns eine recht unangenehme Welle aus NW. Das ist für uns keine sehr erholsame Nachtruhe. Gut ist, das wir allein auf dem Atlantik sind. Um uns herum keine anderen Yachten oder Fischerboote. So können wir uns auf den AIS-Alarm verlassen und schlafen, wenn wir es können.

Mittwoch, 6. Juni 2018

06.06.2018 Ponta Delgada

Leider sind wir nur kurz hier und kommen über zwei Stadtrundgänge nicht hinaus. Es gibt wunderbare Restaurants und Cafe's überall. Morgen früh segeln wir los. Der Wetterbericht zeigt für die nächste Woche keine gute Alternative und wir wollen sicher rechtzeitig an der Algarve sein. Für die 860 Seemeilen werden wir etwa 6-7 Tage brauchen. Der Landfall wird etwas spannend, weil in Küstennähe der Wind bis auf 30 kn in Böen zunehmen soll....Wir werden es erleben.



Dienstag, 5. Juni 2018

12.05.2018 Bermuda Bilder

 Wunderschöne Strände an der Südküste.



 



 Die Cristall Cave, einer der Sehenswürdigkeiten.

Die ARC-Teilnehmer sammeln sich in St. George’s. 


05.06.2018 São Miguel

Die 150 Seemeilen von Horta nach Ponta Delgada, der Hauptstadt der Azoren, begannen mit kabbeligen Wellen und keinem Wind. Nach vier Motorstunden hatten wir die Insel Piko mit dem großen Vulkan passiert und der südliche Wind setzte ein. Wir konnten bei raumen Wind mit ca. 7 kn gut voran kommen und eigentlich stand einer ungestörten, ruhigen Nacht auf See nichts entgegen. Wenn nicht plötzlich der AIS-Alarm, der sich nähernde Schiffe signalisiert, gestört hätte. Zu dem ersten „Störenfried“ gesellten sich weitere. An Hand der uns bekannten Schiffsnamen erkannten wir, dass wir mal wieder mit der gesamten ARC-Flotte unterwegs waren. Das bedeutet ständiges Wache gehen und aufpassen. Kurs kontrollieren, sich möglichst Abseits halten und den Alarm abstellen.....an Schlaf war nur noch für ausgesuchte und verdiente Crewmitglieder zu denken. So kann schon eine Nacht wirklich anstrengend sein. 
Ponta Delgada hat eine große moderne Marina und in die Altstadt sind es vom Hafen aus nur wenige Meter. Parks und schöne Restaurants überall...

Samstag, 2. Juni 2018

02.06.2018 Azoren, ein Leben auf dem Vulkan

Hier auf Faial war der letzt große Vulkanausbruch 1957. Eine große Landmasse hat sich aus dem Meer erhoben und die Ursprungsinsel erweitert. Der Leuchtturm steht nun weiter im Land und unterhalb des Leuchtturms wurde eine riesige Ausstellungsfläche im Lawa installiert. Die Bilder und die Entstehungsgeschichte der Azoren sind sehr beeindruckend. Wir haben gestern eine Skooter-tour rund um die Insel gemacht. Leider hatten wir recht tief hängende Wolken und der Besuch des Vulkankraters fiel aus, wegen Nebels...
Horta gefällt uns sehr gut. Der wirklich nette Ort hat alles, was man sich wünschen kann und wir könnten hier deutlich länger bleiben. Britta ist sich sicher, dass wir wieder kommen werden.





Donnerstag, 31. Mai 2018

31.05.2018 Ankunft auf den Azoren/Horta


Am 29.05 sind wir morgens auf Faial angekommen. 1800 sm liegen hinter uns. Wir haben genau 14 Tage  auf der südlichen Route gebraucht. Für 30 Std haben wir den Motor gebraucht, ansonsten haben uns Wind und Welle immer schön nach Osten geschoben. Die Nächte waren ruhig. So sind wir hier gut ausgeruht angekommen.
In Horta trifft sich die Segelwelt. Jeder der auf dem Weg zwischen dem amerikanischen Kontinent Europa ist, macht hier Halt. In den Gesichtern steht Erleichterung. Das ein oder ander Schiff kennt man aus den Funkrunden und hat hier dann die Gesichter und Boote zu den Namen. 
Wir sind froh, so gut über den Atlantik gekommen zu sein und auch ein wenig Stolz, diese Strecke, die uns so bevorstand gemeistert zu haben. Jens bremst die Euphorie, denn wir wollen ja noch ans Festland. Das sind noch einmal 800 sm, somit ca. 7 Tage. Erst dann kreuzen wir unser Kielwasser. Ich für meinen Teil bin da nicht so zurückhaltend. Ich fühle mich schon angekommen. 
Nach dem unkomplizierten Einklarieren, haben wir erst einmal mit Paul und Chris von der Mareé kräftig angestoßen. 
Und dann kam das Beste........ die Dusche......Für zwei € gibt es Seife und ein blütenweißes, frisches, gut duftendes Frotteehandtuch. Das Wasser ist heiß, unbegrenzt, ein Traum. Erst als die Haut rot und die Körpertemperatur deutlich angestiegen ist, kann ich mich dazu entschließen abzudrehen. Der Erfolg war erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ein Großteil meiner Urlaubsbräune an dem bislang schönen weißen Frotteetuch wieder finde. 😫
Ich erblicke richtige Miele Waschmaschinen. Also tatsächlich solche, die endlich mal wieder heiß waschen können. Die letzten zwei Jahre gab es immer nur Kaltwäsche. Wenn das genauso gut klappt wie bei uns, erstrahlen wir in neuem Glanz. 
Jens kümmert sich derweil um das Ruderlager, welches nicht mehr rund läuft. Bestellt eine neue Segellatte, inspiziert das Vorstag, und sorgt dafür dass Lili bald wieder startklar ist. 

Abend’s gehen wir richtig gut essen, genießen jeden Bissen, jeden Schluck Wein und wundern uns wie günstig das Leben hier ist.



Montag, 28. Mai 2018

28.05.2018 Traumhaft

Einfach unglaublich. Seit drei Tagen haben wir absolut stabile Wetterverhältnisse. Der Wind bläst konstant mit 12Kn aus Süd bis Südwest. Die Welle ist mit einem Meter nicht nennenswert. Wir können im Durchschnitt 6,5 Kn laufen, was einem täglichen Etmal von durchschnittlich 150 sm entspricht. Nachts machen wir es uns gemütlich, schlafen gut und ausreichend. Die Sonne weckt uns in aller Frühe und begleitet uns tagsüber, Nachts schaut der Mond voll und hell vom Himmel. Das Erstaunlichste ist aber, dass wir es geschafft haben, jedem Tief davonzulaufen und fast jeder Flaute auszuweichen. In einem schmalen Windfenster zirkeln wir auf der südlichen Route zu den Azoren. Vielen Dank schon mal an dieser Stelle an Claus, der uns mit dem aktuellen Wetter täglich berät. Selbst das verrauschte Funken über die Amatuerfunkfrequenzen haben wir lieb gewonnen. Ist es doch der einzige Kontakt zur Außenwelt, der uns etwas Abwechslung bringt. Dadurch bekommt der Tagesablauf einen Rhythmus. Abends, nachdem Chris Parker im Amerikanischen Trans-Atlantic-Cruisernet auf 12350,0 KHz um 21:30 UTC noch mal die Wetterlage erläutert, ist Zeit für das Bett.
Jetzt haben wir noch 80sm bis Horta. Am 29.05 gegen Mittag werden wir ankommen. Dann ist dieser längste Reiseabschnitt, vor der wir so viel Respekt hatten, traumhaft zu Ende gegangen.

Freitag, 25. Mai 2018

25.05.2018 Lili rennt

Endlich,….. Wind aus der richtigen Richtung, mit passender Stärke und dazu noch anhaltend. 7 Kn aus Südsüdwest. Lili läuft mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 Kn. dem Ziel entgegen. Noch 550 sm bis Horta. Die Hochrechnungen laufen auf Hochtouren. Wir sind den 11. Tag unterwegs. Bisher hatten wir, abgesehen von 2 Tagen eine Bilderbuchreise. Genauso wie wir es uns gewünscht hatten. Das zurechtgelegte Polarflies, die Skiunterwäsche und die dicken Stiefel liegen unberührt im Schrank. Keine Squalls, kein nennenswerter Regen. Dafür sitzen wir mit T-Shirt und kurzer Hose im Cockpit. Die Sonnencreme wird gebraucht, Delphine sorgen für Abwechslung und Jens vertreibt sich mit allerlei Funkrunden die Zeit. Irgendwie geht der Tag rum. Nach der letzten Funkrunde um 19:30 wird die Nachtruhe eingeläutet. Die Nächte sind ruhig, wenig Verkehr, keine Störung über UKW. Wir können gut und ausreichend schlafen. Wären wir nur einen Tag später gefahren, würde die Welt wettertechnisch ganz anders aussehen. Wir hoffen, dass das Wetter so bleibt, wie die Wettervorhersage verspricht und wir in 4 Tagen Horta erreichen

Donnerstag, 24. Mai 2018

24.05.2018 Kreuzfahrt

Uns geht es gut. Soweit das Wichtigste. Uns ginge es noch besser, wäre das Ende abzusehen. Wir bewegen uns zwischen dem 35. und 37. Breitengrad. Dabei haben wir zwei Optionen. Entweder fahren wir nördlich, dann kommen wir in ein Tiefdruckgebiet mit viel Wind und viel, viel Regen, oder wir fahren südlich, dann haben wir kaum Wind, dafür aber Sonnenschein. Was wir nicht können, ist direkt, vor dem Wind, auf das Ziel zufahren. Der Wind kommt aus Südwest bis West. Wir wollen nach Nordost. Mit anderen Worten der Wind kommt immer von hinten. Das ist nicht Lili`s Stärke. Tagsüber bemühen wir uns mit ausgebäumten Vorsegel oder den bunten Segeln in die richtige Richtung zu kommen. Das müssen wir größtenteils von Hand steuern. Bei dem wenigen Wind ist die Welle zu kabbelig und die Segel schlagen zum Herzzerreissen. Unser elektronischer Autopilot ist mal wieder kaputt. Mit diesen Raymarine-Teilen haben wir kein Glück. Vielleicht sind die auch besser in der Bootsausstellung als auf See. Nachts gönnen wir uns Ruhe, fahren die Segel auf einer Seite und verlieren dafür 30-40 Grad am Kurs zum Ziel. Morgens schauen wir dann auf die gefahrene Distanz und rechnen täglich, dass wir eigentlich pro Tag nur 120 Meilen auf das Ziel zufahren. Irgendwie wird es nicht weniger. Wie gesagt, kreuzen vor dem Wind, bedeutet dass wir tatsächlich zusätzliche Strecke segeln. Dazu kommt, dass die Windsteueranlage ca. 15% unserer Geschwindigkeit nimmt. Das ist einmal dem zweiten Ruderblatt geschuldet, dass wir permanent im Wasser hinter uns herziehen und zweitens meandert Lili recht heftig, wenn die Windfahne steuert. Also eine für uns unser Schiff sehr langsame aber auch wenig stressige Fahrt.
Wir reden es uns schön, sind zufrieden dass wir noch vor dem Sturmtief ablaufen können und genießen tagsüber die Sonne. Lesen oder schlafen. Ab jetzt noch 700sm bis Horta/Azoren.

Dienstag, 22. Mai 2018

22.05.2018 8ter Tag auf See

Wir hatten zwei sehr schöne, sonnige Segeltage. Mit raumen Wind konnten wir zwar nicht genau auf die Azoren zuhalten, aber wir hatten ein ruhiges Schiff und konnten es an Bord gut haben. Es wird richtig gekocht und wir sind ausgeschlafen. Heute morgen ist es allerdings grau und die Wolken hängen tief. Die Vorboten eines herannahenden Tiefs. Wir segeln deshalb weiter südlich als der direkte Kurs zu den Azoren. In 2 Tagen ist das Tief durchgezogen und wir werden in der Flaute dümpeln. Heute Mittag werden wir die Hälfte der Strecke hinter uns haben, Bergfest! Dann sind es noch 920 Seemeilen bis Horta. Obwohl wir eigentlich relativ flott unterwegs sind, wird das, wegen der Umwege, keine schnelle Reise. Für ca. 400 Meilen haben wir noch Diesel an Bord.

Montag, 21. Mai 2018

21.05.2018 6ter Tag auf See

Wir liefen unter Motor in die Nacht. Mitternacht hatten wir dann schlagartig kräftigen Wind von vorn und chaotische Wellen.
Dabei einen komplett bedeckten Himmel mit zeitweise leichtem Regen. Nach wenigen Minuten verlangte Britta nach ihrem Eimer und war bis zum nächsten Mittag mit sich selbst sehr beschäftigt. So einen Tag braucht wirklich niemand.
Das Schiff wird unglaublich hart durchgeschüttelt und alles was nicht wirklich niet und nagelfest ist fliegt durch die Gegend oder über Bord. Ein schöner Kugelfender und eine unserer Segellatten gehören dazu.
Jetzt sieht das Meer wieder aus, als könne es gar nicht gemein sein. Wir laufen zwar ca. 30 Grad südlicher als wir wollen, aber es geht unter segeln voran. Noch 1170 Meilen bis Horta. Wir werden vermutlich noch 9-10 Tage unterwegs sein. Es bleibt zäh.

Samstag, 19. Mai 2018

19.05.2018 5ter Tag auf See; Es bleibt zäh, aber spannend.

Wir üben uns in Geduld, hecheln dem Wind hinterher. Gefunden haben wir ihn immer noch nicht. 40. Breitengrad, da soll er nach den Gribfiles sein. Also haben wir die letzten Tage dazu genutzt, um weiter nach Norden zu kommen. Gestern dann die Nachricht von Claus, lieber nicht so hoch, euch kommt der Wind sonst entgegen. Wir versuchen mit allem was wir haben den Wind zu fangen. Die ersten beiden Tage geht das mit Genacker und Windsteuer wunderbar. Dann kommt der Wind weiter von hinten. Jetzt muss der Spinnacker raus. Mit 5Kn Wind tut der sich schwer und will sehr sorgsam von Hand gesteuert werden. Das erfordert unsere ganze Konzentration. Stündlich wechseln wir uns ab. Gerne würden wir den Autopiloten bitten, aber der versagt uns mal wieder den Dienst. Ohne Windfahnensteuerung wär nichts für uns. Für die Nacht muss eine andere Lösung her. Das Vorsegel wird ausgebäumt und das Großssegel kommt auf die andere Seite. So haben wir die größte Windangriffsfläche. Mit 4 Kn Fahrt und im Seegang schlagenden Segeln geht es in die Nacht. Der Wind dreht weiter. Genua auf die andere Seite. Mal sehen ob das besser geht. Wir kreuzen vor dem Wind. Dadurch wird die Gesamtstrecke um etwa 30% länger. Schöne Aussichten, wenn noch 1400sm auf der Uhr stehen. Jens berechnet, gefühlt stündlich, unsere Ankunftzeit auf den Azoren, nun allerdings nicht mehr in Stunden, sondern in Tagen. Während die Segel schlagen, das Rigg klappert und wir darüber nachdenken, welchen Belastungen die Segel ausgesetzt sind, quittiert das Vorsegel seinen Dienst. Es fällt einfach nach unten, bis ins Wasser. Wir brauchen einen Moment um zu verstehen, was passiert ist. Fest steht, das Segel muss erstmal wieder an Deck. Das Fockfall ist nun ganz oben im Mast und Vorsegel an Deck.
Jens muss in den Mast und das bevor der herannahende Regen und vielleicht noch mehr Wind und Wellen kommen. Zum Glück ist die Welle moderat. Also rein in den Bootsmannsstuhl und darauf vertrauen, dass ich an der richtigen Leine zum richtigen Zeitpunkt ziehe. In 17 m Höhe wird aus der Schaukelbewegung des Schiffes eine Achterbahnfahrt, bei der Jens am Spifall hängt und sich gut festhalten muss.
Was war passiert? Der schöne Wichard-Schnapp-Schäkel, der das Fall mit dem Segel verbindet, hatte sich einfach mal geöffnet. Es hat alles gut geklappt. Jens ist heil wieder unten angekommen, das Segel ist wieder da wo es hin gehört und wir warten weiter auf den Wind. Und jetzt werden alle Schnappschäkel an wichtigen Leinen abgeschnitten.

Freitag, 18. Mai 2018

18.05.2018 Vierter Tag auf See

Das Ganze wird zäh. Kein Wind mehr und das Azorenhoch sieht ziemlich stabil aus.
Mit unseren Treibstoffvorräten können wir maximal 100 Stunden motoren. Das entspricht knapp einem Drittel der Strecke.
Da wir gerade mal 350 Seemeilen von 1700 geschafft haben, können wir nicht einfach beliebig den Motor einsetzen.
Seit heute morgen um 2 Uhr motoren wir wieder in Richtung 30 Grad, um in den nördlicheren Gewässern Wind zu suchen.
Bisher haben wir 16 Stunden motort und werden jetzt nochmal 14 spendieren. Dann sehen wir weiter.....

Donnerstag, 17. Mai 2018

Seit 2 Tagen auf See

Es geht langsam voran. Bisher mussten wir 11 Stunden motoren. Das Azorenhoch bringt uns schönes Wetter aber schwachen Wind.
Wir segeln leider nicht so weit nördlich, wie wir eigentlich müssten, um aus den Schwachwindzonen heraus zu kommen. Dafür zieht der Genacker uns mit ca. 5-6 kn in die richtige Richtung.Heute ist 10 Meter neben uns eine riesiger Wal aus dem Wasser gesprungen, hat sich dann kurz auf die Seite gedreht und ist verschwunden. Das war ein Schreck. Noch liegen ca. 1550 Seemeilen vor uns.

Montag, 14. Mai 2018

14.05.2018 Bermuda farewell















So langsam füllt sich die Ankerbucht. Täglich kommen Schiffe an, die auf dem Absprung nach Europa oder Amerika sind. Alle Nationalitäten versammeln sich. Die ARC „ Atlantic Race for Cruisers „ versammelt sich hier ebenfalls um auf die Azoren zu starten. 
Die Frage oder besser Suche nach dem richtigen Wetter beschäftigt jeden. Jens hat jetzt auch eine neue Leidenschaft. Eine Wetter App zaubert Routenvorschläge, abhängig vom eigenen Schiff und davon, welche Konditionen man bereit ist zu akzeptieren. Mit Claus wird dann diskutiert wie die Strecke auszusehen hat. Diese virtuelle Route wird dann mit den Ergebnissen von Andrés Ergebnissen des WetterweltProgramms verglichen. Alle Ergebnisse zusammen sollen den bestmöglichen Startzeitpunkt errechnen. 
Immerhin rechnen wir schon zwei Wochen und sind immer noch hier. Jetzt müssen mal Ergebnisse her. Morgen soll es soweit sein. Der Wind muss erstmal gesucht werden. Er befindet sich etwa einen Tag nördlich von uns. Bis dahin muss der Motor ran  und dann soll es was werden. 
Eingekauft haben wir mal wieder. Ausgeruht sind wir und los wollen wir auch. 
Wir sind guter Dinge. Berichten werden wir per Kurzwelle, alle paar Tage direkt in den Blog. In 14 Tagen hoffen wir Horta auf den Azoren zu erreichen.

Freitag, 11. Mai 2018

11.05.2018 Urlaub auf Bermuda

Sommerurlaub auf Bermuda.

Nach all den Hin und Her der letzten Tage ist uns der Wind davongelaufen. Wetterfrosch Claus, hat viel zu tun mit uns. Als ob er uns das Wetter zaubern könnte, fragen wir täglich mehrmals bei der Wetterstation Tönning an. 
Wir sind nicht böse, dass wir noch nach hinten etwas Luft haben. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätten wir unterwegs den falschen Sprit in den Tank gefüllt. Also Glück im Unglück, das sollte so sein.
Jetzt haben wir genug Gelegenheit Bermuda ausgiebig zu erkunden. Vielleicht klappt es ja dann doch noch mit der Bermuda Shorts für Jens?😉
Die Busverbindung über die Insel ist ausgezeichnet. Kaum im Bus, riecht man das bei den Briten so beliebte Rosenparfum. Wir sind ganz begeistert von der parkähnlichen Landschaft. Der gepflegte Rasen ist nirgends länger als zwei Zentimeter, die ganze Insel gleicht einem großen Golfplatz. Also ein „Rosamunde Pilcher“ Land unter Palmen. 
Das Klima ist wunderbar. Frühsommerliche Temperaturen mit leichtem Wind. 
Und erst die Freundlichkeit der Leute. Wir steigen in den Bus ein. Eine ältere Frau steigt mit uns ein. Sofort wird für sie ein Sitzplatz frei gemacht. Das mit den Worten „ ich kann es nicht ertragen, wenn ich sitze und sie stehen müssen“. Donnerwetter, denke ich bei mir und bin beeindruckt. Zwei Stationen später steigt diese Dame aus. Der Platz wird frei. Jetzt wird die nächst ältere ausgeguckt. Und das bin ich 🤭 . Entsetzt lehne ich ab. Keine Chance, ich muss mich setzen. Eine dezente Röte steigt mir ins Gesicht. Jens kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. Ich schaue mich im Bus um und fange an mir ernsthaft Gedanken zu machen. Ich buche das halbherzig als Freundlichkeit der Inselbewohner ab.
Wir steigen um in den nächsten Bus. Kaum eingestiegen, wird wieder ein Platz für mich frei gemacht. Oh nein, das ist zu viel Freundlichkeit für mich. 
Für die nächste Tour buchen wir uns ein Moped.


Montag, 7. Mai 2018

06.05.2018 Wir bleiben noch auf Bermuda


Weil der aktuelle Wetterbericht ab nächste Woche Gegenwind für uns auf der Strecke zu den Azoren vorhersagt, bleiben wir noch etwas hier. Sightseeing und Badeurlaub bis sich eine bessere Gelegenheit findet. Endlich Urlaub!

Sonntag, 6. Mai 2018

05.05.2018 Auf Bermuda


Der rote Dieselkanister

Eigentlich wollte ich heute über Bermuda schreiben. „Bermuda, ein großer Golfplatz“ sollte der Blog heißen. Ich wollte schreiben wie es kam, dass wir zwei Bier für 32$ trinken und warum Jens sich strikt weigert eine originale Bermudashorts zu kaufen. Das muss warten, denn es gibt Wichtigeres zu berichten.
Gestern war es so weit. Lili ist startklar. Technisch und optisch in Höchstform, der Kühlschrank ist voll, Wasser getankt.
Bei strahlendem Sonnenschein in guter Stimmung wollen wir von Hamilton der Hauptstadt, nach St. George, um dort auszuklarieren. Noch in der Hafenausfahrt quittiert der Motor seinen Dienst. Er nimmt kein Gas mehr an, wir verlieren Fahrt und schließlich geht er aus. Jens startet nochmal, nichts mehr. Seine ersten Gedanken....Kraftstoffhahn, OK, Dieselpest, kann eigentlich nicht sein, haben alles Blitz sauber.....aber....
Gestern hatten wir 60 Liter Diesel aus den neuen roten 23 Ltr.. Kanistern in den Tank umgefüllt. Der erste Blick zum Motor zeigt, dass der Filter samt Diesel glasklar ist 🤭
Zum Glück ist etwas Wind, so dass wir aus der von Fähren stark befahrenen Hafeneinfahrt wieder zurück zum Ankerplatz segeln können. 
Was ist die Ursache, was ist passiert? Gestern, bei dem Einfüllen des Diesels, haben wir Beide uns gewundert, warum er so klar war. Aber nur gedacht und nichts gesagt. Wir machen die Schnüffelprobe am Kanister. Es riecht nach Benzin. Jens füllt eine kleine Menge in ein Schnapsglas, zündet es an, und es brennt. Wir haben ein Diesel-Benzinbenzingemisch von 2:3 im Tank. 
In Marsh Harbour hatten wir zuletzt getankt. Wir hatten die großen, roten Kanister dem Tankwart gegeben und gesagt, dass wir Diesel wollen. In der Zwischenzeit waren wir mit dem Füllen der Wasserkanister beschäftigt. 
Entweder hatte der gute Man uns nicht verstanden, oder hat an was auch immer gedacht. Rote Kanister stehen für Benzin, gelbe für Diesel, blaue für Wasser. Er hat einfach wie vorgesehen, Benzin in die roten Kanister gefüllt und wir haben es nicht gemerkt.

Jens hat tiefe Sorgenfalten im Gesicht. Erst mal die 100 Ltr. Gemisch wieder aus dem Tank pumpen. Was für eine Schweinerei. Das ganze Schiff riecht, wir mit der Nase direkt davor. Zum Glück reichen unsere Kanister aus. Aber wohin mit so viel Altlast. Das müssen wir heute klären.
Jens wechselt alle Filter, dreht den Motor mit der Hand, so dass, jetzt Diesel, in alle Schläuche kommt, bevor der Motor gestartet wird. Was für eine Erleichterung, er springt an. Wir haben Glück gehabt.😅

Eigentlich waren wir abreisefertig, da der Wetterfrosch gutes Wetter für die Überfahrt angesagt hat. Heute fahren wir nach St. George, klarieren morgen aus und fahren mit einem Tag Verspätung los. 
Vielleicht kann ich Jens doch noch überzeugen eine original Bermudashorts zu kaufen. Auf die obligatorischen schwarzen Kniestrümpfe kann man ja verzichten. 😉