Sonntag, 9. April 2023

09.04.2023 Aller Anfang ist nicht leicht

Es ist der 22.03. 2023, unser Flug Hamburg-Paris soll um 9:00 starten. Streik in Frankreich……. Der Flieger ist verspätet. Dann wird noch sauber gemacht und nach einer Stunde wird noch ein Fehler am Fahrwerk festgestellt. Nach drei Stunden Verspätung ist klar, der Anschlusszug von Paris nach Lorient ist weg….

Endlich soll es losgehen. Alle sitzen auf ihrem Platz im Flieger als der Kapitän die Passagiere die vorne sitzen bittet, sie mögen doch bitte die hinteren Sitzplätze einnehmen, das erleichtert das Starten und Landen mit dem lädiertem Fahrwerk. Jetzt wäre noch Gelegenheit auszusteigen, schießt es mir durch den Kopf. Ich gebe den Kindern noch letzte Instruktionen und ergebe mich dem Schicksal. In Paris sicher gelandet, stellt sich die Frage nach einer Unterkunft und die Möglichkeit einer Zugverbindung für den nächsten Tag. Der Streik zeigt uns ein hässlichen Gesicht. Ein Tag ohne Müllabfuhr, und schon versinkt Paris im Unrat. Nur gut, dass es nicht Sommer ist. Wir finden ein kleines, sauberes Hotel und lassen uns Pariser Luft um die Nase wehen. Als dann noch die Zugverbindung für den kommenden Tag bestätigt wird, sind wir ganz glücklich. In Lorient, bei strömendem Regen angekommen, finden wir Lili in einem Top Zustand vor. JP ( Jean Pierre ) war so nett und hat das Unterwasserschiff von einem Taucher reinigen lassen. Es wird eingekauft und alles vorbereitet, wir wollen los. Am Montag, den 03.04 um 4:00bei 3 Grad Temperatur und einer hellen Vollmondnacht, verlassen wir den Hafen von Lorient. Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Anspannung und Freude. Ich kann nicht sagen was stärker war. So geht es los. Die ersten Meilen müssen wir unter  Motor fahren. Nach zwei Stunden Motoren in der Dunkelheit blinkt eine rote Lampe am Motorpanel. Erst ab und zu, dann immer mehr bis zum Dauerleuchten. Im Hinterkopf regt sich eine kleiner Gedanke, das ignoriere ich jetzt……, doch die Vernunft siegt und wir fahren zurück in den Hafen, auf unseren alten Liegeplatz. Es war ein bisschen wie, nach Hause kommen. JP kam sofort, der Techniker war um 9:00 an Bord. Jens und Julien haben stundenlang Verbindungen von hier nach da überprüft und Kabel gezogen… eine Operation am offenen Motor. Mit dem Erfolg, dass nach Stunden feststand, wir brauchen eine neue Lichtmaschine. Zum Glück hatte die Werft noch eine Lichtmaschine im Regal. Alte raus, Neue rein, Kabel alle wieder angeschlossen, alles überprüft und den Patienten für geheilt empfunden. Es ist 16:00. Leinen los, Fender rein, wir legen wieder ab. Motor läuft rund, Wind aus Ost, Welle aus West, die Seekrankheit krabbelt in mir hoch. Ich darf die Nacht ins Bett. Lili segelt durch die Nacht, eine flotte Fahrt mit bis zu 28 kn Wind und 11 kn Geschwindigkeit. Und dass bei vollen Segeln. Die zweite Nacht wird etwas ruhiger bzw. langsamer. Bis Lili um 7:00 im Morgengrauen plötzlich steht. Wie verankert parkt sie bei zwei Meter Welle im Morgengrauen auf offener See. Wir haben wohl das einzige Fischernetz auf der Strecke erwischt. Diese großen Netze werden über einen Kilometer quer gespannt und sind nur durch zwei Bälle an jeder Seite markiert. In der Nacht überhaupt nicht zu sehen. Die Wassertemperatur beträgt 11 Grad, alles zusammen keine Option zu tauchen, um die Situation zu klären. Nach langem hin und her, Kiel hoch, Kiel runter, Boje fangen, Leine kappen, kommen wir endlich frei. Total erschöpft kommen wir in Viveiro an. Nach einem guten Abendessen und einem großen Bier sind wir totmüde ins Bett gefallen.





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